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Gesunde Ernährung während der Schwangerschaft


04.03.2009 (J. Richter) Kategorie: Gesundheit

Bild: www.pixelio.de

Eine Schwangerschaft ist in vielerlei Hinsicht ein Ausnahmezustand. Unter anderem beeinflusst sie das Essverhalten werdender Mütter. Großmutters Weisheit, dass eine Schwangere für Zwei essen muss, ist jedoch mittlerweile widerlegt, denn der tatsächliche Kalorienbedarf ist nur geringfügig erhöht. Der Körper benötigt aber wesentlich mehr Nährstoffe. So zählt weniger die Quantität der Lebensmittel, als vielmehr ihre Qualität. Die Mahlzeiten sollten insgesamt ausgewogen und abwechslungsreich sein.

Vitaminbedarf

Häufig weiß der Körper selbst am besten, was er gerade braucht. Bei den Vitaminen ist das vor allem die Folsäure, ein Vitamin der B-Gruppe. Während der Schwangerschaft wird die Folsäure in doppelter Menge benötigt. Am elementarsten ist sie in den ersten 12 Wochen, wenn die Organe des Babys angelegt werden.

Ein Mangel kann im Extremfall zu einer Fehlentwicklung des Kindes führen – einem sogenannten „offenen Rücken“. So ist es empfehlenswert, schon vor einer geplanten Schwangerschaft auf eine hinlängliche Folsäureversorgung zu achten. Gute Lieferanten sind Eier, grünes Gemüse und Hefe.

Mengenelemente

Mineralstoffe werden in Mengen- und Spurenelemente unterteilt. Bei ersteren liegt der tägliche Bedarf im Gramm-, bei letzteren nur im Milligramm-Bereich. Hinsichtlich der Mengenelemente sind vor allem Magnesium und Kalzium von Bedeutung. So kann ein Magnesiummangel zu Muskelkrämpfen, auch in Form von vorzeitigen Wehen, führen. Enthalten sind sie vor allem in Bananen, Nüssen, Mandeln und Kakao. Manche Mineralwassersorten sind ebenfalls magnesiumreich.

Kalzium ist für einen festen Knochenbau und die Bildung der Zähne des Babys wichtig, die schon im Mutterleib im Kiefer angelegt werden. Damit die Kalziumreserven der Mutter dafür nicht völlig aufgebraucht werden müssen, ist eine höhere Zufuhr des Minerals notwendig. Der gesteigerte Bedarf lässt sich durch Milchprodukte wie Joghurt und Käse besonders gut decken.

Spurenelemente

Bei den Spurenelementen ist vor allem die ausreichende Versorgung mit Eisen und Jod von Bedeutung. Letzteres ist wichtig für die Schilddrüsenfunktion von Mutter und Kind. Es spielt außerdem eine Rolle beim Knochen- sowie Gehirnaufbau des Ungeborenen. Jod ist in Fisch, Meeresfrüchten und Algen enthalten. Außerdem gibt es jodierte Speisesalze zu kaufen, deren Einsatz sich ebenfalls anbietet.

Weiterhin besteht ein erhöhter Eisenbedarf. Eisen sorgt bei Mutter und Baby für die Bildung des Blutfarbstoffes Hämoglobin, der für den Sauerstofftransport von der Lunge über die Arterien in alle Organe verantwortlich ist. Vor allem rote Fleischsorten wie Rindfleisch und Lamm weisen große Mengen des Spurenelements auf. Auch Haferflocken, Hirse, Aprikosen und Nüsse sowie dunkle Fruchtsäfte enthalten viel davon. Pflanzliches Eisen kann jedoch vom Körper nicht so effektiv aufgenommen werden wie tierisches.

Hier ist Verzichten angesagt!

Es gibt jedoch auch Nahrungs- und Genussmittel, auf die in den 40 Wochen der Schwangerschaft besser verzichtet werden sollte, da sie Risiken für das Ungeborene bergen, krank machen können oder sogar zu Komplikationen führen. So ist es dringend empfehlenswert während einer Schwangerschaft auf Alkohol und Nikotin zu verzichten. Auch Kaffee, Schwarztee und manche Kräuterteesorten sollten in Maßen getrunken werden.

Außerdem sollte eine werdende Mutter kein rohes Fleisch in Form von Salami, Mett, Schinken und Teewurst zu sich nehmen. Es könnte Toxoplasmose-Erreger enthalten und diese Infektionskrankheit kann zu schweren Schädigungen beim Kind führen. Gleiches gilt für Rohmilchprodukte, die Listeriosebakterien aufweisen können. Beim Einkauf also lieber pasteurisierte Käse- und Milcherzeugnisse auswählen. Weiterhin ist auf Leber in jeder Form zu verzichten, da sie zu viel Vitamin A enthält.

Durch die richtige Ernährung können viele mögliche Komplikationen während der Schwangerschaft erfolgreich vermieden werden. Falls Unsicherheiten oder weitere Fragen zur Ernährung während der Schwangerschaft bestehen, bietet es sich an, mit dem Gynäkologen darüber zu sprechen. Vor allem für Allergiker, Vegetarier und Veganer ist eine Absprache besonders ratsam. Broschüren zum Thema und ausgewählte Internetseiten wie www.schwangerschaft-ernaehrungstipps.de, www.landwirtschaft-mlr.baden-wuerttemberg.de und www.ernaehrung.de sind hilfreich. So sind Sie und Ihr Kind in Sachen Ernährung immer auf der richtigen Seite.



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