|
Die neuen Medien, insbesondere das Internet, gewinnen in unserer Gesellschaft an Bedeutung. In vielen Bereichen setzen sich die Vorteile wie Schnelligkeit, Aktualität, Zeit- und Ortsunabhängigkeit zunehmend durch. Auch immer mehr Juristen erkennen das Potential des Internets. Die Online-Rechtsberatung ist dadurch auf dem Vormarsch.
Durch das Inkrafttreten des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG) am 1. Juli 2008 dürfen nun auch Nichtanwälte rechtliche Beratung anbieten. Daher sehen sich viele Anwälte gezwungen, ihr Angebot zu erweitern beziehungsweise attraktiver zu gestalten. Nicht selten geht es dabei sogar um die berufliche Existenz. Die Rechtsberatung im Internet stellt eine Möglichkeit dar, um auch Mandanten außerhalb des Kanzleisitzes zu gewinnen. Mehr Kunden bedeuten mehr Umsatz.
Doch nicht nur der Anwalt selbst profitiert von dieser neuen Art der Rechtsberatung. Jeder, der bereits den Rat eines Anwalts benötigt hat – sei es aufgrund eines Verkehrsunfalls, Bauvorhabens oder einer Kündigung – weiß, dass hier oft Eile geboten ist. Die Suche nach einem Rechtsanwalt im Internet gestaltet sich aber in der Regel oft gar nicht so einfach: „Das einzig wahre und zentrale Portal für die Anwaltschaft gibt es noch nicht“, weiß Astrid Auer-Reinsdorff, Rechtsanwältin aus Berlin.
Spezielle Websites erleichtern es dem Ratsuchenden jedoch, einen kompetenten Anwalt des betreffenden Fachgebiets zu finden. So führt zum Beispiel die Internetseite „Anwaltssuche“ nach eigenen Angaben „eines der umfangreichsten Verzeichnisse für Rechtsanwälte, Fachanwälte und Notare im deutschsprachigen Raum“. Auch das Portal „Rechtsanwalt“ bietet diesen Dienst. Zudem geben Experten Rechtstipps und beantworten Rechtsfragen online.
Bei der Suche nach dem richtigen Anwalt sind auch Diskussionsforen hilfreich. Hier können sich Laien untereinander über Rechtsfragen austauschen. Empfehlenswert sind laut Rechtsanwalt Michael Friedmann unter anderem die Adressen „123Recht“ und „Recht“.
Die Online-Rechtsberatung ist in der Regel aber kein kostenfreier Service. Bei den meisten Anbietern erhält der Ratsuchende auf seine Anfrage zu einem rechtlichen Problem entweder per E-Mail oder Online-Formular einen Kostenvoranschlag. Danach kann er entscheiden, ob er die Rechtsdienstleistung in Anspruch nehmen will. Die Kosten variieren zum Teil sehr stark. Maßgeblich ist dabei, wie bei der klassischen Beratung in der Kanzlei, das „Gesetz über die Vergütung der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte“ (RVG). Die Höhe richtet sich in der Regel danach, wie umfassend ein Sachverhalt ist.
Bei einigen Internetseiten hat der Ratsuchende auch die Möglichkeit, selbst einen Betrag vorzuschlagen, den er bereit ist, zu zahlen, wie zum Beispiel auf der Seite „Frag-einen-Anwalt“. Doch hier ist Vorsicht angesagt! Je niedriger dieser ist, desto oberflächlicher und weniger umfangreich wird vermutlich auch der Rat des Rechtsexperten sein.
Die Online-Rechtsberatung ist ein aktueller Trend in unserer Gesellschaft. Viele Vorteile für den Ratsuchenden, wie zum Beispiel die oft geringeren Wartezeiten oder die Unabhängigkeit von Kanzleizeiten, machen diesen Service attraktiv. Häufig überwiegen jedoch sowohl für den Anwalt als auch für dessen Mandanten die Nachteile. Einerseits ist es für den Laien aufgrund der Vielzahl an Angeboten im Internet schwierig, den richtigen Anwalt zu finden. Andererseits kann sich der Anwalt kaum ein umfassendes Bild von seinem Mandanten und dessen Rechtsfragen machen. Insbesondere bei komplexen Problemen, die eine genaue Analyse und Hinterfragung erfordern, kann sich dies nachteilig auswirken. Ein persönliches Gespräch mit dem Anwalt ist hier geeigneter als die Beratung im Internet. Der Gang zur Anwaltskanzlei kann sich also oftmals immer noch lohnen.
Wenn Sie sich ein Bild von diesem Online-Service machen oder selbst das Angebot nutzen wollen, empfehlen wir Ihnen den Besuch eines der folgenden ausgewählten Anwaltsportale im Internet: www.anwaltssuche.de, www.frag-einen-anwalt.de, www.recht.de, www.rechtsanwalt.com und www.123recht.net
|