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Die weltgrößte Buchmesse schloss auch dieses Jahr wieder mit einem Besucherrekord – zugleich überzeugte das Gastland Südkorea das Abendland von seinem literarischen Potential.
Der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Jürgen Boos, kann auf eine erfolgreiche Buchmesse 2005 zurückblicken. Im Vergleich zum Vorjahr konnte ein Besucherplus von 6,3 % verzeichnet werden - auf den 164.000 Quadratmetern der Messe tummelten sich vom 19. bis zum 23. Oktober 284.838 Besucher, um sich über Neuerscheinungen zu informieren, am kulturellen Rahmenprogramm teilzunehmen oder einfach nur, um das Flair der seit bereits 500 Jahren stattfindenden Messe zu genießen.
Schon zu Zeiten von Johannes Gutenberg, dem Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern, fand diese nämlich statt. Bis in das späte 17. Jahrhundert war Frankfurt der Ort der Messe gewesen, danach fand eine Verlagerung nach Leipzig statt. Erst ab 1949, mit der ersten Buchmesse der Nachkriegszeit, konnte Frankfurt seinen Status als Veranstaltungsort wieder sichern.
Das diesjährige Gastland war Südkorea, das kommunistische Nordkorea hingegen verweigerte die Teilnahme. Südkorea ist weltweit der siebtgrößte Buchmarkt mit einem Marktvolumen von 2,2 Milliarden Euro und 50.000 Neuerscheinungen pro Jahr. Die südkoreanische Delegation informierte über die rund 20.000 Verlage ihres Landes, veranstaltete Lesungen, Preisverleihungen und ein interessantes kulturelles Rahmenprogramm.
Die wesentliche Aufgabe der Messe ist es, Verleger, Buchhändler, Agenten, Autoren, Bibliothekaren etc. eine Möglichkeit zu bieten, sich vorzustellen, Kontakte zu knüpfen und Geschäfte abzuschließen. 7.200 Aussteller aus 101 Ländern nutzten diese Möglichkeit. Sie konnten sich über ein Auftragsvolumen von 600 Millionen Euro freuen, das direkt auf der Messe umgesetzt wurde.
Nur an zwei Tagen ist die Messe auch für Publikum geöffnet, dementsprechend groß war dann auch der Andrang der Besucher. Besonderen Anklang fand die seit diesem Jahr angeschlossene Antiquariatsmesse und die „Fußballwelt“. Rechtzeitig ein halbes Jahr vor der Fußballweltmeisterschaft wurde einmalig diese Sondermesse gestaltet, die Literatur, Biografien, Spiele, Fotoausstellungen, Lesungen und sportliches Rahmenprogramm rund um den Fußball bot.
Ein weiterer Publikumsmagnet war sicherlich der Besuch von Albert Uderzo, dem geistigen Vater von Asterix. Anlässlich der Veröffentlichung des 33. Bandes („Gallien in Gefahr“) der Kult-Comicreihe besuchte er die Buchmesse, stand in Live-Chats und Lesungen Rede und Antwort und nahm bereits zum zweiten Mal den Publikumspreis Sondermann in Empfang.
Kaum haben sich die Tore der diesjährigen Messe geschlossen, läuft die Planung für nächstes Jahr schon wieder auf Hochtouren. Man kann sich also getrost auf die 58. Buchmesse freuen, die vom 4. Oktober bis zum 8. Oktober 2006 mit dem Gastland Indien stattfinden wird.
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