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Es klebt an unseren Wänden, früher in der Regel bunt, heute eher weiß. Wir wischen damit den Mund, die Nase, den Hintern, das Auto oder den Tisch ab. Wir packen Dinge darin ein. Wir beschriften es täglich und unsere Pinnwände sind damit zugepflastert. Das Papier.
Unser Papier - allerdings auch unsere Bäume. Es ist ein Alltagsgegenstand, den wir Menschen immer mehr zu schätzen vergessen. Das Papier hat sich so in unser Leben integriert, dass wir schnell übersehen, wie wertvoll es eigentlich ist.
Ein kleiner Einblick in die Papierherstellung:
In der Papierindustrie ist ein hoher Holzverbrauch nötig, da Papier bis zu 95 % aus Holz (Holzstoff) besteht. Doch nicht jedes Holz ist geeignet. (Als besonders geeignet gelten Nadelhölzer wie Fichte und Tanne, bei Laubhölzern Buche und Pappel). 10 % bis 15 % des weltweit geschlagenen Holzes werden zu Papier verarbeitet. Leider werden zum Bleichen von Papier oftmals aggressive Chemikalien eingesetzt. Zusätzlich erfordert die Produktion Frischwasser und Energie. In enger Verbindung mit dem Wasserbrauch steht die Frage der Abwässer.
Nach bundesdeutschen Vorschriften dürfen Abwässer aus Zellstofffabriken nur eine bestimmte Belastung aufweisen. Aus diesem Grund besitzen die meisten Papierfabriken eigene dreistufige (mechanisch, biologisch, chemisch) Kläranlagen, die das eingesetzte Wasser reinigen und anschließend in den Vorfluter einleiten. Der Energieverbrauch liegt pro Kilogramm Papier bei etwa 8 kWh Energie.
In Deutschland landet jeder fünfte Baum mittlerweile in einer Papiermühle: Angesichts weltweit bedrohter Wälder eine bedrückende Tatsache. Mit einem Papierverbrauch von 230 Kilogramm pro Jahr und Nase liegen die Deutschen an dritter Stelle der Holz verbrauchenden Staaten.
Problematisch ist die Holzproduktion vor allem dann, wenn in großem Umfang dafür Urwälder abgeholzt werden, wie es z.B. in Kanada und im russischen Karelien geschieht. Das Holz wird meist durch Kahlschläge „geerntet”. Kahlschläge werden dann häufig mit Wirtschaftswäldern bepflanzt, die in der Regel aus art- und altersgleichen Bäumen bestehen und nur wenige Tier- und Pflanzenarten beheimaten. Tatsache ist, dass dabei die Lebensgemeinschaft Wald zerstört wird, denn Tiere, Flechten und Moose können ohne schützende Bäume nicht überleben und brauchen Jahre, um sich eine Heimat zu schaffen.
In den großen Papier produzierenden Industrieländern steht deswegen der Begriff der nachhaltigen Forstwirtschaft (einen Baum fällen, zwei nachpflanzen) mittlerweile an erster Stelle.
Wie wäre es mit Ökopapier? Es muss nicht grau-braun sein und Altpapier heißen, damit es umweltschonend ist. Wichtig ist und bleibt die Produktion. Ökopapier kann auch weiß glänzen.
Hier ein paar Tipps für den Kauf von umweltfreundlichem Papier:
Papierprodukte, die mit dem „Blauen Engel“ versehen sind, sind umweltschonend. Sie garantieren unter anderem einen Altpapieranteil von 100 Prozent, außerdem den Verzicht auf problematische Farbmittel und ein chlorfreies Bleichverfahren.
Besonders hohen Ansprüchen genügt darüber hinaus das Papier, das als Original-Umweltschutzpapier (UWS-Papier) ausgezeichnet ist. Es besteht zu 100 Prozent aus Altpapier und ist weder entfärbt noch gebleicht. Der Wasser- und Energieverbrauch im Herstellungsprozess ist so niedrig wie möglich gehalten.
Wer auf „weißes Papier“ dennoch nicht verzichten will, sollte zumindest auf das TCF- Zeichen achten, das eine absolut chlorfreie Bleiche garantiert.
Vorsicht bei der Bezeichnung „Holzfreie Papiere“: Diese Produkte sind nicht aus alternativen Rohstoffen hergestellt, denn andere Rohstoffe werden gar nicht zur Papierherstellung benutzt. Der Begriff besagt lediglich, dass das Papier ausschließlich aus Zellstoff (Pflanzenfasern) besteht, ein Widerspruch in der Bezeichnung an sich.
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