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Drew Baylor sitzt auf dem Sattel seines Hometrainers und hat alle Vorkehrungen getroffen, sich mit Hilfe dessen kleinen Elektromotors und einem Küchenmesser umzubringen. Er hat dem Konzern, für den er acht Jahre seines Berufslebens und sämtliche Familien-Weihnachtsfeiern der letzten Jahre geopfert hat, einen Schaden von 973 Milliarden Dollar zugefügt und so das Unternehmen in den Ruin getrieben.
Gerade als die Männer vom Sperrmüll seinen überdimensionalen Flachbildmonitor und all die anderen Überreste seines Lebens als hoch gelobter Jungdesigner wegräumen, die er kurzer Hand auf die Straße gestellt hat - denn wozu braucht ein Toter schon solchen Schnickschnack - ruft seine Schwester an und teilt ihm mit, dass sein Vater völlig überraschend an einem Herzinfarkt gestorben ist. Statt im Jenseits findet sich Drew also im Flugzeug auf dem Weg zu seiner völlig überdrehten und störrischen Südstaatenverwandtschaft wieder, um das Begräbnis zu organisieren.
Was auf den ersten Blick nach Taschentuchalarm und rührseligem Teenie-Drama klingt, ist alles andere als lächerlich und überdreht. Die Komödie von Regisseur und Drehbuchautor Cameron Crowe kommt ganz ohne Sentimentalität oder moralisch erhobenem Zeigefinger aus, ja fast sogar ohne Kitsch. Stattdessen kugelt sich der Zuschauer auf seinem Kinosessel vor Lachen über die Situationskomik, die auf erheiternde Weise die uns allen die bekannten Absurditäten des Alltags pointiert.
Im Flug nach Kentucky trifft Drew auf die Lebensfreude in Person, der quirligen Stewardess Claire Colburn. Sie malt ihm nicht nur eine genaue Wegbeschreibung zu dem kleinen Ort Elizabethtown (Ausfahrt 60B!), sondern hinterlässt ihm auch ihre Handynummer. Eine „beinahe nicht - beinahe doch“-Romanze der zwei selbst ernannten „Ersatzmenschen“ beginnt.
Der Film ist eine Hommage an das Leben und die ganz normale Verrücktheit unserer Mitmenschen, die uns auch aus dem tiefsten Loch wieder heraushilft. Drew bleibt nach seinem Rauswurf aus dem Unternehmen eine knappe Woche Zeit bis zur Veröffentlichung eines Interviews, durch das die ganze Welt von seinem „Fiasko“ erfahren wird (über die Nuancen dieses Wortes wird lang und ausführlich spekuliert, ebenso wie über die verschiedenen Arten von „Abschiedsblicken“). Am Ende erkennt er, dass sein Versagen außer ihn selbst eigentlich niemanden interessiert, schon gar nicht seine Traumfrau Claire.
Ein zum Anknabbern süßer Orlando Bloom überzeugt in seiner Rolle als Drew, ebenso wie seine Partnerin Kirsten Dunst als Claire. Susan Sarandon als tapfere Witwe, die gegen ihre Trauer einen Stepptanz- und einen Komikerkurs belegt, ist ebenfalls sehenswert. Ein Film zum Lachen und Seele baumeln lassen.
Mit Alec Baldwin und Judy Greer.
Seit 3.11.2005 im Kino. (Der Soundtrack ist seit dem 4.11.2005 im Handel erhältlich.)
123 Minuten, freigegeben ab 0 Jahren.
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