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Ohne Spannung wäre der Sport nicht das, was er ist. Speziell in der Formel 1 hat dieser Nervenkitzel besondere Bedeutung. Tausende Fans jubeln, wenn ein Überholmanöver über Sieg oder Niederlage entscheidet. Der Weltmeisterschaftskampf des Jahres 2008 konnte kaum spannender sein. Um den Fans auch 2009 eine Menge Spektakuläres zu bieten, sind umfassende Regeländerungen geplant, welche die Formel 1 von Grund auf erneuern sollen.
Die innovativste Idee betrifft die Rennwertung. In Zukunft sollen nicht mehr Punkte über den Weltmeistertitel entscheiden, sondern Medaillen die besten drei Sieger küren. Am Ende darf sich der Fahrer als Weltmeister bezeichnen, der die meisten Goldmedaillen gewonnen hat. Wichtigster Befürworter dieser Idee ist Bernie Ecclestone, Geschäftsführer der Holdinggesellschaft SLEC (Slavia Ecclestone Corporation), welche die gesamten Rechte an der Formel 1 besitzt. Ihm stehen aber auch viele Kritiker entgegen. Sie argumentieren, dass somit die Dominanz der stärksten Teams noch größer werde und die kleineren Rennställe fast keine Chance mehr hätten.
Abgesehen von den Diskussionen um die Rennwertung stehen andere Probleme im Vordergrund, denn die Finanzkrise macht auch vor der Formel 1 keinen Halt. Zu den Einsparungsmaßnahmen zählt vor allem die Streichung eines 18. Rennens. Die Strecken in Frankreich (Magny-Cours) und Kanada wurden aus dem Rennkalender gestrichen. Der Saisonauftakt findet nach wie vor beim Grand-Prix von Australien statt, hingegen wird das Finale auf der neuen Strecke in Abu Dhabi gefahren. Sparmaßnahmen von bis zu fünfzig Prozent sind laut dem FIA-Präsident Max Mosley das angestrebte Ziel. Im Gespräch war seitens der FIA (Fédération Internationale de l'Automobile) auch die Einführung eines Einheitsmotors, wodurch die Kosten gesenkt werden sollten. Teams wie Ferrari und Toyota stellten sich allerdings quer und drohten mit einem Ausstieg aus der Formel 1. Der Vorschlag wurde deswegen abgelehnt.
Bei der Technik gibt es ebenfalls einige Veränderungen. Viele Maßnahmen sollen die Bodenhaftung verbessern und leichteres Überholen ermöglichen. Ab der neuen Saison dürfen die Autos wieder mit Slicks, profillosen Trockenreifen, fahren. Die Abmessungen des Frontflügels und des Hecks wurden ebenfalls modifiziert, sodass auch auf engeren Kursen ein Positionswechsel einfacher wird. Die Anzahl der Motoren pro Team und Saison wurde auf acht gekürzt und ein Motor wird nunmehr in drei und nicht wie bisher in zwei Rennen eingesetzt.
In den letzten Jahren ist auch der Druck vieler Umweltorganisationen auf die Formel 1 gestiegen. Erstmals soll auch die Rennszene Einsparungen zu Gunsten der Umwelt vornehmen. Zur Diskussion steht die Verkürzung der Testkilometer von 30.000 auf 20.000. Das schon seit längerem entwickelte Energierückgewinnungs-System KERS (Kinetic Energy Recovery System) soll zur Anwendung kommen. Dabei wird bei jedem Bremsvorgang Energie von einem Akku gespeichert, die in einer nächsten Rennrunde eingesetzt werden kann. Mithilfe solcher Hybridsysteme soll der Treibstoffverbrauch bis 2011 um zwanzig Prozent gesenkt werden.
Massive Veränderungen sind zwar geplant, doch trotzdem wird die Formel 1 ihr Aussehen nicht sehr verändern. Schnelle Fahrzeuge, schöne Frauen und eine Menge reicher Geldgeber dominieren weiterhin die Rennszene und sorgen für spektakuläre Rennen auf dem ganzen Globus.
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