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Raummission „Venus-Express“ erfolgreich gestartet
22.11.2005 (C. Hilmbauer)
Kategorie: Wissenschaft
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Der eigentlich schon für Oktober diesen Jahres geplante Start des „Venus-Express“ musste verschoben werden, konnte aber am 9. November erfolgreich durchgeführt werden.
Schon seit 1997 laufen die Vorbereitungen für den Bau des „Venus-Express“; in den letzten dreieinhalb Jahren wurde die Rakete startbereit gemacht. Eine Mission zur Venus an sich ist nichts Neues, denn schon vor dem „Venus-Express“ gab es eine Vielzahl von Mission zum Abendstern, wie die Venus noch genannt wird.
Vier der erfolgreichsten Missionen waren beispielsweise die Mission „Pioneer Venus“ der NASA (1978), die Missionen „Venera 15“ und „Venera16“ der Sowjetunion (1983-1984) und die „Magellan Mission“ der NASA (1990-1994). Dieses Jahr trat die ESA schließlich in die Fußstapfen der großen Raumfahrtorganisationen.
Der Start des „Venus-Express“ war ursprünglich für Oktober diesen Jahres geplant, allerdings entdeckte man kurz vor dem Start glänzendes Material unter der Schutzhülle, das dort nichts zu suchen hatte. Der Start wurde abgebrochen, die Rakete in einem Reinstraum von diesem Material, das sich als Isoliermaterial herausstellte, gereinigt und am 9. November wieder zum Start freigegeben.
Der „Venus-Express“ wurde von einer „Sojus-Rakete“ ins All gebracht. Diese Raketen gelten als besonders zuverlässig und haben schon 1.800 Starts erfolgreich absolviert. Die ungewöhnliche goldene Farbe der Rakete ist nicht als Modestatement zu verstehen, sondern ist das Resultat von physikalischen Gesetzen. Da der „Venus-Express“ Richtung Sonne fliegt, muss die Außenlackierung die heißen Sonnenstrahlen so gut wie möglich reflektieren, um ein Überhitzen der Geräte an Bord zu verhindern. Der „Venus-Express“ wird rund 500 Tage im Orbit der Venus kreisen und von dort topografische Untersuchungen der Venus durchführen.
Mit einer Oberflächentemperatur von durchschnittlich 482° Celsius und einer Atmosphäre aus reinem Kohlendioxid scheint der Planet zu den unwirtlichsten unseres Sonnensystems zu zählen, dennoch könnte ca. 100 km unter der Oberfläche Leben in Form von Bakterien entstanden sein.
Natürlich ruht sich die ESA nicht auf ihren Lorbeeren aus. Schon für 2011 ist eine neue Mission geplant: sie wird den Namen „Gaia“ tragen und soll dreidimensionale Bilder der Galaxis zur Erde senden.
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