|
Nach dem zweiten Weltkrieg baute eine Hausfrau, die zur weltgrößten Verlegerin von Schnittmusterheften werden und mehr als 40 Jahren an der Spitze ihres Unternehmens stehen sollte, einen der größten Zeitschriftenverlage Deutschlands auf. Aenne Burda, die Gründerin des Verlags Burda Moden, starb am 3. November 2005.
Anna Magdalena Burda, geborene Lemminger, Tochter eines Lokomotivführers, wurde am 28. Juli 1909 in Offenburg geboren und verstarb dort auch im Alter von 96 Jahren im Beisein der Familie. Die zu den erfolgreichsten Geschäftsfrauen Deutschlands gehörende Verlegerin wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Sie ging auf eine Klosterschule, machte die mittlere Reife und dann eine kaufmännische Lehre.
Mit dem Drucker und Verleger Dr. Franz Burda schloss sie im Jahre 1931 die Ehe. Das Ehepaar zog drei Söhne groß: Franz, Frieder und Hubert. Den Kindern widmete Aenne Burda in den ersten Jahren der Ehe als Hausfrau und Mutter ihre ganze Aufmerksamkeit, doch schon bald stellte die bis 1994 tätige erfolgreiche Chefredakteurin, Verlegerin und Kolumnistin eine Haushälterin ein, denn die Hausarbeit war nicht gerade einer ihrer liebsten Aufgaben.
1948 verlegte auch Franz Burda zum ersten Mal eine Zeitschrift in seinem Verlag: Das Magazin „Das Ufer“. 1949 stieg auch Aenne Burda in die Branche ein und übernahm „Elfi Moden“, einen kleinen Verlag in Lahr mit 48 Mitarbeitern. Sie verlangte ihn als Entschädigung und finanzielle Unterstützung von ihrem Mann, der sie betrogen hatte: nach der Geburt ihres dritten gemeinsamen Sohnes hatte er mit einer Geliebten ein weiteres Kind gezeugt. Obwohl sie ihm nie verzieh, kam eine Scheidung für sie nicht in Frage. Aus dem Verlag „Elfi Moden“ wurde der Verlag „Burda Moden“ mit heute ca. 200 Angestellten.
Die Fachzeitschrift „Burda Moden“ (Namensgleich mit dem Verlag), mit Schnittmustern für „Preiswerte Mode zum Selbermachen", erschien erstmals im Jahre 1950 und wurde zur weltweit größten Modezeitschrift. Die Anleitungen für Mode zum Selbermachen wurden produziert und schließlich verkauften sich 1965 an die eine Millionen Exemplare.
In den siebziger und achtziger Jahren kamen Spezialhefte hinzu, „Anna“ (1974), „Carina“ (1977) und „Verena“ (1986-1997). Die Zeitschrift „Burda Moden“ wurde für Aenne Burda, einer Frau mit den guten Eigenschaften wie Fleiß, Kreativität, Ehrgeiz, Geschäftssinn usw., 1987 ein Erfolg, auf den sie stolz sein konnte, denn in diesem Jahr erschien „Burda Moden“ erstmals auch in russischer Sprache.
Aenne Burda blieb trotz ihres Erfolges und zahlreicher Auszeichnungen immer bescheiden. Ihre Heimatstadt Offenburg, der sie ein Leben lang treu blieb, benannte sogar eine Strasse nach ihr.
Heute gehört Sohn Hubert Burda der Verlag (Hubert Burda Media). 1985 schon gab Franz Burda seine Anteile an die drei Söhne weiter. Sie sollten zusammen mit seiner Ehefrau Gesellschafter sein. Als Aenne Burda sich 1994 in den Ruhestand zurückzog, verteilte sie ihre Anteile, genau wie ihr Mann, gerecht auf ihre drei Kinder auf, woraufhin dann Franz und Frieder an Hubert verkauften.
Den Ruhestand genoss die Geschäftsfrau gern zusammen mit der Familie, ihren Enkeln, Urenkeln und auch mit ihrem Hobby - der Malerei. Aenne Burda ist eine Legende, denn ihr ist es zu verdanken, dass sich Frauen auf der ganzen Welt den Traum von schöner Mode zum kleinen Preis leisten können.
Zum Schluss noch ein paar Burda-Spezialhefte im Überblick:
- Spezialheft zum Häkeln und Stricken
- Spezialheft zum Selbermachen von Puppen
- Spezialheft zur Schulkindermode
- Spezialheft zum Weihnachtsbasteln
- Burda Kindermoden
- Burda Plus
- Burda Designer-Schnitte Herbst / Winter
|