•  
    • Kultur & Lifestyle
    • Sport & Panorama
    • Europa & Die Welt
    • Wissenschaft & Gesundheit
    • Politik & Wirtschaft
    • Computer & Technik
  •  
    • Sicherheits-Tools
    • System-Tools
    • Browser & Dateimanager
    • Grafik-, Film- & Sound-Tools
    • Andere Tools
    • Unterhaltung
    • Sicherheits-Tools
    • System-Tools
    • Browser & Dateimanager
    • Grafik-, Film- & Sound-Tools
    • Andere Tools
    • Unterhaltung
 
 
 
 

Schneechaos im Münsterland


13.12.2005 (R. Uhlen) Kategorie: Panorama

Bild: focus.msn.de

So heftig hatte es im Münsterland noch nie geschneit, nicht so stark und schon gar nicht vor Weihnachten. Am letzten Novemberwochenende 2005 versank ganz Westdeutschland im Schneechaos.

Der Düsseldorfer Flughafen musste am Samstag, den 26. November für Stunden gesperrt werden, auf der A31 nahe der niederländischen Grenze staute sich teilweise auf 50 Kilometern der Verkehr und viele Reisende saßen in ihren Zügen fest, die wegen umgestürzter Bäume auf ihren Strecken hatten halten müssen.

Dennoch traf es niemanden so hart wie die Münsterländer. Im westlichen Münsterland, in Ostwestfalen und im Raum Osnabrück waren 250.000 Menschen in der Nacht auf Freitag ohne Strom. In den Landkreisen Borken und Steinfurt wurde Katastrophenalarm ausgelöst. 50 Personen, am Münsteraner Hauptbahnhof hängen geblieben, weil weder Züge noch Taxis fuhren, nächtigten in einem Luftschutzbunker.

Das technische Hilfswerk und die Feuerwehr stellten über 500 Notstromaggregate auf, um wenigstens Alten- und Pflegeheime und Sporthallen mit Strom, Heizung und warmem Essen versorgen zu können. Auch Bauernhöfe wurden an die Notstromversorgung angeschlossen, um ihre Kühe melken zu können. Drei Tage später waren immer noch 100.000 Menschen ohne Strom.

Der Schnee hätte sich teilweise armdick um die Kabel der Überlandleitungen gelegt, erklärte ein Sprecher des Energiekonzerns RWE. Zu Eis gefroren hätte er die Kabel reißen lassen. Doch nicht nur das: Durch den starken Wind knickten die Hochspannungsmasten reihenweise wie Streichhölzer um. Tagelang wurde dringend gewarnt sich keinem Mast zu nähern, vorsorglich wurde in Steinfurt und Borghorst der Strom ganz abgeschaltet.

Allein die Schüler dürften sich gefreut haben: In einigen Orten blieben die Schulen am Montag und Dienstag geschlossen. Bundesweit nahmen die Bürger Anteil am Schneechaos: Mit 9,11 Millionen Zuschauern toppte der ARD-Brennpunkt vom 27. November sogar den Sat1-Zweiteiler „Die Luftbrücke“. Mitte der Woche war die Stromversorgung dann in allen betroffenen Gebieten wieder hergestellt.

Kritik kam schnell und kannte nur einen Vorwurf: RWE hätte nicht sorgfältig genug vorgesorgt. Wie aber hätte der Konzern vorhersehen sollen, dass Tief „Thorsten“ das Münsterland mit den Alpen verwechselte und es ganz untypisch für diese Region komplett einschneien ließ? Ist nicht genau solch ein Fall „höhere Gerechtigkeit“ par excellence?

Grund für das Umknicken der Strommasten ist der bis 1967 verwendete Thomas-Stahl, der in besonderem Maße für Versprödung anfällig ist. Auch E.on und der baden-württembergische Stromversorger EnBW räumten nun ein, dass viele ihrer Masten ebenfalls aus Thomas-Stahl gefertigt seien. Schon 2001 habe RWE festgestellt, dass fast 30.000 Masten bruchgefährdet seien, seitdem laufe ein 550 Millionen Euro teures Sanierungsprojekt, das 2015 abgeschlossen sein soll, so der Essener Konzern.

Renate Künast (Bündnis90 / Die Grünen) forderte RWE zu Schadensersatzzahlungen an die betroffenen Bürger und Unternehmen auf, die einen Gesamtschaden von 100 Millionen Euro zu verzeichnen hätten, so die Münsteraner Industrie- und Handelskammer.

Für die Entschädigung der Gemeinden hat RWE bereits einen Härtefallfond in Höhe von 5 Millionen Euro eingerichtet, doch das Land NRW fordert noch mehr. Wilhelm Droste, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, forderte eine Gesetzesänderung nach dem Vorbild Skandinaviens: Dort hafte der Netzbetreiber in vollem Umfang für Störungen.

Am 3. Dezember berichtete der „Spiegel“, dass gravierende Mängel im Stromnetz dem Konzern seit 2000 bekannt gewesen seien. Interne Vorstandsberichte hätten bereits vor Jahren darauf hingewiesen, dass ein Zusammenbruch der Stromversorgung bei extremen Wetterlagen nicht auszuschließen sei. Trotz des laufenden Sanierungsprogramms seien die Informationen der Öffentlichkeit aber nicht zugänglich gemacht worden, auch die Behörden seien nicht informiert gewesen. Harry Roels, Vorstandsvorsitzender von RWE, räumte nun „Kommunikationsfehler“ ein.

Am 9. Dezember wurde im Wirtschaftsausschuss des NRW-Landtages über das Schneechaos diskutiert und RWE kündigte an, in Zukunft als eine Art „Strom-TÜV“ unabhängige Gutachter das Leitungsnetz überprüfen zu lassen. 70 % der akut gefährdeten Masten seien saniert. Das bis 2015 laufende Sanierungsprojekt für die übrigen 25.000 Masten könne aber nicht beschleunigt werden, da zu viele Wartungsarbeiten gleichzeitig die Stabilität der Stromversorgung gefährden würden.

Von Schadensersatzansprüchen will man trotz allem nichts wissen, es bleibt also noch abzuwarten, ob RWE auch in dieser Sache nachgeben wird. Wichtig ist aber an vorderster Stelle, dass die Menschen im Münsterland nicht mehr in Dunkelheit und Kälte sitzen.



Redakteur:
Passwort:
 

Alles rund ums Drucken!

Radfritz.de Fahrrad Angebote

Spreadshirt Designer

 234x60 Kinderwelt

Preisvergleich
Ferienwohnung Deutschland Digitalkameras, News ... für Fotografen Duesseldorfer-Onlinemagazin
Ruhr-Guide.de

© 2005-2012 Life-Go
RSS-Portal.com - Newsfeed RSS-Portal.com - Newsfeed
Impressum | SiteMap | Über uns
Besucher 2007:
Diese Seite wurde in 0.242648 Sekunden generiert.

Klug Suchen! Die Suchmaschinen-Suchmaschine | submitter.de - Kostenloser Eintrag in über 1111 Suchmaschinen! | Internet Links | WSD-Profi | Kingtools.de | Webkatalog