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AOL dürfte wohl eines der bekanntesten Internetunternehmen hier zu Lande sein, gerade wegen der (wenn auch längst verjährten) Werbeaktion mit Ex-Tennisstar Boris Becker und seinem Satz „Ich bin drin!“. Nun, zugegeben, darüber konnte man lachen und es bescherte dem Unternehmen viele neue Kunden.
Was sich aber vielleicht kein Kunde erträumt hat, der damals zu AOL wechselte oder erst durch AOL die Freuden des Internets erfuhr, sind die Werbeaktionen. Gemeint sind nicht etwa die, denen man sich entziehen kann, sondern die, die den Benutzer direkt betreffen.
AOL-Nutzer haben seit jeher die Möglichkeit sich untereinander „Telegramme“ zu schicken - also Nachrichten wie in einem Chat, vergleichbar mit ICQ und ähnlichen Messangern. Dies geschieht über die so genannte „Buddy-Liste“, in der man seine „Buddies“, also Freunde, aufgeführt hat.
Diesen Service kann man aber auch nutzen, indem man nur das Programm AIM (AOL Instant Messanger) installiert. Nutzer dieses Programms können, wie auch die regulären AOL-Nutzer, Buddies anschreiben und in ihre Liste aufnehmen.
AOL hat mit seiner neuesten Werbeaktion allerdings nicht den Nerv der Zeit getroffen. Das Unternehmen manipulierte die Buddylisten der AIM-Nutzer so, dass ständig automatisch zwei verschiedene Buddies in der Liste auftauchen, bei denen es sich aber nicht um menschliche Chatpartner, sondern um „Bots“ - also elektronische Gesprächspartner - handelt: „Movie Fone“ informiert über das Internet-TV-Angebot von AOL, der „Shopping Buddy“ über Geschenkideen und Produkte. Anstelle von Kurznachrichten durch Freunde, bekommt der Nutzer auf diese Weise Werbemitteilungen ebenfalls als Telegramm angezeigt. Das ist auf die Dauer ganz schön lästig.
Das Unternehmen versteht den Grund für die Verärgerung der Kunden nicht, da man diese „Buddies“ entfernen kann - und natürlich steht AOL mit solchen Maßnahmen nicht alleine im World Wide Web. Yahoo zum Beispiel fordert die Benutzer seines YIM neuerdings auf, eine Toolbar für die Websuche herunterzuladen. Natürlich ist eine Toolbar nicht das Ende der Welt, doch macht sie, egal ob man nun DSL oder ein Modem nutzt, den Rechner langsamer. Außerdem zieht diese Art von Software darüber hinaus häufig auch noch Viren an.
Im Falle der Belästigung durch Werbung von AOL, die über die oben genannten Beispiele hinaus auch noch über das Fernsehen und mittels CDs erfolgt, schlagen die Nutzer nun zurück. In einer witzigen Aktion auf www.akrue.privat.t-online.de sammeln zwei Amerikaner alle Arten von AOL-CDs aus aller Welt und wollen sie, wenn man eine Million davon zusammen hat, zum AOL-Hauptquartier nach Virginia schicken, damit auch endlich AOL einmal mitbekommt, wie lästig es sein kann, wenn man einmal zu oft hört „Willkommen - Sie haben Post!“.
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