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Regelmäßig 40 Stunden in der Woche in ein und demselben Beruf gutes Geld zu verdienen, wird langsam, aber sicher immer seltener. Der Arbeitsmarkt muss sich Trends wie der Teilzeitarbeit unterwerfen. Besonders Frauen sind von den unsicheren Arbeitsverhältnissen betroffen. Damit aber nicht genug, denn auch Zeitarbeit erfreut sich starkem Wachstum.
Bei einer Anstellung als Zeitarbeiter besteht ein besonderes Dreiecksverhältnis. Der Arbeitnehmer ist zwar einzig bei der Zeitarbeitsagentur angestellt, er wird aber von seinem Betrieb ständig an dritte Unternehmen verliehen. Der Lohn des Dienstnehmers ist jedoch nicht identisch mit der Summe, die das Drittunternehmen bezahlt hat. Die Differenz nimmt die Vermittlungsagentur in Anspruch.
Damit die Zeitarbeiter einen angemessen Stundenlohn erhalten, müssten die Drittunternehmen aber wesentlich mehr als zum Beispiel für ihre eigenen Angestellten bezahlen. Als größtes Problem bei der Zeitarbeit stellt sich daher der niedrige Stundenlohn dar. Des Öfteren wurde in Deutschland schon über die Einführung eines Mindestlohnes diskutiert, eine Einigung über ein entsprechendes Gesetz jedoch noch nicht erreicht. Bei einer, von der Wiener Zeitung zitierten statistischen Untersuchung, stellte sich heraus, dass Männer zu 85 Prozent von der neueren Arbeitsform betroffen sind. Spitzenreiter bei den Branchen sind vor allem Industriebetriebe. In der Sparte sind mehr als die Hälfte der männlichen Zeitarbeiter beschäftigt.
Der speziellen Arbeitsform ist aber auch zu Gute zu halten, dass sie die Arbeitslosigkeit senkt und vielen perspektivlosen Menschen eine neue Berufschance bietet. Es besteht nämlich die Chance, dass einige Unternehmen dem Arbeitnehmer eine Festanstellung bieten. Die Quote liegt in Deutschland mittlerweile bei 30 Prozent. Viele sehen die Zeitarbeit deshalb auch als Sprungbrett in eine bessere Zukunft und als Widereinstieg in den gewünschten Beruf.
Mit einer guten Ausbildung und dem richtigen Alter steigt die Wahrscheinlichkeit immens, in einen festen Job zu wechseln. Ab dem 45. Lebensjahr sinken die Chancen dem Zeitarbeitszyklus zu entkommen jedoch wieder. Somit muss die Leiharbeit aus zwei unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden. Für viele ist die schlechter bezahlte Arbeit nur eine Überbrückung, während andere sich jahrelang ausbeuten lassen müssen und unter ihrem Wert verkauft werden.
Die Möglichkeit der Kostenersparnis durch Zeitarbeiter sehen die Unternehmen schon lange und einige betreiben diese Methode eiskalt. Ehemals fest angestellte Mitarbeiter werden zu Leiharbeitern herabgesetzt. Das erreichte Lohndumping ist eine der Folgen, aber auch eine Zweiklassenbeschäftigung wird dadurch gebildet. Die einen befinden sich in einer sicheren Anstellung, während andere ständig um ihre berufliche Existenz zittern müssen.
Abseits der Ungerechtigkeit der neuen Arbeitsform haben sich auch neue gemeinnützige Arbeitskräfte-Überlassungsunternehmen gebildet. Das Ziel ist, schwer vermittelbaren Menschen wie Langzeitarbeitslosen, Ausländern und Behinderten soziale Beschäftigungsalternativen zu ermöglichen. Dabei steht der Gewinn im Hintergrund und alleinig die Kostendeckung wird favorisiert.
Vorteile als auch negative Aspekte sind bei der Zeitarbeit zu beachten. Im Grunde ist die individuelle Position jedes Einzelnen entscheidend. Es ist gut möglich, dass die geforderte Flexibilität des Berufes auf Gefallen trifft und auch der Einsatz in vielen unterschiedlichen Unternehmen sich für den Arbeitnehmer als Anreiz darstellt. Es sollte schließlich jeder selbst entscheiden, ob diese neue Beschäftigungsform das Optimale für einen ist, sofern er die Wahl hat.
Weitere Informationen zu Berufsformen abseits der 40-Stunden-Woche und den damit verbundenen Problemen sind bei Life-Go in den Artikeln „Missbrauch der Ein-Euro-Jobs“, „Gehaltsstudie 2008 – Geringverdiener werden immer weiter abgehängt“ und der „Trend zum Job neben dem Job“ verfügbar.
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