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Wie beginnt die neue Ära? - Die Amtseinführung des 44. Präsidenten der USA


12.01.2009 (B. Schwinghammer) Kategorie: Welt

Bild: www.pixelio.de

Alle vier Jahre im Januar ist der Regierungsbezirk Washingtons überfüllt. Nicht mit Geschäftsleuten, Politikern oder Müll, sondern vielmehr mit Schaulustigen und euphorisierten Menschen. Am 20. Januar 2009 wird Barack Obama offiziell als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt und alle wollen dabei sein. Washingtons Bürgermeister Adrian Fenty rechnet mit drei Millionen Besuchern in der Hauptstadt und ist damit noch einer der zurückhaltenden Schätzer.

Die Zeremonie selbst folgt traditionell einem festgelegten Zeitplan, in dessen Mitte die Übergabe des Präsidentenamtes von George W. Bush zu Barack Obama stehen wird. Um acht Uhr morgens öffnen sich die Tore für die Besucher, die schon ab vier Uhr morgens mit der U-Bahn zu dem Festgelände zwischen Capitol und weißem Haus kommen werden. Um zwölf Uhr mittags, direkt nach der Vereidigung von Vize-Präsident Joe Biden, wird die Übergabe des Präsidentenamtes mit dem Amtseid Barack Obamas vollzogen. Anschließend wird der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika seine mit Spannung erwartete Antrittsrede halten. Um 13 Uhr wird der Präsident mit geladenen Gästen zu Mittag essen, bevor er gegen 14 Uhr an der Parade auf der Pennsylvania Avenue in Richtung Weißes Haus teilnehmen wird.

Barack Obamas unbändiges Talent, Menschen zu mobilisieren, endete nicht mit seiner Wahl im November 2008. Neben den Millionen angekündigten vor Ort werden hunderte Millionen die Zeremonie im Fernsehen mit verfolgen. An den Bildschirmen wird es vermutlich auch gemütlicher werden als vor Ort. Denn noch rätseln Experten, wie Washington den Strom von Besuchern bewältigen will. Die örtlichen Verkehrsmittel werden die Menschenmassen jedenfalls nicht ohne gewaltige Staus befördern können. Für die Sicherheit der Schaulustigen steht ein riesiges Polizeiaufgebot bereit, darunter allein 4.000 Verkehrshüter, die für eine geordnete Ankunft der zahlreich erwarteten Busse und Autos sorgen sollen.

Die Januarkälte Nordamerikas treibt den Veranstaltern zusätzliche Sorgenfalten ins Gesicht: Wie werden sich die mutmaßlichen Minusgrade auf die stundenlang Schlange stehende Gefolgschaft Barack Obamas auswirken? Für ein zwischenzeitliches Aufwärmen wurde an die Kirchen appelliert, für den großen Tag die Türen zu öffnen. Das dürfte vor allem den älteren Besuchern des „Inauguration Day“, des Tags der Amtseinführung, zugutekommen. Für diverse Notfälle stehen während der circa acht Stunden bis zum Ende der Feier zusätzliche 1.200 Sanitäter zur Verfügung.

Die Euphorie, die am 20. Januar 2009 an der Pennsylvania Avenue herrschen wird, könnte aber sicherlich bei vielen schon im Vorfeld getrübt werden. Den regen Besucherzulauf lassen sich die Washingtoner nämlich nicht entgehen. Die damit verbundene Bettenknappheit wird schließlich gut bezahlt. Es kursieren beispielsweise Gerüchte von Studentenzimmern, die für 2.000 Euro pro Nacht vermietet werden. Geld, für das die Gäste an anderen Tagen drei Nächte in einer Suite des Ritz-Carlton-Hotels wohnen könnten.

Wie auch seine Vorgänger wird Barack Obama besonders an seiner Antrittsrede gemessen werden. Der Erfolg dieses Höhepunktes der Zeremonie ist nicht nur aus Prestigegründen wichtig. Der circa eine Viertelstunde dauernde Vortrag gilt auch als Wegweiser für die bevorstehende Legislaturperiode, die für Barack Obama noch schwer genug werden wird: Neben der allgegenwärtigen Finanzkrise, die es mit einem neuen Konjunkturpaket zu bekämpfen gilt, hat sich der designierte US-Präsident das Ziel gesetzt, das Gefangenenlager Guantanamo zu schließen. Außer der Weltwirtschaft soll auch das Weltklima gerettet werden. Reformen im Bildungs- und Gesundheitsbereich sowie Investitionen in die Infrastruktur sind ebenso geplant wie die Umstrukturierung der Steuern. Es wird ein steiniger Weg, den Barack Obama vor sich hat.

Eines der ersten Ziele ist die Schaffung von drei Millionen Arbeitsplätzen in kurzer Zeit. Einen Eindruck von den Ausmaßen dieser Zahl kann der designierte Präsident dann am 20. Januar 2009 gewinnen.



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