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King Kong


11.01.2006 (R. Uhlen) Kategorie: Kultur

Bild: www.filmstarts.de

„Dann erblickte die Bestie das Antlitz der Schönheit und ihre Hand erstarrte. Von diesem Augenblick an war sie dem Tode geweiht.“ Dieses - angeblich - arabische Sprichwort bildet den thematischen Hintergrund für die Geschichte über den Riesenaffen namens King Kong.

Schon lange vor dem „Herrn der Ringe“ träumte Regisseur Peter Jackson von einer Neuverfilmung des Stoffes von Edgar Wallace, der durch den alten schwarzweißen Film aus dem Jahr 1933 „King Kong und die weiße Frau“ weltbekannt geworden war.

Nach dem Riesenerfolg mit der Trilogie „Der Herr der Ringe“, die insgesamt 17 Oskars einheimste, schlägt Peter Jackson mit seinem Team nun erneut zu. Zwar ist die Produktionsfirma nun nicht mehr New Line Cinema sondern der Hollywood-Riese Universal Studios, doch entstanden ist der Film, genau wie „Der Herr der Ringe“, in den neuseeländischen Wing Nut Studios.

Aus diesem Grund trifft man im Abspann von „King Kong“ auf viele bekannte Namen. Das Drehbuch schrieben mit Peter Jackson zusammen Philippa Boyens und Fran Walsh. Art Director war wieder der bereits mit dem Oskar gekrönte Grant Mayor. Wer hätte besser den Riesenaffen Kong spielen können als Andy Serkis, der im „Herrn der Ringe“ bereits den halb echten, halb computeranimierten Schurken Gollum mimte?

Zum Inhalt: Der skrupellose Filmemacher Carl Denham (Jack Black) hat im New York der 30er Jahre zwar weder Geld von einer Produktionsfirma noch eine Hauptdarstellerin, dafür aber eine geheimnisvolle Schatzkarte und einen (geklauten) kleinen Fischkutter. Zusammen mit der naiven und darüber hinaus arbeitslosen Tänzerin Ann Darrow (Naomi Watts) und dem von seinem Leben angeödeten Drehbuchautor Ben Driscoll (Adrien Brody) bricht er nach Skull Island auf, das irgendwo im Nebel südwestlich von Sumatra liegt.

Die Legende besagt, dass dort hinter einer hohen Mauer, die das Innere der Insel abschirmt, der Riesenaffe Kong lebt. Ein Ereignis führt zum anderen. Die Eingeborenen (die bei Peter Jackson mehr nach Untoten als nach Südseeinsulanern aussehen) beschließen, als rituelles Opfer an Kong nicht eine der einheimischen jungen Frauen, sondern die gerade im rechten Augenblick erscheinende Ausländerin Ann zu nehmen, die dann auch tatsächlich von Kong in den Dschungel verschleppt wird. Daraufhin bricht die Crew, angeführt von Ben Driscoll, der sich in Ann verliebt hat, auf um sie zu retten.

Peter Jackson entführt den Zuschauer in eine Phantasiewelt der Superlative. Kämpfte King Kong in der Filmfassung von 1933 gegen einen Tyrannosaurus Rex, müssen es jetzt nicht weniger als drei sein. Die Crew gerät zwischen eine Herde Brontosaurier, muss gegen prähistorische Krokodile kämpfen und wird schließlich von Rieseninsekten angegriffen. Am Ende gibt es 17 Tote und Ben Driscoll macht sich allein auf die letzte Etappe seiner Rettungsaktion.

Kong ist unterdessen dem Charme und den akrobatischen Kunststücken seiner Gefangenen erlegen. (Wer also jemals einem Riesenaffen begegnet, der weiß nun, dass man sich durch Radschlag und Tanzeinlagen vor dem Aufgefressen werden, retten kann!) Er bewahrt Ann vor zahlreichen Gefahren und schließlich sitzen die beiden in der wohl schönsten Szene des Films gemeinsam auf einem Felsen und betrachten den Sonnenuntergang.

Natürlich zieht Ann eine Rückkehr nach New York dem Leben im Dschungel vor und flieht mit Ben zum Schiff zurück. King Kong folgt ihr zur Küste und Carl Denham, der auf der Rettungsaktion seine Kamera und sein Filmmaterial verloren hat, beschließt kurzerhand, Kong mit nach Amerika zu nehmen und als Attraktion auszustellen.

Natürlich geht das nicht gut und während der ersten Vorführung des „achten Weltwunders“ befreit sich Kong, tobt auf der Suche nach Ann durch New York und klettert schließlich auf das (gerade erst errichtete) Empire State Building, wo er von einem Schwarm Doppeldecker- Flugzeugen angegriffen und niedergestreckt wird.

Peter Jackson mit seinem Herz für Monster zeigt uns, entgegen der Vorlage, den Riesenaffen nicht als wildes Tier, sondern als einen etwas zu groß geratenen Dschungelbewohner mit schwierigem, aber durchaus sympathischem Charakter. Auch der Humor kommt in diesem ansonsten an einigen Stellen haarsträubend übertriebenen Film nicht zu kurz.

Wie man trotz Anwendung von mehreren Litern Chloroform einen äußerst widerspenstigen, acht Meter großen Riesengorilla in einem kleinen Schiff quer um die halbe Welt nach New York schaffen kann, bleibt dem Zuschauer unklar, ebenso wie die Frage, woher Denham überhaupt seine Schatzkarte und das Wissen um die Legende hat. Über diese Punkte schweigt sich allerdings auch die Vorlage aus. Trotzdem hätte man sich wünschen können, dass Peter Jackson, der sich in der Darstellung der Charaktere durchaus Freiheiten genommen hat, diese Lücken in der Handlung geschlossen hätte.

Freigegeben ab 12 Jahren ist dieser Film nichts für schwache Nerven! Spannung entsteht vor allem aus einer häufig verwendeten Aufnahmetechnik: Die Schauspieler blicken entsetzt auf etwas jenseits der Kamera und der Zuschauer fragt sich manchmal minutenlang, was um Gottes Willen sie da Schreckliches sehen.

Seit 14. Dezember 2005 in den deutschen Kinos.



Bilder: www.filmstarts.de(Zum Betrachten der Bilder auf das jeweilige Bild klicken!)



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