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Die Universitäten der Zukunft


18.12.2008 (E. Nitzsche) Kategorie: Panorama

Bild: www.pixelio.de

Um sich von der Masse zu unterscheiden, müssen deutsche Universitäten ihre Dienstleistungen erweitern. Der Wettstreit formt unterschiedliche Angebote. Wichtigster Aspekt ist die Flexibilität, so dass auch Pendler, Jobber oder Studenten mit Kind hohen Nutzen vom neuen Service haben. Life-Go stellt einige Neuerungen an den deutschen Universitäten vor.

Der „Dauer-Service“ der Bibliotheken

Universitätsbibliotheken, die 24 Stunden geöffnet haben, sind eine Besonderheit. So sind die Universitäten in Karlsruhe, Dortmund, Tübingen und Konstanz die einzigen in Deutschland, die nur sonntags die Türen der Bibliotheken geschlossen halten und ansonsten einen 24-Stunden-Service anbieten. Gerade in der Prüfungszeit stößt das auf Begeisterung. So ist es keine Seltenheit, wenn noch um drei Uhr morgens zwanzig Studenten beim Lernen anzutreffen sind. Eine gute Ausbeute, wenn bedacht wird, wie viele Hochschüler um diese Uhrzeit generell noch lernen.

In Dortmund gibt es das Angebot seit November 2007. Es hilft den Studenten sich besser auf Prüfungen vorzubereiten, da der Ablenkungsfaktor zuhause meist zu hoch ist. Das kann in Bibliotheken, in die nur Lernsachen mitgenommen werden dürfen, nicht passieren. Ebenfalls konzentrationsfördernd ist die Stille, die in solchen Einrichtungen herrscht. Finanziert wird der 24-Stunden-Service durch Studiengebühren. Inklusive der Wachleute und des Fachpersonals kostet der Service etwa 100.000 Euro im Jahr.

Der virtuelle Schreibtisch namens „Ilias“

Weiter verbreitet als der „Rund-um-die-Uhr-Service“ der Universitätsbibliotheken ist das sogenannte „Ilias“-Programm. Dabei handelt es sich um eine Lernplattform. Auf den virtuellen Schreibtisch können Studenten sich digitale Lernmaterialien legen und verwalten. Zu finden ist der Service bei den Universitäten Mainz, Köln und Hamburg, um nur einige zu nennen. „Ilias“ ist universitätsintern und es kann auf alle Lehrangebote der jeweiligen Universität per Passwort zugegriffen werden.

Seit 1997 existiert die Plattform und ist seitdem oft überarbeitet worden. Entwickelt wurde sie aus Kostengründen. Durch die Nutzung von „Ilias“ können trotz geringer Ausgaben viele Studenten erreicht werden. Neben Terminplaner, Diskussionsforen, Vorlesungszusammenfassungen und Übungsblättern bietet „Ilias“ auch fachbezogene Tests. Die können online absolviert werden, so dass Studenten eine direkte Auswertung erhalten. Zusätzlich wird eine Lernfortschrittsanzeige angeboten.

Das Lernen mit digitalen Medien

Im schnelllebigen Zeitalter des Internets erweitern die Universitäten auch ihren multimedialen Bereich immer weiter. So sind neben „Ilias“ auch „E-Learning“ und Onlinevideos ein neuer Trend. „E-Learning“ bedeutet „elektronisch unterstütztes Lernen“ und bezieht sich auf jegliche Art von Lernen, bei dem digitale Medien zur Unterstützung hinzugezogen werden. So können zum Beispiel ganze Vorlesungen heruntergeladen werden und sind damit immer abrufbar.

Bei Onlinevideos hingegen kann auf das Herunterladen verzichtet werden. Die Universitäten Duisburg-Essen, Ruhr-Universität Bochum, Kassel und Frankfurt am Main sind einige der Wenigen, die den Service in Deutschland anbieten. Hier werden Vorlesungen dokumentiert und im Internet angeboten. Den Service gibt es jedoch nicht für alle Fachbereiche. In Zukunft sollen neben den Video-Übertragungen die Vorlesungen auch als Podcast (Audio-Kommentare) zum Herunterladen zur Verfügung stehen.

Ob Online-Vorlesungen oder Nachtschichten in der Universitätsbibliothek, bei der großen Auswahl sollte sich für jeden „Lerntyp“ etwas Passendes finden lassen. Allen gemeinsam ist die dadurch entstehende Flexibilität. Wie sich die Angebote auf die Ausbildung der Studenten und die Zukunft der Professoren auswirken, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Wünschenswert für die Studierenden wäre, dass weitere Universitäten ihr Angebot ausbauen.



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