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Die Welt ist eine Bühne: Der Welttheatertag 2009


27.03.2009 (T. Kaiser) Kategorie: Welt

Bild: www.sxc.hu

Das Theater zählt zu den ältesten Kulturformen der Welt. Bereits in der Steinzeit illustrierten die Menschen ihre Erzählungen mit Hilfe von Tänzen und Schattenspielen. In der griechischen Antike wurden neue Grundsätze erfunden, die dem Theater auf gesellschaftlicher und kultureller Ebene zum Durchbruch verhalfen. Mit der Einführung des Zuschauerraums und den Abhandlungen des Philosophen Aristoteles wurden Rahmenbedingungen geschaffen, die bis heute von Bedeutung sind.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Inszenierungen immer größer. Politische und religiöse Motive traten in den Vordergrund und wiesen dem Theater einen hohen Rang innerhalb der Gesellschaft zu. Doch seit dem Aufblühen der modernen Mediengesellschaft hat die Bühnenkunst einen schweren Bedeutungsverlust erlitten. Besonders für junge Menschen spielt das Theater kaum noch eine Rolle. Um dem Zustand entgegenzuwirken, rief das „Internationale Theaterinstitut“ 1961 den Welttheatertag ins Leben, der alljährlich an die kulturelle Bedeutung der Kunstform erinnern soll.

Mit besonderen Inszenierungen, Festivals und Aktionen feiern Bühnen rund um den Globus am 27. März 2009 den Welttheatertag. In Deutschland öffnen die Theater ihre Häuser zum „Tag der offenen Tür“ und laden zu Ausstellungen und Publikumsgesprächen ein, bei denen ein Blick hinter die Kulissen geworfen werden darf. Ziel der Veranstaltungen ist, ein Zeichen für die gesellschaftliche Notwendigkeit der Bühnenkunst zu setzen und insbesondere das Interesse von Kindern und Jugendlichen zu wecken.

Im Zuge der Festivitäten verleiht das deutsche Zentrum des „Internationalen Theaterinstituts“ einen Preis für beispielgebende Leistungen, die über die Ländergrenze hinaus wirken. Der Gründungsdirektor des Gießener Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft, Andrzej Wirth, erhielt 2008 die Auszeichnung für sein Lebenswerk. Sein Nachfolger wurde bisher noch nicht bekannt gegeben.

Trotz des großen Aufwandes wurde dem Welttheatertag bisher nur ein geringes Maß an Aufmerksamkeit zuteil. Auch 2009 scheint das Ereignis in der breiten Masse der Gedenktage unterzugehen. Dennoch ist das Theater ein fester Bestandteil unserer Kultur. Zeitlose Dramen wie William Shakespeares „Romeo und Julia“ schaffen es selbst im 21. Jahrhundert noch, das Publikum zu bewegen und der Gesellschaft gleichzeitig einen Spiegel vorzuhalten. Wann waren Sie das letzte Mal im Theater? Informationen über das aktuelle Theaterprogramm Ihrer Stadt erhalten Sie auf www.theaterverzeichnis.de.



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