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Jeder kennt es, keiner will es so richtig wahrhaben: wenn er - oder im vorliegenden Falle vielmehr sie - verliebt ist, der Himmel voller Geigen hängt und sich dann der geliebte Mensch als Heuchler herausstellt - die Angst vor der Enttäuschung ist zu groß. Es wird immer Menschen geben, die nicht gerade vor Ehrlichkeit strotzen und einen anderen Menschen betrügen.
Besonders in Liebesangelegenheiten ist dies mehr als pikant und wahrscheinlich umso schmerzhafter. In Amerika schlagen die Frauen nun allerdings zurück. Und wo könnte man das besser tun als über das allgegenwärtige Internet?
Auf der englischsprachigen Seite dontdatehimgirl.com (und auf www.manhaters.com) machen gehörnte Frauen gnadenlos publik, wer durch wen betrogen wurde, und gehen sogar noch einen Schritt weiter: Die betrogenen Damen stellen neben einem Foto auch den Namen des jeweiligen Mannes ins Netz. Des Weiteren bieten sie die Möglichkeit an, sich mit ihnen in Verbindung zu setzen. Herzu gibt es ein Forum und die bei den Damen allseits beliebten Weblogs.
Selbstverständlich kann man auch auf die Artikel antworten, indem man einen Kommentar hinterlässt. Dieser ist in manchen Fällen von der Nachfolgerin, der Dame, die betrogen wurde. Die dementsprechend Schockierung und Dankbarkeit für die Vorwarnung kommt oftmals zum ausdruck.
Die Männer kommen aber so oder so nicht glimpflich davon. Der Ton, in dem über sie geschrieben wird, oder Fakten wie z. B., dass jemand seine schwangere Freundin betrog, tragen hierzu bei.
Bei aller Verletztheit der Betrogenen und der in Folge dessen gebrochenen Herzen wird allerdings nicht der kommerzielle Aspekt übersehen. Die Seite betreibt nämlich auch noch einen Online-Shop, in dem man T-Shirts und andere Kleinigkeiten mit dem Logo der Website erstehen kann.
Ob sich so eine Seite hierzulande durchsetzen oder gar das Gesetz umgehen könnte, bleibt abzuwarten, da unsere Gesetzeslage, was den Datenschutz betrifft, doch anders und schärfer kontrolliert ist, als in den USA. Dies soll vereinfacht bedeuten, dass die Betrüger auf der amerikanischen Webseite nicht nur mit Foto und Namen, sondern teilweise auch mit Adresse öffentlich gemacht werden. In Deutschland könnte dies rechtliche Konsequenzen wie zum Beispiel Geldbußen nach sich ziehen.
Eigentlich schade, denn wer möchte nicht wissen, ob der Angebetete lammfromm ist oder doch ein schwarzes Schaf?
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