|
Hollywoodfilme, in denen Brad Pitt einen Schönling spielt, gibt es genug. Am 29. Januar 2009 startete in Deutschland ein etwas anderer Film mit dem Star. Mit dem Drama „The Curious Cage of Benjamin Button“ („Der seltsame Fall des Benjamin Button“) verkörpert er einen Mann, der mit seinem Aussehen und seiner Andersartigkeit zu kämpfen hat. Ohne unnötige Aufmachung zeigt er unter der Regie von David Fincher seine wahren Schauspielkünste. Die dreizehn Oskar-Nominierungen des in den USA gedrehten Films sind daher mehr als gerechtfertigt. Er ist nicht nur in den Kategorien „Beste Regie“ und „Bester Hauptdarsteller“ nominiert, auch die Titelmelodie sowie das Bühnenbild werden hoch gelobt.
Benjamin Button ist seit seiner Geburt ein Außenseiter. Durch eine Krankheit, die ihn schon als Baby wie einen Greis aussehen lässt, muss er gegen die Vorurteile vieler ankämpfen. Seine Mutter stirbt bei der Geburt und auch der Vater will das entstellte Kind nicht behalten. Darum legt er es mit ein paar Dollar vor die Treppe eines Altersheims.
Eine dort angestellte Altenpflegerin, genannt Queeny, nimmt ihn zu sich und zieht ihn wie ihr eigenes Kind auf. Der kleine Benjamin fällt äußerlich zwischen all den alten Menschen nicht auf, da seine innere biologische Uhr im Gegensatz zu anderen umgekehrt läuft. Er wurde zwar alt geboren, wird aber im Verlauf seines Lebens immer jünger. Benjamin lernt eines Tages Daisy, deren Großmutter ebenfalls im Altersheim wohnt, kennen. Aus der Freundschaft entwickelt sich bald Liebe.
Die wunderschöne Daisy träumt von einer Ballettkarriere und schafft in New York den großen Durchbruch, während Benjamin, der in der Öffentlichkeit mit seinem Aussehen kämpft, seine ersten Erfahrungen mit dem wirklichen Leben und Frauen macht. Die Gegensätze könnten nicht größer sein, jedoch ist die Liebesromanze vorprogrammiert.
Mit 166 Minuten handelt es sich nicht um eine Kurzgeschichte. Langeweile kommt trotzdem nie auf, da das Drama eine dichtgedrängte Geschichte erzählt. Der Film lohnt sich zu sehen, weil er eine gekonnte Mischung aus echten Gefühlen und humorvollen Szenen darstellt. Durch die realitätsnahe Kulisse fühlt sich der Zuschauer beinahe an den Beginn des 20. Jahrhunderts versetzt. Zudem basiert der Film auf einer literarischen Erzählung, die der Schriftsteller Francis Scott Fitzgerald 1921 veröffentlichte. Freigegeben ist der Film ab zwölf Jahren.
Brad Pitt ist zwar eindeutig der Star, aber auch einige andere Darsteller bestechen durch solide Leistungen. Die Frau an Benjamins Seite spielt Cate Blanchett. Im vorigen Jahr war sie mit den Filmen „I’m Not There“ und „Elizabeth – Das Goldene Königreich“ bereits für den Oskar nominiert. Die Darstellung von Benjamins Ziehmutter ist besonders gut gelungen. Die Schauspielerin Taraji Penda Henson war bisher nur in Nebenrollen erfolgreich, könnte mit dieser Schauspielleistung aber den Durchbruch schaffen.
Auf der Internetseite des SpiegelOnline wird sogar von „der größten Kino-Romanze seit Titanic gesprochen“. „Mit dem Film von David Fincher ist der seltene Fall eingetreten, dass eine klassische literarische Vorlage im Kino einmal nicht verramscht, sondern im Gegenteil bereichert und vertieft wurde.“, lobt auch die Zeitung „Die Zeit“ den Film. Den Trailer können Sie auf wwws.warnerbros.de ansehen.
|