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Wer kennt das nicht? Spätestens wenn der nächste Brief vom Vermieter im Briefkasten liegt, kommen bei den meisten Menschen Gefühle wie Angst oder Wut hoch. Mietverhältnisse sind oft spannungsgeladener und komplizierter als jede Beziehung. Immer wieder enden Streitigkeiten in Beschimpfungen und sogar in Handgreiflichkeiten. Der Deutsche Mieterbund, der für die Schlichtung derartiger Konflikte zuständig ist, hat auch 2008 wieder ein Ranking mit den häufigsten Beratungsthemen aufgestellt.
Auf dem ersten Platz findet sich genau wie in den letzten Jahren das Thema Betriebskosten. Jede dritte Anfrage an den Mieterbund bezog sich im letzten Jahr auf Heizkosten und Co. Besonders die stark gestiegenen Energiekosten haben dazu beigetragen, dass hierzu immer mehr Anfragen gestellt werden. In der Umgangssprache werden Nebenkosten vielfach auch schon als „zweite Miete“ bezeichnet. Ein weiterer Grund ist die hohe Fehlerquote bei den Abrechnungen. Fast jede zweite Betriebskostenaufstellung war im letzten Jahr fehlerhaft. Das bietet reichlich Konfliktpotential.
An zweiter Stelle im Ranking stehen Probleme mit Wohnungsmängeln, wie zum Beispiel Schimmel, fehlerhafte Trittschalldämmung oder marode Leitungen. Etwa jede fünfte Anfrage beim Mieterbund bezieht sich darauf. Viele Mieter sind sich unsicher, welche Mängel sie auf eigene Kosten beheben lassen müssen und für welche der Vermieter aufkommen muss. Da die Rechtslage hier sehr undurchsichtig ist, gibt es großes Beratungspotential. Allein im letzten Jahr ist die Nachfrage daher um mehr als 20 Prozent angestiegen.
Platz drei sicherten sich Anfragen zu allgemeinen Vertragsproblemen. Etwa jede zehnte Beratung bezog sich auf dieses Thema. Die Vielzahl der gerichtlichen Entscheidungen, die es in letzter Zeit zu unverhältnismäßiger Vertragsgestaltung gab, verunsichern viele Mieter. Oft ist unklar, welche Klausel belanglos und welche weiterhin bindend ist. Daher musste der Mieterbund in vielen Fällen über die Wirksamkeit einzelner Absätze in den Mietverträgen aufklären.
Auf den Plätzen vier und fünf befinden sich Themen in Bezug auf Konflikte um Schönheitsreparaturen und Kündigungsfragen. Hier entstehen Jahr für Jahr die gleichen Kontroversen. Sollte angestrebt werden, das Mietverhältnis fortzusetzen, ist jedoch davon abzuraten, gerichtlich gegen den Vermieter vorzugehen. Ein Gespräch kann oftmals schon zu einer akzeptablen Lösung führen.
Nach Angaben des deutschen Mieterbundes wurden allein im Jahr 2008 circa 6,6 Millionen Anfragen bearbeitet. Die Zahl ist enorm, wenn betrachtet wird, dass von den 82 Millionen Einwohnern Deutschlands etwa 50 Millionen in Mietverhältnissen leben. Positiv ist, dass von den gesamten Anfragen nur etwa 3 Prozent schlussendlich vor Gericht geregelt werden müssen. Der Mieterbund hat damit eine große Bedeutung im Rahmen der Schlichtung zwischen Mieter und Vermieter.
Wenn Sie selbst Probleme mit Ihrem Mietverhältnis haben, können Sie sich auf www.mieterbund.de informieren. Weitere hilfreiche Informationen und Hinweise zum Thema Mieterrecht finden Sie im Ratgeber „Was ich als Mieter wissen muss“ von Dilip D. Maitra. Zum Thema Betriebskosten möchte Life-Go Ihnen speziell das Buch „Mietnebenkosten“ vom Haufe-Verlag empfehlen. Für knapp sieben Eure finden Sie dort auf 128 Seiten im Taschenbuchformat Antworten auf die wesentlichen Punkte.
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