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Die farb- und geruchlose Synthetik-Droge Liquid Ecstasy wird auch in Deutschland immer populärer - und das trotz der erheblichen Risken, die ein Konsum mit sich bringt.
„Liquid X“, „Liquid XTC“, „Liquid E“ oder „G-Juice“ sind nur einige der Namen, unter denen Liquid Ecstasy noch bekannt ist. Chemisch betrachtet handelt es sich allerdings um eine Substanz, die nicht das Geringste mit Ecstasy zu tun hat, nämlich um Gamma-Hydroxy-Buttersäure (GHB), einem farb- und geruchlosen Stoff, der salzig bis seifenartig schmecken kann und oral eingenommen wird.
Liquid Ecstasy hat nicht nur andere Inhaltsstoffe als das Ecstasy in Tablettenform, es hat auch andere Wirkungen. Die einfühlsamen und harmonisierenden Effekte, die Ecstasy zugeschrieben werden, fehlen. Die Wirkungen, die GHB zugeschrieben werden, reichen von alkoholähnlichen Rauschzuständen über Entspannung, sexuelle Anregung, Antriebsstörungen, epileptischen Anfällen, komatösen Zuständen bis hin zu Atemlähmungen und Erstickungstod.
Besonders gefährlich ist ein Konsum in Verbindung mit Alkohol oder anderen Drogen - die Wirkung kann sich potenzieren und eventuelle Folgen werden unberechenbar. Ein weiteres Problem stellt die schwierige Dosierung dar. Bereits ab einem Konsum von etwa fünf Gramm GHB nimmt die Wirkung lebensbedrohliche Ausmaße an. Die steigende Beliebtheit rührt wahrscheinlich daher, dass eine Konsumeinheit (meist eine Ampulle mit 5 bis 10 ml GHB) schon ab 5 Euro zu haben ist.
Obwohl von den Medien suggeriert wird, dass es sich bei Liquid Ecstasy um eine völlig neuartige Droge handelt, ist dem nicht so. GHB wurde bereits in den 1960ern synthetisch hergestellt und ursprünglich für Narkotika verwendet. Aufgrund der vielfachen Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten wird es allerdings in der Medizin kaum mehr verwendet. Auch im Sport ist es als illegales Dopingmittel bekannt, in Bodybuilderkreisen wurde es zur Stimulation der Wachstumshormone eingesetzt.
Ende der 1990er wurde GHB in der Techno-Szene als „Vergewaltigungsdroge“ bekannt, trotzdem wurde es erst im März 2002 ins Betäubungsmittelgesetz aufgenommen und somit illegal. Heute ist GHB ein wichtiger Grundstoff in der Farb- und Textilindustrie.
Die Fälle, in denen ahnungslosen Jugendlichen in Diskotheken die Droge in ihre Getränke gemischt wurde, häufen sich. So starb in Michigan beispielsweise ein 15-jähriges Mädchen an Atemlähmung, nachdem sie aus einem Glas getrunken hatte, das kurze Zeit unbeaufsichtigt auf der Theke gestanden hatte. Im Blut kann die Droge nur für einige Stunden nachgewiesen werden, im Urin nur bis zu einem Tag.
Anfang Oktober diesen Jahres gelang der Polizei von Hamburg ein sensationeller Coup. Sie konnte die beiden verdächtigen Dealer Erkan B. (33) und Florian B. (27) während eines Drogendeals inhaftieren. Die Beamten stellten bei den beiden Verdächtigen 27 Liter BHL, abgefüllt in Kanistern, sicher. Der Marktpreis dieser Menge entspricht ca. 100.000 Euro.
Weitere Informationen über und rund um diese und andere Drogen finden Sie auf www.drug-infopool.de.
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