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In der kalten Jahreszeit lässt die Grippewelle nicht lange auf sich warten. Die Arztpraxen sind gut gefüllt und die Krankenkassen verzeichnen jede Menge neue Patienten. Die Betroffenen empfinden die Beschwerden als ein schweres Unglück im Arbeitsalltag. Dabei wird jedoch ganz vergessen, dass es weltweit viel schlimmere Erkrankungen gibt, welche große Teile der Weltbevölkerung betreffen. Der Welt-Lepra-Tag am 25. Januar soll alljährlich auf schwere Schicksalsschläge der Betroffenen aufmerksam machen.
Die offizielle Zahl der Lepra-Erkrankten liegt bei 259.017 Menschen, aber der Großteil der Infizierten lässt sich nicht registrieren. Somit sind laut Schätzungen der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) bis zu vier Millionen von der Krankheit betroffen. Vor allem in Indien, Brasilien, der Demokratischen Republik Kongo, Mozambique und Nepal ist die auch als Miselsucht bekannte Erkrankung ein großes Gesundheitsproblem. Angst und Ungewissheit sorgen oft dafür, dass ärmere Menschen sich nicht untersuchen lassen und keine medizinische Hilfe wollen.
Die Folgen, die eine Nichtbehandlung der Krankheit mit sich bringen, sind gravierend. Klauenhände, Klumpfüße, Geschwüre oder Erblindung sind die physischen Erscheinungen. Doch viel schlimmer wiegen die psychischen Probleme, da die Erkrankten oft von der Gesellschaft ausgestoßen werden. Nicht selten spielt dabei religiöse Motivation eine Rolle, da Lepra als eine Strafe Gottes gesehen wird. Kennzeichnend dafür waren Quarantänehäuser, welche sich im Mittelalter außerhalb der Städte befanden und den Kontakt der Kranken mit anderen Menschen verhindern sollten. Heute existieren die Einrichtungen nicht mehr, aber Infizierte werden weiterhin wie Aussätzige behandelt.
Dass sich Lepra über viele Jahrhunderte hinweg dennoch verbreiten konnte, lag daran, dass der Erreger sehr widerstandsfähig ist und lange im Körper überleben kann. Dadurch ist eine hohe Ansteckungsgefahr gegeben, obwohl die Infektionskrankheit noch gar nicht ausgebrochen ist. Lepra tritt vor allem in Zusammenhang mit mangelnder Hygiene und beengten Wohnverhältnissen auf. In Europa und auf der Nordhalbkugel ist Lepra deshalb oft kein Thema mehr.
Um auch in europäischen Ländern und speziell in Deutschland das Bewusstsein der Bevölkerung zu prägen, veranstaltet die DAHW jedes Jahr zum Welt-Lepra-Tag verschiedene Programme. Am 14. März 2009 findet in Würzburg ein Gedächtnislauf statt. Die Teilnahmegebühr und die organisierten Sponsorengelder werden für die Leprabekämpfung eingesetzt. Die bundesweite Schulaktion „Gemeinsam für Afrika“ lädt ebenfalls zur Beschäftigung mit der Krankheit ein. Schüler und Lehrer sollen sich intensiv mit den in Afrika herrschenden Lebensbedingungen und den verheerenden Gesundheitsproblemen auseinandersetzen.
Generell sind alle Menschen, denen es finanziell möglich ist, aufgerufen zu spenden. Mit Hilfe geringer Beträge kann die Lebensbedingung eines ganzen Dorfes verbessert werden. Nicht nur im Kampf gegen Lepra ist eine Spende hilfreich. Das Geld ermöglicht auch die vorherrschende Ungerechtigkeit, die oft die Vorstellung der westlichen Bevölkerung weit übertrifft, ein wenig zu begleichen. Gerade in Ländern der Dritten Welt, wo Medikamente sehr teuer und fast unerschwinglich sind, ist die Krankheit am weitesten verbreitet. Wer die Leprabekämpfung unterstützen will, kann unter www.dahw.de spenden.
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