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Es ist mit 157 Minuten nicht nur die längste, sondern definitiv auch die beste der bisherigen Harry Potter-Verfilmungen. „Harry Potter und der Feuerkelch“, der vierte Teil der Serie und seit 17. November im Kino zu sehen, ist nicht nur für überzeugte Fans den Gang ins Kino wert.
Harry Potter („ich liebe Zauberei!“), gespielt von Daniel Radcliffe, und seine Freunde Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emma Watson) treffen sich in den Sommerferien, um bei dem Endspiel der Quidditch-Weltmeisterschaft - Bulgarien gegen Irland - dabei zu sein. Das Spektakel endet mit einem Angriff der Todesser, Lord Voldemorts finsteren Gefolgsleuten, und verspricht zusammen mit Harrys wiederkehrenden, gruseligen Träumen, spannende Auswirkungen auf das folgende Schuljahr zu haben.
In Hogwarts, der Zaubererschule, wartet eine weitere, aber diesmal angenehme Überraschung auf die Schüler: Die Schule ist in diesem Jahr Austragungsort des berühmten Trimagischen Turniers, dessen Sieger „ewig währender Ruhm“ winkt. Die bulgarischen Gastschüler und die Abordnung der französischen Zauberschule sorgen schon mit ihren fulminanten Auftritten in der großen Halle für Trubel.
Schnell wird klar, dass das Schuljahr alles andere als ereignislos verlaufen wird: Entgegen aller Regeln und Vorkehrungen spuckt der Feuerkelch statt einem Schüler pro Schule den Namen eines vierten Wettstreiters aus: Es handelt sich natürlich, wer hätte das gedacht, um Harry Potter.
Hogwarts und Umgebung präsentieren sich mal wieder in neuem Design und auch die Drachen, die fliegende Kutsche und die unheimlichen Bewohner des großen Sees lassen tricktechnisch nichts zu wünschen übrig. Auch die schauspielerische Leistung der Jungdarsteller überzeugt auf weiten Strecken, man denke nur an Rons bitterbösen Blick, wenn er erfährt, dass Harry tatsächlich zum Turnier zugelassen wird.
Trotz der düsteren Ankündigung auf dem Filmplakat („Dunkle und schwere Zeiten stehen bevor!“) kommt der Humor keinesfalls zu kurz. Die jetzt 14-jährigen Freunde sehen sich neuen gesellschaftlichen Pflichten gegenüber, wie z.B. dem Weihnachtsball und dessen verflixter Suche nach einer Tanzpartnerin. Selbst der Feuer speiende ungarische Hornschwanz erscheint Harry da als der kleinere Gegner.
Als dann auch noch Hermine mit dem bulgarischen Quidditch-Star Viktor Krum anbändelt, Ron sich vor seiner Angebeteten Fleur Delacour lächerlich macht und Harry von seinem heimlichen Schwarm Cho Chang einen Korb bekommt, ist die Stimmung der beiden Jungs auf dem Nullpunkt. Da kann es eine Rita Kimkorn (herrlich verkörpert von Miranda Richardson) auch nicht mehr schlimmer machen, wenn sie in ihren dramatischen Artikeln a là Bildzeitung Harrys Alter spontan um zwei Jahre verringert.
Vor allem zu Beginn vermisst man so etwas wie einen roten Faden und auch später tauchen immer wieder Personen, wie z.B. kleine Schwestern von französischen Gastschülerinnen, auf und müssen gerettet werden, ohne dass man wüsste, um wen es sich eigentlich handelt. Aber vielleicht ist das bei einem Film, dessen Romanvorlage schon seit fünf Jahren in allen Bücherregalen steht, nicht so wichtig.
Asthmatisch röchelnde Bösewichte und künstliche Gliedmaßen sind bereits aus Star Wars - Episode 3, die im Mai 2005 in die Kinos kam, bestens bekannt. Daniel Radcliffe alias Harry zeigt zudem immer stärkere optische Ähnlichkeit mit dem leidgeprüften Frodo Beutlin aus dem Herrn der Ringe: Dieselbe dunkle Strubbelfrisur, verdrecktes Gesicht, derselbe blasse Oberkörper (sehr schön zu bewundern, wenn die Maulende Myrthe ihm im Bad auf die Pelle rückt) und dieselben schmalen, die meiste Zeit zusammengepressten Lippen. Seine berühmte Narbe wird übrigens kein einziges Mal gezeigt.
Die Dursleys, Harrys schreckliche Verwandten, tauchen in dem Film gar nicht auf und auch die Probleme mit seinem Erzfeind Professor Snape rücken angesichts neuer Gefahren und Herausforderungen in den Hintergrund.
Am Ende muss Harry erkennen, dass das ganze Turnier doch von vorne bis hinten manipuliert war und nur dem einen Zweck diente: Ihn in die Hände von Lord Voldemort zu spielen, der Dank Harrys Blut wieder menschliche Gestalt annimmt und ihn zum tödlichen Duell herausfordert.
Die Altersbeschränkung - freigegeben ab 12 Jahren - ist durchaus berechtigt, denn in diesem Film sterben zum ersten Mal Menschen. Jedem dürfte nun klar sein, dass „Harry Potter“ seinem Status als verspielter Kindergeschichte längst entwachsen ist.
Mit Ralph Fiennes als Voldemort, Michael Gambon als Dumbledore, Stanislav Ianevski als Viktor Krum, Clémence Poésy als Fleur Delacour, Maggie Smith wie üblich als Professor McGonagall und nicht zu vergessen Brandon Gleeson als Mad-Eye Moody, dem diesjährigen Zauberlehrer in „Verteidigung gegen die dunklen Künste“.
Seit 17. November im Kino zu sehen!
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