|
Wer kennt dieses Phänomen nicht? Brotbackmaschine, Eierkocher, elektrischer Apfelschneider – unnötige Haushaltsgeräte belagern die Küchenschränke. Waren sie einst ein Herzenswunsch und werden die ersten Tage noch fleißig genutzt, so entpuppen sie sich bald als alltagsuntauglich und werden in den Keller, auf den Dachboden oder in die Flohmarktkiste verfrachtet.
Doch warum ist gerade das Schicksal der scheinbar innovativen Küchenhilfen vorherbestimmt? Als Kaufanreiz wird oftmals die Entlastung bei der tagtäglichen Küchenarbeit gesehen. Eine weitere Motivation ist der Vorsatz, sich gesünder zu ernähren. Wird wirklich häufiger Rohkost gegessen, nur weil ein elektrisches Schneidegerät zur Verfügung steht? Ersetzt das selbstgemachte Brot aus dem Brotbackautomaten tatsächlich den Kauf im Supermarkt? Die Antwort lautet „Nein“. Ist der Reiz des Neuen erstmal verflogen, so wird bald entdeckt, dass die originellen Küchenhelfer aufwendig zu reinigen sind. So aufwendig, dass es einfacher erscheint, den Apfel mit dem herkömmlichen Schneidemesser mundgerecht zu teilen, als mit dem neuerworbenen Küchengerät.
Der Brotbackautomat wird ebenso oft zur unnötigen Haushaltsmaschine degradiert: Schafft der Duft vom frischen Brot anfangs noch einen gewissen Zauber, so wird bald darauf erkannt, dass der hauseigene Laib nicht mit dem gekauften Brot standhalten kann. Ein Loch in der Mitte der Scheibe sowie ein eigentümlicher Geschmack der fertigen Backmischungen lassen den Konsumenten schnell am Automaten zweifeln.
Die Liste der überflüssigen Küchenhelfer ist lang. Werden Kosten, Nutzen und Reinigungsaufwand gegeneinander abgewogen, so lassen sich auch die Schneidemaschine, der Eierkocher, der Schokoladenbrunnen, der Hot-Dog-Maker, der Entsafter, die Eismaschine oder die Friteuse als unnötige Küchengeräte entlarven. Die Liste der zweifelhaften Geräte könnte jedenfalls ständig erweitert werden weil sich die Industrie immer wieder Neues einfallen lässt, was den Konsumenten auf den ersten Blick tatsächlich nützlich erscheint.
Falls eines dieser Geräte im Jahr 2008 unter Ihrem Weihnachtsbaum lag und alles andere als Freude hervorrief, so sind Sie nicht allein. Laut der e-Circle Konsumstudie „Weihnachtstrends – Was schenken die Deutschen?“ werden Küchengeräte zwar oftmals zum Fest verschenkt, die Mehrheit der Befragten aber gab an, dass sie sich nicht über Haushaltsmaschinen freuten und die mehr oder weniger wohlgemeinten Küchenhelfer die unbeliebtesten Weihnachtsgeschenke seien.
Glücklicherweise gibt es Internet-Auktionshäuser, bei denen die verschmähten Präsente zu Geld gemacht werden können oder aber sie werden bis zum nächsten Jahr aufbewahrt und zum allseits beliebten Schrottwichteln an den Lieblingsfeind weitergereicht.
|