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Kurzgeschichte: Die Gasse
06.04.2005 (S. Schubert)
Kategorie: Specials
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Die Schritte schallten durch die Gasse. Immer schneller wurde sein Gang und immer gehetzter klackten die Absätze auf die nassen Pflastersteine.
Fast schwebend näherte er sich. Der schwarze Mantel wurde leicht vom Wind erfasst. Dann stand er direkt hinter ihm.
Die Kälte kroch durch seinen Körper und trotz seiner Furcht drehte er sich um.
Er blickte ihm direkt in die Augen und sah, wie die Angst wuchs.
Der Schock lähmte seinen Körper. Nie hätte er damit gerechnet, ihn hier zu treffen.
Er strich ihm über sein Haar, bis zum Hals hinab. Mit sicherem Griff umfasste er den Nacken und zwang ihn so, seinen Kopf zur Seite zu neigen.
Tausend Gefühle rauschten durch seinen Körper. Er wollte schreien. Er wollte sich losreißen, wegrennen, nur weg von ihm. Sofort!
Er umfasste ihn mit seinem linken Arm, während sein rechter immer noch den Kopf hielt. Langsam senkte er seinen Kopf, bis seine Lippen den Hals berührten.
Erst spürte er nur eine sanfte Berührung des Mundes. Dann gruben sich die scharfen Zähne in seine Haut.
Als er die ersten Bluttropfen auf seiner Zunge schmeckte, spürte er die Kraft aus dem umarmten Körper fließen.
Langsam verschwamm die Gasse vor seinen Augen, dann wurde es schwarz um ihn.
Vorsichtig löste er den Griff, der leblose Körper glitt sachte zu Boden.
Immer leiser wurden die Schritte, als er in der Dunkelheit der Gasse verschwand...
Der Life-Go-Hauptartikel zum Thema heißt „Kurzgeschichten im Portrait“. Über ihn finden Sie auch alle anderen bisher auf unserer Seite veröffentlichten Kurzgeschichten.
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