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Spielzeugklassiker Teil 8: Der „Game Boy“


09.04.2009 (J. Wagner) Kategorie: Lifestyle

Bild: www.life-go.de

Mit leuchtenden Augen sitzen Kinder und wahrscheinlich auch mancher Erwachsene vor dem kleinen Gerät, starren auf das Display und drücken eifrig die fünf Knöpfe. Eltern verzweifeln, weil sie nicht wissen, wie sie ihre Jüngsten davon fernhalten können. Auch einige Lehrer müssen um Aufmerksamkeit kämpfen, wenn die Schüler statt dem Unterricht den Figuren auf ihrem „Game Boy“ folgen.

Anfangs wurde das Gerät von der japanischen Firma „Nintendo“ noch skeptisch betrachtet, da das 1989 erschienene Modell nur einen kleinen Prozessor besaß. Auch der Schwarzweiß-Bildschirm und das vorerst einzige Spiel „Tetris“ sorgten zunächst für Stirnrunzeln. Punkten konnte der „Game Boy“ jedoch mit seiner relativ kleinen Größe, vergleichsweise geringen Kosten um die 100 Deutsche Mark und einem sparsamen Batterieverbrauch. Bald wurden weitere Spiele hergestellt. Mittlerweile gibt es über 1.000 Stück, besonders bekannt und beliebt sind beispielsweise die Serien Donkey-Kong, Super-Mario, Zelda und Pokémon.

Neben den Spielen wurde natürlich auch der „Game Boy“ an sich weiterentwickelt. So erschien im Jahr 1995 eine „Special Edition“, die allerdings noch keine technischen Verbesserungen brachte, sondern lediglich weitere Farben des Gehäuses, nämlich rot, grün, gelb und schwarz. Bis dahin gab es ihn nur in grau. Erst der „Game Boy Pocket“ von 1996, standardmäßig chromfarben gehalten, hatte ein leistungsfähigeres Display und war zudem deutlich kleiner. Im Jahr 1998 erschien mit dem „Game Boy Color“ schließlich der lang ersehnte Farbbildschirm. Außerdem war es jetzt möglich, über eine Infrarot-Schnittstelle ohne Kabel gegen andere Spieler anzutreten.

Bis 2001 basierten alle Modelle noch auf der Technik des klassischen „Game Boys“. Erst dann wurde mit dem „Game Boy Advance“ ein stärkerer Prozessor, ein verbessertes Farbdisplay und zudem ein verändertes Design auf den Markt gebracht. Bei einer weiteren Überarbeitung wurde schließlich noch ein aufklappbares Modell mit Beleuchtung entwickelt. Die neueste Version heißt „Game Boy Micro“ und ist, wie der Name schon verrät, die bisher kleinste Variante. Seit seinem Erscheinen 2005 wurde kein weiterer „Game Boy“ entwickelt.

Trotz der anfänglichen Skepsis hat es die „Game Boy“-Reihe schließlich zu Weltruhm geschafft. Bisher wurden weltweit mehr als 200 Millionen Exemplare verkauft. Damit hat „Nintendo“ den Videospiele-Markt revolutioniert und steht – was tragbare Konsolen betrifft – praktisch konkurrenzlos da. Zahlreiche Fans auf der ganzen Welt bestätigen diese Zahlen und erinnern sich gern an Super Mario, Donkey Kong und Co. Wenn Sie damals ebenfalls von dem Spieltrieb mitgerissen wurden, packt Sie jetzt vielleicht die Sehnsucht und Sie greifen noch einmal zu Ihrem „Game Boy“.

Lesen Sie im nächsten Teil der Reihe, wie ein kleines Tier das Aussehen ganzer Kinderzimmer bestimmt. Die Rede ist von der Diddle-Maus.



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