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In Frankfurt tagte am 25. Oktober 2005 der Fußball-Krisengipfel und beschloss nach einer, wie die Medien berichteten „emotionalen Aussprache“, die Einsetzung einer Task-Force, einem Experten-Arbeitskreis, welcher offensichtlich gemeinsam mit dem Trainerstab des Deutschen Fußballbundes das Team für die kommende Fußball-Weltmeisterschaft auf Kurs bringen soll.
Bundestrainer Jürgen Klinsmann und seinem Assistenten Löw wurden ausgerechnet mit dem Schalke-Manager Assauer und Uli Hoeneß von den Münchner Bayern die größten Kritiker an die Seite gestellt. Die schwachen Auftritte der DFB-Elf nach dem „Fifa Confederations Cup“ im Sommer, aber auch das Pendeln Klinsmanns zwischen seinem kalifornischen Wohnort und dem Geschehen in den deutschen Stadien, riefen die Liga und ihre Protagonisten auf den Plan, künftig die Geschicke der Nationalelf mitzubestimmen.
Trotz des geballten Sachverstandes der Mitglieder dieser neuen Kommission sind ihre Erfolgsaussichten allenfalls schwer einzuschätzen, denn der deutsche Fußball krankt an hausgemachten Problemen.
Gerade die großen und erfolgsverwöhnten Teams der Eliteliga rekrutieren ihre Profikader nur selten aus den eigenen, den nationalen Reihen. Es sind zumeist internationale Stars, die den deutschen Clubs Schlagkräftigkeit und Glanz verleihen sollen. Auch wenn die Erfolge in den internationalen Wettbewerben, lässt man den FC Bayern München einmal aus dieser Betrachtung heraus, über die letzten Jahre hinweg lediglich überschaubar waren, rücken die Clubverantwortlichen nicht von ihrer Linie der Internationalisierung ihrer Teams ab.
Freilich geht dies nicht nur zu Lasten des kickenden Nachwuchses in Deutschland; auch der Trainerstab der Fußball-Nationalmannschaft ist um die eigene Aufgabe nicht zu beneiden.
Wie soll eine wettbewerbsfähige Mannschaft zusammengestellt werden, wenn die Spieler in den eigenen Vereinen von teilweise großartiger internationaler Konkurrenz verdrängt werden und ein sportliches Dasein als gut dotierte „Zaunkönige“ fristen?
Wer bei der Fußball- Weltmeisterschaft im kommenden Sommer mehr als eine Randnotiz sein möchte, dem muss Gelegenheit gegeben werden, das Leistungs- und Spielniveau derjenigen zu erreichen, die sich berechtigtere Hoffnungen auf den Titelgewinn machen können, als das Team des DFB zum heutigen Zeitpunkt.
Sicherlich, dem DFB-Team haftet der Nimbus einer Turniermannschaft an und eine WM im eigenen Land wird bei einigen ungeahnte Kräfte und Fähigkeiten freisetzen, die der geneigte Fußballfan heute noch nicht zu erahnen vermag.
Die Probleme des deutschen Fußballs, dessen Weltruhm in der letzten Zeit bereits deutliche Risse erhalten hat, lassen sich jedoch nicht durch eine weitere Kommission lösen, deren Mitglieder naturgemäß der Blick in die eigenen Vereine wichtiger ist als die Nachhaltigkeit einer auf Langfristigkeit angelegten Nachwuchsphilosophie.
Klinsmann erwarb sich als Spieler einen Ruf, den ihm niemand ernsthaft streitig machen kann; ob er sich in seiner Rolle als sportlicher Verantwortlicher inmitten der auf den eigenen Teller schielenden Management- und Medienprofis zu behaupten weiß, steht auf einem anderen Blatt. Diese Task-Force birgt ob ihrer Zusammensetzung und unklaren Aufgabe mindestens ebensoviel Konflikt- wie Lösungspotential.
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