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Wer kennt das nicht: Sie fühlen sich bei Ihrem Arzt nicht richtig aufgehoben und denken aber, dass er schon wissen wird, was er tut. Doch nicht immer ist das der Fall. Auch Mediziner können sich irren. Leider tritt das nicht selten auf.
Oft werden Behandlungsfehler gar nicht oder zu spät erkannt. Zusätzlich erweist es sich als schwierig die Ursachen zu differenzieren. War es wirklich ein Fehler des Arztes oder sind es Nachwirkungen der Krankheit? Um die Situation zu klären, sollte der Betroffene zuerst mit seinem Arzt sprechen. Falls hier zu keiner Lösung gekommen wird, ist es wichtig sich alle Daten, wie Ablauf der Behandlung oder Zeugenaussagen, zu notieren. Meist ist einem auch die eigene Krankenkasse dabei behilflich.
Wenn alle Informationen gesammelt würden, können Sie den Fall bei einer kostenlosen Schlichtungsstelle einreichen. Zusätzlich kann der Betroffene sich auch an die Ärztekammer oder die Träger des Krankenhauses wenden. Doch letztere Einrichtungen wollen meistens die Ehre der Ärzte wahren. Die Rechtsentscheidungen dieser Institutionen sind aber nicht bindend. Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens kann eine Schadensersatzklage beim Gericht eingereicht werden. Jedes Bundesland hat hierfür seine eigenen Gesetze.
Die häufigsten Behandlungsfehler sind übersehene Blinddarmentzündungen, nicht richtig diagnostizierter Krebs und falsch eingesetzte künstliche Hüften. Im Jahr 2007 gab es offiziell 40.000 von Patienten angezeigte Fälle, doch nur jedem sechsten Kläger wird Recht zugesprochen. Ganz abgesehen von den Symptomen, bei denen es zu schwer ist die Ursache zu erkennen. Sie werden bei Beschwerden gar nicht erst begutachtet. Doch das soll kein Grund zur Unruhe sein, so Andreas Crusius, Vorsitzender der Gutachterkommission und Schlichtungsstelle der Ärzte. Schließlich liegt die erfasste Fehlerquote bei 0,06 Prozent. Sie sollten ihrem Arzt also nicht mit grundsätzlichem Misstrauen gegenübertreten.
Mit geschätzten 0,1 Prozent der Krankenhauspatienten, die an Nebenwirkungen sterben, schneidet Deutschland im Internationalen Vergleich gut ab, doch muss hier genauer hingesehen werden. Ausgerechnet bedeutet der Prozentwert, dass es bei 17 Millionen im Krankenhaus behandelten Menschen im Jahr 17.000 Todesfälle gibt. In den USA soll es aufgrund von Behandlungsfehlern geschätzte 98.000 Todesfälle im Jahr geben. Bezogen auf die Einwohnerzahl halten sich die beiden Beispiele also die Waage.
Als Hauptursache nennt Professor Martin Hansis, der an der Bonner Universität Klinisches Qualitätsmanagement lehrt, Organisationsmängel und Koordinationsdefizite. So tritt oft eine ungenaue Absprache der Ärzte untereinander oder gegenüber dem Personal auf. Hinzu kommen Fehler in den Krankenakten vor. Hans Jürgen Ahrens, Vorstandschef der AOK meint, dass durch besseres Fehlermanagement nicht nur die Patienten profitieren würden. Auch die Medizinische Einrichtung könnte dadurch immense Geldsummen sparen um sie in anderen Bereichen sinnvoll einzusetzen.
Verbraucherschützer fordern eine offizielle Bekanntmachung, wie viele Komplikationen und Infektionen es bei den einzelnen Kliniken sowie Praxen gibt. Die Veröffentlichung soll regelmäßig erneuert werden. Dadurch werden die medizinischen Einrichtungen transparenter. So kann jeder Patient selbst entscheiden, ob er sich dem jeweiligen Arzt oder der Klinik anvertrauen will.
Falls Sie ein Problem mit Ihrer Behandlung haben, können Sie sich bei folgender gebührenfreier Telefonnummer melden: 0800-0732483. Unter dem Anschluss erreichen Sie das Medizinrecht-Beratungsnetz, welches Montag bis Freitag von neun bis siebzehn Uhr ein offenes Ohr für Ihre Probleme hat.
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