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Transporter 3: Action-Feuerwerk mit müder Handlung


09.01.2009 (T. Kaiser) Kategorie: Kultur

Bild: www.life-go.de

„War“, „Bank Job“, „Death Race“: Keine Frage, Jason Statham war im Jahr 2008 schwer beschäftigt. Auch zu Beginn des Kinojahres 2009 gönnt sich der Hollywood-Schauspieler keine Pause, sondern knüpft mit dem Action-Kracher „Transporter 3“ nahtlos an seinen Film-Marathon an. Unter der Regie des hierzulande eher unbekannten französischen Filmemachers Olivier Megaton („Exit – Die Apokalypse in Dir“) schlüpft der Brite ein drittes Mal in die Rolle des wortkargen Kurierfahrers Frank Martin. Vieler Worte bedarf es allerdings auch nicht. Gemäß der „Transporter“-Reihe stehen spitzfindige Dialoge und eine durchdachte Handlung erneut im Hintergrund – zu Gunsten kompromissloser Action.

Eigentlich hatte sich Frank Martin nach seinem letzten Einsatz dafür entschieden, seinen Job als Fahrer für brisantes Transportgut gegen ein zurückgezogenes Leben an der französischen Riviera einzutauschen. Ex-Soldat Jonas Johnson (Robert Knepper, bekannt aus der Spiele-Adaption „Hitman“) macht ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung, indem er ihn zwingt, die entführte Valentina Vasilev (Filmneuling Natalya Rudakova) durch halb Europa zu kutschieren. Ziel der Aktion ist es, ihren Vater Leonid Vasilev (Jeroen Krabbe, „Oceans Twelve“) zu erpressen. Der ukrainische Umweltminister soll seine Unterschrift unter einen Giftmüll-Vertrag setzen, der für die Entsorgungsgesellschaft „EcoCorp“ zwar Gewinne in Millionenhöhe, für die Umwelt jedoch großen Schaden bedeuten würde.

Frank Martins gezwungener Auftrag ist es, die hübsche Politikertochter von Marseille (Frankreich) nach Odessa (Ukraine) zu bringen, ohne den Schergen ihres Vaters in die Hände zu fallen. Um den Profi-Fahrer unter Kontrolle zu behalten, verpasst ihm der Bösewicht Jonas Johnson ein hochexplosives elektronisches Armband, das ihm verbietet, sich mehr als 20 Meter von seinem Wagen zu entfernen. Es beginnt ein actionreiches Katz- und Mausspiel, das Frank Martin vor völlig neue Herausforderungen stellt, die nicht nur seinen Auftrag betreffen.

Die Handlung an sich reißt erwartungsgemäß niemanden aus den Kinositzen. Schon die beiden Vorgängerfilme aus den Jahren 2002 und 2005 boten inhaltlich wenig Neues. Das Drehbuch des Autorenduos Luc Besson („Das fünfte Element“) und Robert Mark Kamen („The Punisher“) weist an einigen Stellen sogar Logik-Löcher auf. Allerdings hätte eine ausufernde Geschichte in Oliver Megatons Action-Feuerwerk auch gar keinen Platz gefunden. Furiose Verfolgungsjagden und packende Nahkampfsequenzen lassen dem Zuschauer keine ruhige Minute. Insbesondere der Einsatz der Explosionsarmbänder ist spannend in Szene gesetzt und sorgt für einen konstant hohen Adrenalinpegel.

Jason Statham erweist sich abermals als Idealbesetzung für die Rolle des knallharten Kurierfahrers. Gewohnt schlagfertig tritt der gebürtige Londoner seinen Kontrahenten gegenüber. Neuerdings darf Hollywoods Mann fürs Grobe sogar etwas Emotion zwischen den Kampfeinlagen aufblitzen lassen. Seine spitzbübischen Turteleien mit dem russischen Nachwuchstalent Natalya Rudakova sorgen für eine gelungene Abwechslung im auf Dauer recht eintönigen Action-Allerlei. Robert Kneppers sehr konventionelle Darbietung des Widersachers bietet dagegen keinen ernstzunehmenden Kontrapunkt im Kampf „Gut gegen Böse“.

Die Fans der Reihe werden sich an derartigen Mängeln nicht stören: „Transporter 3“ liefert grundsolide Action-Kost auf hohem Niveau. Olivier Megatons Sequel verzichtet bewusst auf Experimente, um sich auf die Stärken des Films zu konzentrieren. Zersplittertes Glas und berstendes Metall gehören ebenso zum Alltag des Protagonisten wie fulminante Explosionen und zahlreiche Knochenbrüche. Freunde des gepflegten Action-Kinos kommen hier voll auf ihre Kosten. Kinogänger, die Wert auf eine ausgewogene Handlung legen, sollten den Film jedoch eher meiden.

Die Fachpresse zieht ein ähnliches Fazit. Laut dem Onlinemagazin „Treffpunkt Kino“ sorgt Jason Stathams „Höllenritt“ quer durch den Kontinent für Laune bei den Genre-Liebhabern. Das Internetportal „Blickpunkt: Film“ sieht im unveränderten Grundprinzip von „cooler Mimik und rasanter Schnittfolge“ wenig Sorge, dass Fans der Reihe enttäuscht werden könnten. Das Onlinemagazin „Cineastentreff“ dagegen bemängelt den Thriller als „müde und ideenarm“.

Der französisch-amerikanische Action-Thriller „Transporter 3“ läuft seit dem 8. Januar 2009 flächendeckend in den Kinos der Bundesrepublik und hat eine Laufzeit von 104 Minuten. Trotz der Vielzahl von Gewaltszenen ist der Film ab 12 Jahren freigegeben. Weitere Informationen zum Film sowie den deutschen Trailer finden Sie unter www.transporter3-derfilm.de.



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