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Die Melisse ist ein absoluter Alleskönner und das nicht erst seit Klosterfrau-Melissengeist. Ihr zitronenähnlicher Geschmack und der verlockende Duft wurden bereits in der Antike in Form von Tee oder Salben als Liebesmittel, Beruhigungstee oder als erinnerungsfördernd gelobt. Allerdings wird auch in der Agrarwissenschaft mit der Pflanze experimentiert. Sie kommt zum Beispiel auf dem Gebiet der Bienenzüchtung zum Einsatz, da die Melisse ein Lockmittel verbreitet und die Bienen so an einen Ort bindet.
Die Melisse (Melissa officinalis) wird auf Grund ihres Zitronenaromas auch als Zitronenmelisse bezeichnet. Die Bezeichnung „Melisse“ weist auf die griechische Bedeutung hin und wird mit „Biene“ übersetzt, weil sie besonders auf den Geruch reagieren und die Pflanze ihnen als Nahrungsquelle dient. Der Volksmund brachte unter anderem noch die Namen Herztrost, Honigblum, Mutterkraut, Nervenkräutel und Zahnwehkraut in den Umlauf. Des Weiteren ist sie auch unter dem Namen „Spanischer Salbei“ bekannt. Er ist zugleich ein Hinweis auf die Herkunft der Pflanze. Ursprünglich wuchs sie im östlichen Mittelmeerraum und kam erst durch den Seehandel von Spanien nach Mitteleuropa. Zunächst wurde sie nur in Klöstern angepflanzt, denn dort wurden ihre Heilwirkungen untersucht und Zucht mit ihr betrieben. Später verbreitete sie sich auch außerhalb des Klosters und wurde in ganz Europa bekannt.
Das Heilkraut gehört zu den Lippenblütengewächsen, was besonders an den kleinen weißen Blüten zu erkennen ist, die zwischen den einzelnen Blattetagen angeordnet sind. Ein weiteres Erkennungsmerkmal sind ihre eiförmigen Blätter, die wie ein Sägeblatt am Rand eingekerbt sind. Die Pflanze kommt zumeist nur in ihrer leuchtend grünen Farbe vor, welche auch während der Blütezeit von Mai bis August dominierend ist. Bei einer Wuchshöhe von bis zu 80 Zentimetern und einer buschigen Erscheinung ist sie sehr wiederstandfähig. Aus dem Grund eignet sie sich gut für Beete mit mehrjährigen Nutzpflanzen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass sie alle vier bis fünf Jahre umgesetzt wird, weil ihr der Boden sonst keine Nährstoffe mehr bietet und den Wuchs mindert. Die besten Voraussetzungen für die Anpflanzung sind ein sonniger, warmer Platz mit weichem Lehmboden. Neben dem Einsetzen der ausgewachsenen Pflanze empfiehlt sich eine Aussamung ab Mitte März.
Bei der Ernte sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanze sehr empfindlich ist und sich deshalb ein Pressen der Blätter nicht empfiehlt. Geerntet werden nur die Blätter, das geschieht von Juni bis Juli. Jedoch muss beachtet werden, dass an einem Vormittag gesammelt wird, damit die Pflanze aufgrund ihrer Empfindlichkeit nicht zu schnell austrocknet. Getrocknet werden die Blätter bei circa 40 Grad Celsius. Anschließend wird das Kraut in Papiertüten aufbewahrt, weil es den Geschmack von Metall annehmen kann und dadurch ungenießbar wird.
Der Alleskönner Melisse besitzt eine Vielzahl von Inhaltsstoffen darunter ätherische Öle, Bitterstoff, Gerbstoff, Harz sowie Enzyme. Die Inhaltsstoffe sorgen für ein beruhigendes Gefühl und können zugleich erfrischend wirken. Daneben hilft sie gegen Grippe, Kopfschmerzen, Herzbeschwerden, Zahnleiden und Unterleibsschmerzen. Dabei kann sie als Bad oder Salben äußerlich wirken und als Tee oder in Tablettenform innerlich für Genesung sorgen. Doch trotz ihrer großen Heilkraft sollte bei starken Beschwerden, vor allem im innerlichen Bereich, ein Arzt aufgesucht werden, denn wie jedes andere Kraut unterstützt die Melisse nur die Heilung, führt sie aber nicht völlig eigenständig herbei.
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