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Das Pflegen von Freundschaften als Krankheitsvorsorge
24.03.2009 (S. Petersohn)
Kategorie: Gesundheit
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Eine gesunde Lebensweise beinhaltet nicht nur viel Bewegung und eine fettarme, abwechslungsreiche Ernährung. Auch die aktive Pflege von Freundschaften und Beziehungen gehört dazu. Was von einigen Menschen als esoterischer Ratgeberquatsch abgewertet wird, kann nämlich bei Vernachlässigung deutliche Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit haben. Die Psychologin Julianne Holt-Lunstad von der „Brigham Young University“ in Provo (Utah) weist in ihrer im März 2009 veröffentlichten Studie enge Zusammenhänge nach.
Sie testete mit ihrem Team etwa 150 Frauen und 150 Männer im Alter von 20 bis 68 Jahren auf ihre nächtlichen Blutdruckwerte und fragte gleichzeitig nach dem Beziehungsstatus sowie der Zufriedenheit mit der Beziehung. Im Normfall sinkt der Blutdruck im Schlaf um bis zu 15 Prozent gegenüber den Werten am Tag. Bei unglücklich Gebundenen und unzufriedenen Singles sanken die nächtlichen Werte weniger nach unten. Das ist ein untrügliches Anzeichen für eine erhöhte Gefahr, Herz-Kreislaufkrankheiten zu erleiden.
Vor allem für krisengeschüttelte Paare ist das gesundheitliche Gefährdungspotential am höchsten. Der italienische Forscher Roberto De Vogli vom „Internationalen Institut für Gesellschaft und Gesundheit“ in London kam bereits im Jahr 2007 zum Schluss, dass das Herzinfarktrisiko bei solchen Paaren um 23 Prozent erhöht ist. Das gilt selbst dann, wenn keine weiteren Risikofaktoren, wie zum Beispiel Rauchen oder übermäßiger Alkoholgenuss, vorhanden sind.
Jedoch macht die faktisch bestehende Einsamkeit im Leben eines Menschen nicht zwangsläufig krank. Es kommt vielmehr darauf an, wie die Betroffenen ihre Situation selbst einschätzen und wie sie sich dabei fühlen. Ein zurückgezogenes Leben zu führen, kann erwünscht sein und somit ohne gravierende Einsamkeitsgefühle einhergehen. Empfinden Betroffene dagegen eine hohe soziale Isolation, so drohen zum Teil Depressionen und Suchtkrankheiten.
Die Wärme und Geborgenheit von intakten Beziehungen, die Zuneigung und Unterstützung vor allem von Beziehungspartnern, aber auch von Freunden und Familie halten uns körperlich und seelisch fit. Das ist das deutliche Fazit beider Studien. Es ist daher umso bedenklicher, wenn wachsende Anforderungen aus der Berufswelt durch ihre zeit- und kraftraubende Natur die Pflege des sozialen Netzwerkes zunehmend schwieriger machen.
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