|
Soziale Netzwerke im Internet erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Seiten wie „MySpace“, „Studivz“ oder „Facebook“ sorgen dafür, dass Millionen von Menschen miteinander in Kontakt stehen und sich regelmäßig Nachrichten schreiben können. Die Konkurrenz schläft aber nicht. Eine Plattform namens „Twitter“, das übersetzt zwitschern bedeutet, zieht in Deutschland immer mehr Internetbenutzer in seinen Bann. Viele Menschen haben das soziale Netzwerk aber noch gar nicht für sich entdeckt.
Beim genaueren Betrachten der Seite werden viele Besucher verwundert sein, denn das Prinzip könnte einfacher nicht sein. Es können nur Nachrichten mit einer Länge von 140 Zeichen online gestellt werden. In der Fachsprache heißen die Kurzberichte „Tweets“. Die Nachrichten sind allen zugänglich, was auch nicht geändert werden kann. Mit der Funktion des „Folgens“ können die Beiträge bestimmter Blogger abonniert und auf der eigenen Seite angezeigt werden. Das Angebot, welches den Benutzern zur Verfügung steht, beschränkt sich auf das Verfassen von kurzen Blogs. Somit unterscheidet sich „Twitter“ stark von anderen sozialen Netzwerken, wo auch Fotos oder Musikvideos hochgeladen werden können.
Als bei der Gründung 2006 mit der Frage „Was tust du gerade?“ versucht wurde, möglichst viele Interessenten zu finden, blieben die meisten noch skeptisch. Über mangelnde Wachstumsraten können sich die Besitzer heute nicht beklagen. Anfang des Jahres 2009 wies „Twitter“ zehn Millionen Registrierte auf. Derzeit soll laut aktuellen Schätzungen die Zahl auf über 25 Millionen angestiegen sein. Zum Beispiel hat auch die Schweizer Tageszeitung „Blick am Abend“ den Trend für sich in Anspruch genommen und druckt jeden Tag einen „Tweet des Tages“ in ihrer Zeitung ab.
Die Bandbreite der Verfasser ist bunt gemischt. Während Privatpersonen aus Langeweile Artikel schreiben, erläutern Fachleute ihre Probleme „Twitter“, in der Hoffnung eine Antwort zu bekommen. Mittlerweile haben auch Musikgruppen, Tageszeitungen und berühmte Personen den Sinn der Seite erkannt und nutzen sie für Werbung und Verbesserung des Bekanntheitsgrades. Die „Tweets“ von Barack Obama können genauso gelesen werden, wie die Kurzbeiträge der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der „New York Times“-Kolumnist David Pogue beschreibt das Phänomen folgendermaßen: „Twitter ist mit anderen Worten genau das, was Sie wollen, das es ist. Es kann ein Arbeitswerkzeug, ein Zeitkiller für Jugendliche, ein Forschungsassistent, eine Nachrichtenquelle – oder was auch immer – sein. Es gibt keine Regeln oder zumindest keine, die auf jeden gleichermaßen anwendbar wären.“
Auf der Seite gibt es eine Suchfunktion, welche alle bis dahin verfassten Beiträge nach eingegeben Wörtern durchsucht. Sogar erst kürzlich erschienene Nachrichten werden in die Suche mit einbezogen. „Twitter“ kann damit Konkurrenten wie „Google“ zumindest bei der Aktualität überbieten. Über eine geplante Übernahme der Plattform durch den Suchmaschinenriesen wurde bereits spekuliert, bestätigt wurden die Gerüchte jedoch von keiner der beiden Seiten. Wirkliche Gründe zum Verkauf hätte „Twitter“ nicht, denn das Interesse an der Plattform wächst kontinuierlich.
In nächster Zeit steht den Besitzern Evan Williams und Biz Stone aber noch eine schwierige Aufgabe bevor. Derzeit wird die Seite durch das Kapital von Investoren finanziert. In Zukunft soll die Plattform aber auf eigenen Beinen stehen und ausreichend Gewinne erzielen. Wodurch das passieren kann, steht jedoch noch in den Sternen. Die fleißigen „Twitter“-Nutzer interessiert das aber nur am Rande. Sie sind damit beschäftigt viele Beiträge zu schreiben und immer auf den neusten Stand der Dinge zu bleiben. Bei Interesse für „Twitter“ ist der beste Tipp: Einfach ausprobieren!
|