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Heuschnupfen: Was tun, wenn die Pollen fliegen?


20.04.2009 (T. Kaiser) Kategorie: Gesundheit

Bild: www.pixelio.de

Jedes Jahr im Frühling beginnt für Allergiker eine qualvolle Zeit. Rote, gereizte Augen und laufende Nasen werden unerträglich – der Pollenflug beginnt. In Deutschland leiden rund 20 Prozent der Bevölkerung alljährlich unter einer Pollenallergie, die im Volksmund auch Heuschnupfen genannt wird. Ausgelöst wird der Heuschnupfen durch den Blütenstaub (Pollen) von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide und Kräutern. Sobald die Blütenpollen mit den Schleimhäuten in der Nase oder am Auge in Berührung kommen, wird bei den Betroffenen eine allergische Reaktion des Körpers ausgelöst. Augenjucken, Niesreiz, Husten, Schlaf -und Konzentrationsstörungen sind die Folge.

Der Heuschnupfen gehört, wie das allergische Asthma oder Neurodermitis, zu einer Gruppe von Erkrankungen, die auf gleiche Vorgänge im Körper zurückzuführen sind. Ursache hierfür ist die Überempfindlichkeit auf verschiedene Umweltstoffe. Bei entsprechend empfindlichen Personen führt der erste Kontakt mit einem Allergen zur Entwicklung von natürlichen Abwehrstoffen, so genannten Antikörpern. Ab diesem Zeitpunkt erkennt der Organismus die harmlosen Substanzen als gefährlich und beginnt jene wie einen Krankheitserreger zu bekämpfen.

Heuschnupfen ist keine banale Erkrankung und sollte keineswegs auf die leichte Schulter genommen werden. Es besteht die Gefahr, dass die Krankheit nicht auf die oberen Atemwege beschränkt bleibt. Bei etwa 30 bis 40 Prozent der Betroffenen kann es zu einem „Etagenwechsel“ kommen, wodurch sich die Allergie auf tiefere Atemwege (Bronchien) verlagert und das so genannte Asthma auslösen kann. Durch eine frühzeitige und konsequente Behandlung lässt sich das Risiko einer Atemwegserkrankung jedoch verringern. Es ist deshalb schon beim ersten Anzeichen einer Allergie ratsam, einen Arzt aufzusuchen und einen Allergietest durchführen zu lassen.

Auch wenn der Heuschnupfen medikamentös nicht geheilt werden kann, gibt es dennoch Präparate, welche die Beschwerden deutlich lindern können. Verschiedene Nasensprays und Augentropfen verhindern, dass der für Rötung, Schwellung und Juckreiz verantwortliche Hauptbotenstoff (Histamin) freigesetzt wird. Jedoch greifen die verwendeten Wirkstoffe wie beispielsweise „Cetirizin“ oder „Betamethason“ nicht in den eigentlichen Vorgang der Heuschnupfen-Erkrankung ein. Das verschafft dem Patienten zwar eine schnelle, aber auch nur kurzfristige Linderung.

Weiterhin gibt es die Möglichkeit, den Körper gegenüber den allergieauslösenden Stoffen unempfindlicher zu machen. Das Prinzip nennt sich Hyposensibilisierung. Die Therapie besteht darin, die köpereigene Abwehr an das Allergen zu gewöhnen, um sie so abzuschwächen. Die Allergene werden dazu in ansteigender Dosierung mit einer dünnen Nadel unter die Haut gespritzt. Diese Behandlung ist meist sehr effektiv, erfordert aber Geduld, da der Prozess bis zu drei Jahre andauern kann. Eine Behandlung durch Akupunktur kann ebenfalls helfen. Eine Garantie auf Erfolg besteht allerdings bei keiner der beiden Methoden.

Begleitend zu einer ärztlichen Behandlung können Allergiker selbst aktiv werden. Auch wenn es bei schönem Wetter schmerzt: wer seinen Heuschnupfen in Schach halten will, sollte den Aufenthalt im Freien möglichst kurz halten. Achten Sie ebenso darauf, ihre Fenster geschlossen zu halten und ihre Wohnung nur in den Pollenflug-armen Zeiten zu lüften. In der Stadt sind abends die Pollenkonzentrationen besonders hoch, auf dem Land vor allem morgens. Damit der Blütenstaub nicht ins Haus und vor allem auch nicht ins Schlafzimmer gelangt, ist es wichtig, die Kleidung häufig zu wechseln und täglich vor dem Zubettgehen zu duschen sowie die Haare zu waschen. Je nach Region ist es nicht immer einfach, den allergieauslösenden Pollen aus dem Weg zu gehen. Legen Sie deshalb Ihren Urlaub möglichst in die Zeit, in der zu Hause die meisten Heuschnupfen-Auslöser unterwegs sind. Pollenarme Gebiete wie die Berge oder das Meer bieten sich hierbei als Reiseziel an.

Des Weiteren geben spezielle Kalender einen Überblick, welche Pflanzen zu welcher Zeit blühen. Sicherer ist es allerdings, sich an einer aktuellen Pollenflugvorhersage zu orientieren. Die finden Interessierte beispielsweise im Internet unter www.luft-zum-leben.de. Hier wird außerdem ein besonderer Service geboten: Mit dem „Asthma-Fon“ ist es möglich, sich den täglichen Pollenflug direkt per Kurznachricht aufs Handy oder per E-Mail nach Hause senden zu lassen. So wissen Allergiker immer, was in der Luft liegt und können ihre Tagesplanung wenigstens teilweise darauf abstimmen.



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