|
Viele Schüler und Eltern sind mit den Leistungen von Lehrern nicht zufrieden. Im August 2008 erschien im Onlinemagazin „Focus-Schule“ ein Artikel zum Thema „Wie spornt man Lehrer zur Leistung an?“. Dabei wurden Bereiche wie Schulprobleme, Ausbildung und mögliche Lösungen betrachtet. Doch auch über den Bericht hinaus wird das Thema Schule oft kritisiert. Vor allem dann, wenn es um die schlechten Ergebnisse der PISA-Studie geht. Dabei werden besonders die Schüler und das Bildungssystem betrachtet, denn hier sollen sich angeblich die Schwachstellen befinden. Jedoch liegen diese oft an anderer Stelle.
Erstmals wird auch den Lehrern vorgeworfen, dass sie ihren Schülern nicht umfassend genug helfen und den Lernstoff schlecht vorbereiten. Diese Behauptung wurde vom Internet-Portal „Schulkompass“ nun mit Zahlen belegt. Eine deutschlandweite Umfrage von 800 Schülern und 1.000 Pädagogen ergab, dass die Lehrer sich oftmals besser einschätzten. Bei einer Bewertung mit Schulnoten erhielten die Lehrer im Durschnitt eine 2,3 von ihren Schülern,
ihre Selbsteinschätzung lag bei einer Durchschnittsnote von 1,6.
Obwohl die Bewertungen ein durchschnittliches „gut“ zeigen, sind die Probleme, welche sich aus der mangelnden Lehrbereitschaft ergeben, im Bereich „ungenügend“ zu finden. Diese Schwierigkeiten sind zum Beispiel, dass lernschwache Schüler nicht genügend gefördert werden und der Lernstoff nicht umfassend vermittelt wird. Im Wirtschaftsbericht der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) heißt es, dass ein guter Lehrer es schafft, den für ein Schuljahr vorgesehenen Stoff zu vermitteln. Demgegenüber lehrt eine schlechte Kraft nur die Hälfte des Unterrichtsinhaltes.
Jedoch stellt sich die Frage, warum einige Lehrer schlechter unterrichten als andere. An erster Stelle steht das hohe Pensum an Aufgaben und Anforderungen, an denen viele Lehrer scheitern. Ausgebranntheit (Burnout) ist oftmals das Ergebnis ihrer harten Arbeit und der Überforderung. Viele Pädagogen unterschätzen ihre Arbeit zudem. Das beginnt bereits während des Studiums, das nicht umfassend genug über die spätere Belastung im Beruf informiert.
Der Bildungsforscher Udo Rauin veröffentlichte hierzu Anfang 2008 die mit 1.100 Befragten durchgeführte Studie „Studierverhalten und Karrieren im Lehrerberuf“. Dabei zeigte sich, dass 25 Prozent der Lehramtsanwärter ihren Beruf als Notlösung sahen und das Studium schnell wechselten oder abbrachen. Erschreckend stellte er außerdem fest, dass in den letzten 20 Jahren circa ein Drittel der schlechter abgeschnittenen Abiturabgänger Lehrer wurden. Dieses Ergebnis stützt sich darauf, das Wissensniveau nur anhand der Noten der Lehrer abzulesen und ihren pädagogischen Fähigkeiten eine viel geringere Bedeutung beizumessen.
Schließlich wird nach Lösungen gesucht, um die Lehrer zu motivieren effizienter zu arbeiten. Die Lösungsideen sind sehr vielseitig. So soll zum Beispiel die Ausbildung an Universitäten intensiver werden und länger dauern. Darüber hinaus sollte gute Leistung angemessen bezahlt werden und der Beamtenstatus wegfallen. Den Beginn machte Bayern, wo den Beamten für ihre Leistung eine Prämie gezahlt wird. Unter dem Begriff „gute Leistung“ wird zum Beispiel verstanden, dass auf Probleme der Schüler eingegangen wird und die Unterrichtsqualität steigt.
Allerdings gibt es auch Ideen schwächere Lehrer zu fördern. Sie sollen wie lernschwache Schüler zur Nachhilfe gehen und ihre erzieherischen Fähigkeiten ausbauen. Daneben wird eine Verbesserung für die Schulen angestrebt. Hier wird besonders von „selbstständigen Schulen“ gesprochen, die einen stärkeren Kontakt zu Schülern, Eltern und Ämtern suchen. Ihre Ziele sind es unter anderem die Stundenpläne besser zu strukturieren und die Schüler intensiver in den Unterricht einzubeziehen.
Ein stärkerer Einbezug der Schüler in den Unterricht würde dafür genutzt werden, dass sie ihre Lehrer bewerten können. Diese Bewertungsmethode ist bereits an vielen Universitäten und Fachhochschulen üblich und hilft den Lehrkräften ihre Stärken und Schwächen besser einzuschätzen. Somit wäre eine bessere Fehlerbeseitigung möglich, die wiederum den Schülern zu Gute kommt. Ein gutes Lehrer-Schüler-Verhältnis ist deshalb für die Zukunft nicht nur erstrebenswert, sondern auch tatsächlich umsetzbar.
|