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Nürnberg - am 17. Oktober 2005, gegen 20 Uhr, ereignete sich im Nürnberger Eberhardshof, Schaudepot des Verkehrsmuseums, ein Großbrand, der zwar nach wenigen Stunden unter Kontrolle gebracht werden konnte, die Löscharbeiten dennoch noch bis zum Morgengrauen dauerten. Der in der Nähe verlaufende Bahnverkehr zwischen Nürnberg und Erlangen sowie Nürnberg und Würzburg war für dreieinhalb Stunden bis kurz vor Mitternacht unterbrochen.
Durch den Brand sind insgesamt 24 historische Loks und Wagen Opfer der Flammen geworden, darunter auch ein originalgetreuer Nachbau der „Adler“ aus dem Jahr 1935, der ersten funktionstüchtigen Lokomotive Deutschlands, sowie die letzte von der Bundesbahn gebaute Dampflok, einer aus dem Jahre 1959 stammenden Lok der so genannten Baureihe 23. Damit ist diese Baureihe jetzt ganz und gar ausgestorben. Ebenso unwiederbringlich zerstört ist das letzte Exemplar der einst stärksten Güterzuglokomotive der Welt aus dem Jahr 1941, genau wie ein Berliner U-Bahn-Triebwagen aus dem Jahr 1913, was für Eisenbahnfreunde einem Stich ins Herz gleicht.
Allein diese Lokomotiven stellen einen historisch unschätzbaren Verlust dar und der materielle Schaden wird auf 20 bis 30 Millionen Euro geschätzt.
Nach der Brandursache wird weiterhin auf Hochtouren geforscht. Die Ermittler werden nun versuchen, durch Zeugenvernehmungen die Hintergründe zu enträtseln, wie es zu dem Großbrand kommen konnte. Es werden unter anderem alle Mitarbeiter, die sich am Brandtag auf dem DB-Gelände aufgehalten haben, befragt.
Ob es sich um Brandstiftung handelt oder der Brand durch Fehler bei den Dachsanierungsarbeiten entstanden ist, ist noch unklar. Da der Lokschuppen und die historischen Loks völlig zerstört wurden, ließe sich die Stelle, an der das Feuer ausbrach, nicht mehr eingrenzen, erklärte die Polizei. Derweil erreichen das Museum zahlreiche Hilfsangebote von Eisenbahnfreunden aus ganz Europa.
Museums-Chef Franzke kündigte an, man werde versuchen, einen Teil der zerstörten Fahrzeuge so gut wie nur möglich originalgetreu nachzubauen. „Die Pläne dafür sind vorhanden, und auch bei der DB gibt es dafür Kapazität“, erklärte er. Eisenbahnliebhaber können also ein wenig aufatmen.
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