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Fast jeder hätte gerne einen schönen braunen Teint um attraktiver zu wirken; Blässe ist längst nicht mehr „in“. Ob auf der Sonnenbank oder ein Selbstbräuner, gerade im Winter wird die Chemie, um braun zu werden oder zu bleiben, gerne eingesetzt. Das kann aber auch schlimme Folgen haben, gerade dann wenn man sich nicht richtig informiert oder beraten lässt.
Selbstbräuner sind nicht ungefährlich
Wer bis jetzt dachte, der Selbstbräuner würde immer verträglich und sicher sein, der täuscht sich. Auch in diesem Produkt sind Stoffe, die nicht ganz ungefährlich sind.
Dr. Christine Burdinski (Dermatologin am Uniklinikum Mannheim) berichtet: „Es besteht der Verdacht, dass Selbstbräuner zu einem DNA-Schaden und zu einer erhöhten Apoptoserate führt.“ (Apoptose meint den Zelltod im Organismus.) In verschieden getesteten Cremes oder Sprays wurden von „Öko-Test“ Substanzen entdeckt, die im Verdacht stehen auszulösen. Hierbei handelt es sich um das krebserregende Anilin, das in Farbstoffen zu finden ist, Konservierungsstoffe, die Formaldehyd abspalten, oder polyzyklische Moschus-Düfte.
Der süße, färbende Wirkstoff Dihydroxyaceton (DHA) ist ein Stoff, der im Körper des Menschen vorhanden ist. Dieser wird aber auch in der Kosmetikindustrie als Inhaltstoff hergestellt. Er ist nicht schädlich, entwickelt aber einen unangenehmen Duft, der ungefähr nach fünf Tagen erst nachlässt. Dass dieser Stoff bräunt, wurde 1920 festgestellt. Bei einer Anwendung auf der Haut zeigten sich braune Spuren.
Bei den ersten Produkten wurde die Haut von dem Selbstbräuner fleckig, außerdem färbte das Mittel auch auf die Kleidungsstücke ab. Inzwischen ist die Entwicklung soweit fortgeschritten, dass die Haut bei sorgfältigem Auftragen auch einheitlich gebräunt wird.
Nach ca. fünf Stunden ist dann die oberste Hautschicht (Hornschicht) gebräunt. Da sich diese aber schnell abschuppt, hat man nicht länger als sieben Tage etwas davon. Nur bei regelmäßigem Auftragen des Selbstbräuners behält man eine knackige Hautfarbe. Allerdings gibt es auch Menschen, bei denen gar keine Wirkung eintritt und der in der Regel helle Hauttyp stattdessen gelbstichige Brauntöne annimmt.
Beachten sollte man beim Selbstbräunen auf jeden Fall, vor dem Auftragen ein Peeling zu machen, Hornhaut zu entfernen und das Produkt schnell und gleichmäßig zu verteilen. Außerdem ist der Selbstbräuner kein Ersatz für eine Sonnenmilch gegen Sonnenbrand.
Wer ein Austrocknen der Haut vermeiden will, (diese fühlt sich dann papierartig an und schuppt schnell ab) sollte unbedingt eine Nachbehandlung mit einer Feuchtigkeitscreme in Erwägung ziehen. Neigt man zu Allergien oder auch generell zu trockener Haut, kann es zu unerwünschten momentanen Hautreaktionen kommen. Hier wäre zu empfehlen, das Produkt an einer kleineren Körperstelle zu testen, um zu sehen ob und wie die Haut reagiert.
Unter vielen getesteten Produkten empfiehlt „Öko-Test“ zwei Produkte, die keine verdächtigen Zusatzstoffe enthalten. Eines davon bekommt man im Reformhaus und heißt „Annemarie Börlinds Sunless Bronze Selbstbräuner“, das andere ist aus „The Body Shop“ und heißt ,,SOS Fake It“.
Unter vielen getesteten Produkten bewerten die Tester nur ein Produkt mit ,,sehr gut“ und zwei mit ,,gut“, alle weiteren getesteten Produkte lediglich mit ,,mangelhaft“ bis ,,ungenügend“.
Kurztipps für den Selbstbräuner
1. Man sollte das Produkt an einer kleinen Körperstellte testen, um allergische Reaktionen auszuschließen.
2. Außerdem empfehlt es sich man vor der Anwendung ein Peeling machen, um die oberste Hautschicht abzutragen.
3. Um Flecken zu vermeiden muss das Produkt schnell und gleichmäßig verteilt werden.
Sonnenbank - Gute Beratung ist das A und O
Wer keinen Selbstbräuner benutzen möchte und die Sonnenbank vorzieht, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Gefahr die Gesundheit zu gefährden auch hier lauert.
UVA- oder UVB-Strahlungen sind beide gefährlich. Die Anwendung von UVC- Strahlen ist generell verboten, denn sie erreichen von der natürliche Sonne nie die Erde, da sie durch eine (intakte) Ozonschicht abgeblockt werden. In ihnen steckt die meiste Energie, deshalb sind diese Strahlen schädlich.
UVA- Strahlen auf einer Sonnenbank lassen unsere Haut schneller altern, da die Dosis gegenüber den natürlichen Strahlen viel höher ist. UVB-Strahlen werden aus den Geräten so gut es geht herausgefiltert, aber trotzdem kann ein Besuch auf der Sonnenbank noch immer zu Hautkrebs führen.
Das Bundesamt für Strahlenschutz sagt: „UV-Strahlung von Solarien ist keineswegs gesünder als die natürliche UV-Strahlung der Sonne.“
Wer es stark übertreibt, schädigt mit den UV-Strahlen, egal ob natürliche oder künstliche, die Haut so, dass das Risiko für Hautkrebs steigt, besonders dann, wenn man auch noch beides, die natürlichen und künstlichen Sonnenstrahlen, „tankt“. Schon bevor ein Sonnenbrand gesehen wird, kann die Haut von den Strahlen geschädigt werden.
Bei Tests stellt sich oft heraus, dass die Strahlenstärke viel zu hoch ist, deshalb sollte man beim Besuch eines Sonnenstudios einiges beachten, damit das Bräunen nicht böse endet:
Ohne ein Fachpersonal, das genaue Angaben über die Dosierung und das richtige Gerät geben kann, sollte man die Haut einer Bestrahlung durch die künstliche Sonne nicht aussetzen. Auch sollte am Anfang die für den jeweiligen Hauttyp empfohlene, vom Fachpersonal errechnete Dauer nicht eigenmächtig erhöht werden.
Bis zu maximal 50 Besonnungen pro Jahr sind ausreichend für eine konstante Bräune, die natürliche Sonne mit inbegriffen und ohne einen Sonnenbrand gehabt zu haben. Parfum und Kosmetik sollte man am besten Stunden vorher weggelassen haben, denn Make-Up kann allergische Reaktionen hervorrufen und Parfum bildet braune Flecken auf der Haut.
Unter einem Solarium sollte ein normales Sonnenschutzmittel nicht verwendet werden, hierfür gibt es spezielle Produkte und auch Bräunungsbeschleuniger (damit man schneller und deutlicher braun wird), die vom Hauttyp abhängig sind. Nach der Besonnung ist es nicht verkehrt eine Lotion gegen trockene Haut aufzutragen, da die Haut durch die künstliche Sonne austrocknet.
Eine spezielle Schutzbrille sollte unterm Solarium auf jeden Fall aufgesetzt werden, diese kann Schäden an den Augen verhindern. Eine normale Sonnenbrille ist nicht geeignet. Kontaktlinsen und Schmuck müssen vor dem Sonnen ausgezogen werden, da es zu irreparablen Verbrennungen der Netzhaut und Hautverfärbungen kommen kann. Vorsicht ist außerdem bei der Einnahme von Medikamenten geboten. Die Einnahme eines Muskel entspannenden Medikaments beispielsweise kann in der Kombination mit einem Sonnenbankbesuch tagelanges Erbrechen hervorrufen!
Das Duschen, Baden oder Schwimmen sollte man vor dem Sonnen unterlassen, da sich dabei die Poren öffnen und so schneller ein Sonnenbrand ausgelöst wird.
Achten sollte man außerdem darauf, welches Sonnenstudio man wählt, da es in manchen Studios vorkommt, dass die UV-Röhren nicht ordnungsgemäß gewechselt werden. Das bedeutet dann, dass die vorgegebene Leistung nicht mehr mit der Bestrahlungsintensität überein stimmt. Nicht empfehlenswert sind Münzstudios und veraltete Solarien. Empfehlenswerte sind hier Ketten, da diese durch Franchise eher geschultes Personal haben und an strengere Hygiene- und andere Auflagen gebunden sind.
Wer glaubt, die Solariumsbräune schütze vor einem Sonnenbrand, der liegt falsch. Zum Thema Vorbräunen gibt es verschiedene Ansichten. Zum einen heißt es, dass es besser sei die Haut langsam an die Sonne heran zu lassen, da das Vorbräunen kein großer Eigenschutz sei und nur zusätzlich belaste. Zum anderen gibt es die Ansicht, dass es gesünder sei vor dem Sommerurlaub oder dem Freibadbesuch 1-3 Mal ins Sonnenstudio zu gehen, um die Pigmente schon mal ein wenig vorzubereiten und wach zu kitzeln, statt sich sofort der starken Sonneneinstrahlung z.B. im Urlaub in Mittelmeerländern auszusetzen. Eine weitere Ansicht ist, dass das Vorbräunen nur dann etwas bringe, wenn man es 14 Tage vor dem eigentlichen Sonnenbad beginnt.
Ganz vermeiden sollte man eine Besonnung durch die künstlichen Sonne bei Hauttyp 1 (liegt vor bei heller Haut, Sommersprossen, rotem oder blondem Haar und grünen oder blauen Augen), bei allen Jugendlichen unter 18 Jahren, die mehr als 40 Leberflecke bzw. auffällige Leberflecke haben, sowie bei allen Personen, bei denen schon mal Hautkrebs erkannt wurde oder sich eine Vorstufe davon bemerkbar macht. Auch zu häufiger Sonnenbrand im Kindesalter sollte für das Solarium ein Tabu bedeuten.
Kurztipps für die Sonnenbank
1. Treffen Sie eine sorgfältige Wahl ihres Sonnenstudios.
2. Denken Sie daran, das Maximum von 50 Besonnungen im Jahr einzuhalten.
3. Lassen Sie sich vom Fachpersonal ihres Hauttyps entsprechend beraten.
4. Verzichten sie beim Sonnen auf Kosmetika und Parfums.
5. Gehen Sie nicht nach Schwimmen, Baden oder Duschen direkt ins Solarium.
6. Informieren Sie sich über die Wechselwirkungen mit den Medikamenten, die Sie möglicherweise einnehmen, oder lassen Sie das Solarium einmal ausfallen.
7. Tragen Sie keine Brille oder Kontaktlinsen, wenn Sie sich auf die Sonnenbank legen.
8. Denken Sie daran eine spezielle Schutzbrille zu tragen.
9. Entledigen Sie sich vor dem Sonnen ihres Schmuckes (inbegriffen sind Piercings!).
10. Seien Sie vorsichtig im Umgang mit Sonnenbankkosmetika (z.B. Bräunungsbeschleunigern).
Fazit
Wie man sieht, gibt es eine Menge Nachteile und Risiken bei Selbstbräuner-Artikeln als auch beim Sonnen unter dem Solarium.
Vorteile sind aber auch vorhanden. Bei Selbstbräuner und Solarium ist man das ganze Jahr über schön braun.
Beim Besonnen auf der Sonnenbank entsteht außerdem eine deutliche Stimmungssteigerung (durch Glückshormone), es wird Vitamin D3 gebildet, die Sonne wirkt auf das Herz- Kreislaufsystem beruhigend und die Haltbarkeit der Bräune ist um mehr als 20 Tage länger als beim Selbstbräuner.
Einige Leute nutzen das Solarium auch der Wärme wegen um Verspannungen zu lösen.
Am besten ist aber dennoch, wie auch Dr. Christine Burdinski meint: „Gesünder wäre die Rückkehr zum alten Schönheitsideal, der vornehmen Blässe des 19. Jahrhunderts.“
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