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Mobbing: Psychoterror jetzt auch im Internet


04.12.2008 (J. Wagner) Kategorie: Panorama

Bild: www.pixelio.de

Wenn die Kollegen einen beleidigen und beschimpfen, um die betroffene Person aus dem Betrieb hinauszuekeln, dann wird von Mobbing gesprochen. Das Wort kommt von englisch „to mob“ und bedeutet so viel wie anpöbeln, angreifen oder bedrängen. Doch nicht nur am Arbeitsplatz findet Mobbing statt, viele Schüler sehen sich damit ebenfalls konfrontiert. Ebenso sind Menschen in Vereinen, Altersheimen und Gefängnissen betroffen. Die schikanierten Personen werden häufig kritisiert, beleidigt, verleumdet oder mit sinnlosen Aufgaben bedacht. Seit neuestem findet die Schikane aber auch im Internet statt, sogenanntes Cyber-Mobbing.

Dabei ist es natürlich schwierig festzustellen, wo Mobbing anfängt. Manche Menschen mögen auf Kritik sehr empfindlich reagieren und sich dadurch schon beleidigt oder gekränkt fühlen. So ist es zum Beispiel rechtens, dass Lehrer auf der Website „Spickmich“ öffentlich bewertet werden. Das Internet eröffnet jedoch noch viel mehr Möglichkeiten und schafft vor allem Anonymität. Beim Cyber-Mobbing kennen sich Täter und Opfer oft nicht oder es ist zumindest nicht bekannt, wer sich hinter den Tyranneien verbirgt.

Die Mobbing-Attacken reichen von beleidigenden Einträgen in Blogs, Foren und Chats bis zu Videos, die auf der beliebten Internetplattform „YouTube“ ins Netz gestellt werden. Dabei werden die Betroffenen gedemütigt und bloßgestellt. So wurde beispielsweise das Gesicht einer jungen Lehrerin mit einer nackten, sich räkelnden Frau in einer Fotomontage zusammengefügt. Dabei kann es außerdem passieren, dass persönliche Daten und Informationen unerlaubt verbreitet werden.

Die Folgen der virtuellen Gewalt können gravierend sein. Viele Opfer haben mit Rufschädigung zu kämpfen, was finanzielle und private Auswirkungen haben kann. Die junge Lehrerin zum Beispiel musste sich in psychiatrische Behandlung geben und auch Fälle von Selbstmord sind schon vorgekommen. So wurde am 26. November 2008 in Kalifornien eine 49-jährige Frau als teilweise schuldig am Tod eines Mädchens verurteilt. Sie hatte sich als 16-jähriger Junge „Josh“ ausgegeben und zunächst mit der 13-jährigen auf der Internetplattform „MySpace“ geflirtet. Doch später beleidigte und erniedrigte „Josh“ den Teenager so massiv, dass das Mädchen in Depressionen verfiel, bis es sich schließlich das Leben nahm. Die Internetbeiträge verschwinden häufig erst nach einer entsprechenden Klage und selbst das ist nicht garantiert, wenn es sich wie bei „YouTube“ um eine ausländische Website handelt.

Ist der Täter bekannt, so kann er eine Abmahnung erhalten und dazu aufgefordert werden, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben. Der nächste Schritt wäre eine zivilrechtliche Klage auf Schadensersatz, denn strafrechtliche Verfahren werden meistens schnell eingestellt. Die Forderungen auf Schadensersatz können sich zwischen 2.500 und 15.000 Euro belaufen.

Da es jeden treffen kann, ist es wichtig, sich schon im Voraus zu schützen. Im Internet sollten Sie so wenig persönliche Daten wie möglich preisgeben. Benutzen Sie zum Beispiel neutrale Nicknamen. Weiterhin ist es hilfreich, wenn Sie sich selber in regelmäßigen Abständen im Internet suchen. Sollten Sie unerwünschte Beiträge finden, können Sie zunächst den Betreiber der Seite auffordern, den Eintrag zu entfernen, bevor Sie rechtliche Schritte einleiten.

Nicht bei jeder Beleidigung oder Kritik muss es sich um Mobbing handeln. Da die Einbeziehung eines Anwaltes oft mit erheblichen Kosten verbunden ist, müssen Sie die nächsten Schritte sehr genau abwägen. Die Erstberatung bei einem Rechtsanwalt kann bis zu 190 Euro kosten, zuzüglich der Mehrwertsteuer. Außerdem ist eine Rechtsschutzversicherung keine Garantie dafür, dass alle Gebühren übernommen werden. Werden jedoch massiv Persönlichkeitsrechte verletzt, so sollten Sie die rechtlichen Möglichkeiten unbedingt in Betracht ziehen.

Bei Life-Go können Sie sich informieren, wie Sie sich vor Datenräubern schützen und wie sicher Ihre Privatsphäre wirklich ist.



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