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Altersarmut fördert Schwarzarbeit


06.03.2009 (A. Zeuschner) Kategorie: Wirtschaft

Bild: www.sxc.hu

Schwarzarbeit ist ein Delikt, das heutzutage von den meisten Deutschen weitestgehend toleriert und akzeptiert wird. Eine Studie des „Institut der deutschen Wirtschaft“ (IW) in Köln ergab jetzt, dass acht von zehn Befragten kein schlechtes Gewissen dabei hätten, jemanden illegal zu beschäftigen. Dabei entgehen dem Staat durch Schwarzarbeit Einnahmen in Millionenhöhe. Zudem erschleichen sich Schwarzarbeiter oftmals auch noch zusätzlich staatliche Sozialleistungen. Besonders in wirtschaftlichen Krisenzeiten floriert die Schattenwirtschaft mehr denn je. Allein im letzten Jahr vergab durchschnittlich jeder dritte Deutsche Arbeiten ohne Rechnung.

Am Häufigsten sind Handwerks- und Baubranche betroffen. Hier macht Schwarzarbeit 19 Prozent der Gesamtleistungen aus. An zweiter Stelle folgen unterstützende Dienstleitungen mit etwa 16 Prozent. Putzhilfen, Gärtner oder Hausaufgabenhilfen sind in rund 4,5 Millionen Haushalten Deutschlands tätig und arbeiten nach Angaben der IW-Studie fast ausschließlich ohne Rechnung.

Die Schwarzarbeiter haben sich der gesellschaftlichen Situation aber auch angepasst. In Zeiten steigender Überalterung werden zunehmend Pflegedienstleistungen angeboten. Professionelle Unterstützung kann sich nicht jeder leisten. Da sind Schwarzarbeiter eine günstige Alternative. Gegenwärtig sind knapp 40 Prozent der illegalen Haushaltshilfen bei Senioren angestellt. In zunehmendem Maße drängen hier auch ausländische Schwarzarbeiter auf den Markt.

Doch nicht jeder kann einen alten Menschen pflegen. Ohne die richtige Ausbildung kann die günstige Haushaltshilfe auch zur Gefahr für Leib und Leben werden. Besonders kranke Senioren benötigen daher qualifizierte Pflegekräfte. Inwieweit sie sich diese Hilfe jedoch leisten können, ist eine andere Frage, denn eine professionelle Pflegekraft kostet mindestens 40 Prozent mehr. Da die meisten Senioren nur über ein sehr bescheidenes Einkommen verfügen, sind sie oftmals nicht in der Lage dafür aufzukommen und müssen deshalb auf Schwarzarbeiter zurückgreifen. Der Teufelskreis lässt sich nur schwer wieder durchbrechen.

Durch Legalisierung von 30 bis 60 Prozent der Schwarzarbeit könnten bis zu 417.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Insgesamt kostet Schwarzarbeit 1,5 Millionen Stellen, die zu einem großen Teil mit Geringqualifizierten besetzt werden könnten. Besonders Handwerksunternehmen sind zunehmend vom Stellenabbau betroffen. Der Kampf gegen Schwarzarbeit ist somit auch immer ein Kampf um Arbeitsplätze. Um überhaupt sinnvolle Gegenmaßnahmen einleiten zu können, ist es jedoch zunächst erforderlich, die einzelnen Ursachen aufzudecken.



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