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Die Zahl der Manipulationen an Geldautomaten ist 2008 drastisch gestiegen. Das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden meldete 2.400 Fälle, was einer Steigerung um 77 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der durch die Betrügereien entstandene Schaden hat sich mit mehr als 40 Millionen Euro fast verdoppelt. Der rapide Anstieg der Betrugsfälle lässt sich laut BKA-Sprecher Gerhard Salmen durch die wachsende Beliebtheit in der osteuropäischen Bandenszene erklären. Die hohen Gewinnmöglichkeiten bei gleichzeitig geringem Risiko wirken verlockend, die zu erwartenden Strafen fallen mit ein bis zwei Jahren Freiheitsentzug verhältnismäßig mild aus.
Ziel der Betrüger ist es, die Daten auf dem Magnetstreifen der Geldkarte und die dazugehörige Geheimzahl zu ermitteln. Mit Hilfe unauffälliger Geräte, die an dem Kartenschlitz des Geldautomaten angebracht werden, lassen sich die Kartendaten auslesen. Mittels einer aufgesetzten Zusatztastatur oder einer Mini-Kamera kann anschließend die PIN-Nummer der Karte festgestellt werden. Die Vorgehensweisen sind dabei sehr unterschiedlich und lassen den Betrug meist nicht auf den ersten Blick erkennen.
Der Einfallsreichtum der Diebe ist groß. Selbst für den aufmerksamen Bankkunden wird es immer schwerer, die Manipulationen zu entdecken. So werden die Kameras beispielsweise als Rauchmelder getarnt oder befinden sich in einer selbst gebastelten Zierleiste am Kopf des Automaten. Teilweise arbeiten die Betrüger sogar mit kompletten Attrappen, die an der Vorderseite des Geldautomaten befestigt werden. Sobald ein Kunde seine Karte einschiebt, werden sowohl Kartendaten als auch Geheimzahl gespeichert. Mit den erlangten Informationen wird dann ein Duplikat der EC-Karte erstellt, mit der so lange auf das Konto zugegriffen werden kann, bis das Limit erreicht ist.
Aufgrund der derzeitigen Entwicklung rät die Polizei zu äußerster Vorsicht am Geldautomaten. Besonders Geräte, die außerhalb des Bankgebäudes angebracht sind, werden häufig zum Ziel von Betrugsversuchen. Manipulierte Karten-Einzugsschächte stehen meist um mehrere Zentimeter über. Bei regulären Einzügen ist das nicht der Fall. Auf derartige Auffälligkeiten sollte grundsätzlich geachtet werden. Des Weiteren ist es ratsam, das Tastenfeld mit der Hand zu verdecken, um einer möglichen Spionageaktion durch eine installierte Kamera vorzubeugen. Damit die Fingerabdrücke nicht die PIN-Nummer verraten, sollte vor und nach jeder Nutzung über die Tatstatur gewischt oder jede Taste einmal berührt werden.
Vorsicht ist schon beim Betreten der Bank geboten. Hinter den Türöffnern können sich kleine Lesegeräte verbergen, die die Kartendaten unverzüglich aufzeichnen. An der Tür wird außerdem niemals nach der Geheimzahl verlangt. Um größere Schäden verhindern zu können, sollte in regelmäßigen kurzen Abständen der Kontostand kontrolliert werden. Ungewollte Abhebungen fallen so schneller ins Auge und eine Sperrung des Kontos kann unverzüglich in die Wege geleitet werden. Deutschlandweit ist das über die Telefonhotline 116116 möglich.
Auch wenn die Banken verstärkt Vorsichtsmaßnahmen treffen, gelingt es den Tätern immer wieder, die Kunden um ihr Geld zu bringen. In der Regel werden die entstandenen Schäden von den Kreditinstituten ersetzt. Bei einer nachweislich fahrlässigen Handlung gibt es kein Geld zurück. Im Zweifelsfall ist es also ratsam, den Abhebevorgang abzubrechen und die Polizei oder das Bankpersonal zu informieren. Sonst könnte sich der nächste Bankbesuch schnell als böse Überraschung entpuppen.
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