|
Das bekannteste Online-Auktionshaus dürfte wohl eBay sein, vor allem weil es immer wieder durch seine mehr oder minder großen Skandale in den Schlagzeilen steht, indem Bieter imm wieder und immer häufiger um ihr Geld geprellt werden. Sicherlich, eBay unternimmt etwas dagegen, indem die betreffenden Personen von weiteren Auktionen ausgeschlossen werden, dennoch kann aber nicht verhindert werden, dass sich diese schwarzen Schafe unter neuem Namen erneut anmelden: erstens weil das Internet Anonymität bietet und zweitens weil bei eBay einfach nicht genügend Personal angestellt ist, um jede einzelne Auktion mit Argusaugen zu verfolgen. Letztlich bleibt eine Auktion auch immer wieder ein eigenes Risiko, da es ein Privatkauf ist.
eBay hat sich bereits so stark ausgeweitet, dass es mittlerweile Geschäfte gibt, die nur über das Auktionshaus ihre Ware verkaufen. Frei nach dem Motto: „No Risk - No Fun“.
Trotz der Gefahren hat eBay natürlich auch Vorteile - wenn man weiß, wie man sie nutzt. Die Suchmaske ist einfach zu bedienen und liefert treffende Ergebnisse, neuerdings nicht nur deutschlandweit sondern weltweit, alles übersichtlich und größtenteils benutzerfreundlich. In Unterkategorien kann nochmals - als Beispiel hier das Mobiltelefon - nach bestimmten Markentypen gesucht werden (unterteilt in Geräte mit oder ohne Abschluss eines Vertrages), welches das Suchen unheimlich erleichtert, falls der Besucher schon eine bestimmte Vorstellung hat.
Anders sieht das Ganze da schon bei Auktionskiste aus. Obwohl ähnlich aufgebaut wie eBay ist das Suchen hier doch eher schwer. Sucht man beispielsweise unter dem Oberbegriff „Film“, bekommt man Autopolitur angeboten, sucht man nach „Musical“, einen Französisch-Sprachführer, was doch recht verwirrend sein kann. Genauso problematisch ist, dass in den Unterkategorien alles wild durcheinander gewürfelt ist, sich Rechtschreibfehler einschleichen, wo keine sein sollten (der Verkäufer trägt die Verantwortung für seine Angebot) und vielleicht die Übertreibung zu stark zum Zug kommt, zum Beispiel mit dem Slogan „Der Große Online-Marktplatz“.
Immerhin, bei Entstehung dieses Artikels (29. Oktober) hatte die Seite zusammengefasst in allen Kategorien 1219 Auktionen, sicherlich nicht wenig, allerdings auch nicht so viel, da man noch den Überblick behalten konnte.
Ob man auf Auktionskiste weltweit steigern kann, wird nicht ersichtlich, da man, wie schon angesprochen, da steht wie der Ochse vorm Berge, auf den er nicht wirklich will. Um den Vorteil eines kleineren Auktionshauses nutzen zu können, müsste man sich mit den organisatorischen Details anfreunden, was recht schwer fällt, wenn man nicht weiß, wo man anfangen soll. Sicherlich hat jedes Kind Probleme groß zu werden, und mit Internetseiten ist es nicht anders, aber leider wirkt dieses Auktionshaus wie eine schlechte Kopie von eBay, billig und einfallslos.
Dass es auch anders geht, und vor allem sehr viel besser, beweist der Marktplatz Azubo. Übersichtlich aufgebaut und in eigenem Stil wird hier sogar, noch bevor man sich den ersten Artikel ansieht, erklärt wie das Bieten, welches sich von oben genannten Auktionshäusern unterscheidet, funktioniert. Man bietet nämlich nicht nach oben, sondern nach unten. Jeder Schritt im Bietvorgang ist mit Beispielbildern vortrefflich erklärt, das Suchen funktioniert einwantfrei, die Suche kann sogar auf bestimmte Orte innerhalb Deutschlands begrenzt werden.
Auch Hood hat vom Aufbau her ein ähnliches System, allerdings die gleichen Bietbedingungen wie eBay. Hood unterscheidet sich in dem Sinne von Azubo, dass hier so genannte „drop down“-Menüs die Kategorien und Unterkategorien unterteilen, also man bestimme Ergebnisse und Kategorien bequem filtern kann. Einziger Mängelpunkt wäre hier, dass die Seite durch ihren Aufbau, wenn auch durchorganisiert und benutzerfreundlich, überladen wirkt, dies vor allem durch die Werbung, die alles andere als dezent ist und folglich besser eingeteilt sein könnte. Als Vorteil gegenüber Ebay wäre hier zu erwähnen, dass man für das Anbieten von Artikeln nichts bezahlen muss.
Wer aber nun denkt, dass die Aktionshäuser alleine das Geschäft machen, liegt falsch. Wie in jeder Branche hat man auch hier clevere Köpfe, die diesen Markt entdecken und jede Möglichkeit in Betracht ziehen, neue Wirtschaftszweige zu erschließen.Die Schlüsselwörter lauten Webdesign und Erstellung von Auktionsverwaltungssoftware, die besonders Geschäftsleuten helfen soll, ihre Auktionen zu managen und deren Abwicklung durchzuführen.
Z-dev bietet im hauseigenen eBay-Shop die Software „Auktionsnator2006“ an, welche auf Leute zugeschnitten ist, die im Monat mehr als zehn Auktionen abwickeln. Für diese Software, die online und offline die Abwicklung der Auktionen verwaltet, wird groß geworben, doch leider fehlt hier, wie auch auf der Homepage, eine eindeutige Einführung in das Produkt an sich. Aus diesem Grund ist das Preis-Leistungsverhältnis zweifelhaft, denn die Preise reichen je nach Versteigerung bis 1392 Euro, ohne dass der Kunde wirklich weiß, wofür.
Das entsprechende Produkt von Auktionsbuddy ist nicht nur preislich gesehen günstiger - die 49 Euro sind deutlich schmerzloser zu verkraften - es gibt auch auf der übersichtlichen Seite ein Forum, in dem sich die Benutzer austauschen können.
Die Software „Auktionsmaster“ schneidet, was die Informationen und die Hilfe angeht, am besten ab, da hier auch Bespiele aufgezeigt werden, wie die fertigen Kundenseiten, die mit Hilfe des Teams erstellt wurden, nach Installation aussehen. Besonders zu loben ist hier, dass die Kundenhotline gebührenfrei ist, anders als bei Auktionsbuddy, wo sie leider Gottes mit 1,86 Euro pro Minute zu Buche schlägt.
Letztendlich bleibt aber jedem selbst überlassen, wo er sein Glück versucht und was für ihn am besten ist.
|