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Ein-Euro-Jobber retten in Köln Dokumente


15.04.2009 (A. Zeuschner) Kategorie: Wirtschaft

Bild: www.pixelio.de

Durch den Einsturz des Kölner Stadtarchivs am 9. März 2009 wurden viele Dokumente verschüttet und dauerhaft zerstört. Bislang haben sich einige ehrenamtliche Helfer an der Rettung der Unterlagen beteiligt. Als problematisch erweist sich dabei jedoch, dass immer wieder neue Freiwillige eingearbeitet werden müssen. Zudem ist die Unterstützung der Helfer oftmals zeitlich sehr begrenzt. Um die Arbeit jetzt kontinuierlich voranzutreiben, hat das Kölner Kulturamt in Kooperation mit der Kölner Arbeitsgemeinschaft (ARGE) beschlossen, die Stellen mit Hartz-IV-Empfängern zu besetzen.

Unter einer Fachaufsicht sollen etwa 50 Ein-Euro-Jobber zunächst für ein halbes Jahr Archivalien sortieren und verpacken. Bereits 14 Langzeitarbeitslose konnten in den ersten Wochen für diese Arbeit gewonnen werden. Bislang werden die Stellen auf freiwilliger Basis vergeben. Wie lange die zwanglose Besetzung noch erfolgt, hängt jedoch davon ab, wie schnell die restlichen Arbeitsplätze vergeben werden können. Momentan wird aber von allen Verantwortlichen betont, dass nur Personen angestellt werden sollen, die auch wirklich bereit sind, bei der Bergung der versunkenen Schätze des Stadtarchivs zu helfen.

Köln zeigt auf diese Weise eindrucksvoll, dass kreativ Arbeitsplätze geschaffen werden können, ohne bereits bestehende Stellen zu zerstören. Jetzt liegt es an den Hartz-IV-Empfängern das Angebot anzunehmen und sich wieder in einen geregelten Arbeitsablauf zu integrieren. Jede Jobcenteridee ist am Ende jedoch nur so gut wie deren Akzeptanz unter den Arbeitslosen.

Wiederstand gegen das Konzept gibt es bislang nur wenig. Besonders die Freiwilligkeit der Maßnahme wird jedoch bezweifelt. Zudem steht die Arbeit in keinerlei Relation mit dem gezahlten Euro je Stunde. Kritiker bezeichnen den Einsatz von Ein-Euro-Jobbern in diesem Fall sogar als Ausbeuterei. Die Zeit wird zeigen, wie sich die Idee schlussendlich umsetzen lässt und welche Reaktionen noch in der Bevölkerung entstehen werden.



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