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Am 3. Mai 1991 fand der erste Internationale Tag der Pressefreiheit statt, der auf Vorschlag der UNESCO ausgerufen wurde. Er soll an die „Erklärung von Windhuk“ erinnern. Diese Erklärung verfassten 1991 eine Gruppe afrikanischer Journalisten. Sie forderten damit freie und unabhängige Medien in aller Welt.
Es ist zwar kein großer Gedenktag, jedoch sicherlich ein Tag, an dem man inne halten sollte, um an die Menschen, die in ihrem Dienst für Wahrheit und Wahrhaftigkeit Tag für Tag schwere Opfer bringen und sogar ihr Leben gelassen haben, zu denken. Allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres starben nach Angaben von „Reporter ohne Grenzen“ (ROG) weltweit 22 Journalisten wegen oder während ihrer Arbeit.
103 Journalisten sitzen derzeit hinter Gittern. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 2000 Journalisten aufgrund ihrer Recherchen inhaftiert, bedroht und attackiert. Am gefährlichsten leben die Reporter, die über Machtmissbrauch, Korruption oder Drogenhandel berichten.
In Deutschland gibt es ein Gesetz, das die Pressefreiheit garantiert. Jedoch ist die Pressefreiheit in anderen Ländern in Gefahr. In weit über 100 Ländern der Erde werden Zeitungen zensiert, Radio- und Fernsehsendungen verboten und Internetzugänge überwacht und blockiert. Am schlimmsten betroffen sind Journalisten in Ländern wie Syrien, Burma, Türkei, China und dem Irak. Der Irak ist immer noch das weltweit gefährlichste Land für Journalisten. Seit Kriegsbeginn 2003 kamen dort 55 Journalisten und Medienmitarbeiter ums Leben. Neun allein im Jahr 2005 und fünf weitere sind bis heute immer noch in Geiselhaft.
Der Chef des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) Heinen erinnerte anlässlich des 15. Internationalen Tages der Pressefreiheit in Berlin: „Wo immer diktatorische Regimes die Macht übernehmen, wird als erstes die Presse geknebelt und für die eigenen Propagandazwecke missbraucht.“ Ebenso droht dem, der es trotzdem wagt, der Demokratie ein Forum zu geben und für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit zu streiten, Entführung, Folter und sogar Mord.
Ebenso unerklärlich ist die Tatsache, dass in vielen Ländern der Erde die Morde an Journalisten nicht ernsthaft verfolgt werden und die Täter meist straffrei bleiben. Aus diesem Grunde hat der Weltverband der Zeitungen (WAN) in Paris, ebenso wie seine Mitglieder, die Aktionen in diesem Jahr unter das Motto „Straffreiheit - Wenn Mord unbestraft bleibt“ gestellt.
Der Internationale Tag der Pressefreiheit ist ein Tag, der daran erinnert, was freie Medien heute leisten und der ausnahmslos alle Staaten zur Freiheit der Presse verpflichtet. Ebenso ein Tag, der jene Journalisten beim Namen nennt, die ihr Leben im Dienste des Lesers, Zuschauers und des Hörers gegeben haben.
Es bleibt abschließend nur noch zu sagen, dass es traurig ist, wie gefährlich man lebt, wenn man Recht und Wahrheit ans Tageslicht bringen möchte…
Organisationen im Kampf für die Pressefreiheit:
- Komitee zum Schutz der Journalisten in Washington
- Weltverband der Zeitungen (WAN)
- Reporter ohne Grenzen (ROG)
- International Federation of Journalism (IFJ)
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