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Der letzte Weg von Leo Kardinal Scheffczyk
13.01.2006 (G. Elsbeck)
Kategorie: Kultur
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Am Donnerstag, den 8. Dezember 2005, starb Leo Kardinal Scheffczyk im Alter von 85 Jahren in München.
Sein Sterben erfüllte die Erzdiözese München (Scheffczyks Arbeitsort) mit Trauer, aber auch mit großer Dankbarkeit für alles, was er in seinem Leben für die Kirche gewirkt hat. Kardinal Scheffczyk lebte seine Berufung als Theologe im Dienst der Kirche mit großer Hingabe und Treue. Sein Wirken war erfüllt von dem Verlangen zur Ehre Gottes, zum Heil der Seelen und zur Stütze des Lehramtes der Kirche die (ge-)offenbarte Wahrheit dazulegen und zu bezeugen.
Papst Johannes Paul II. hatte Leo Scheffczyk als Anerkennung für sein theologisches Lebenswerk am 21. Februar 2005 in das Kardinalskollegium berufen.
Eine innere Heimat fand der Theologe in der geistlichen Familie „Das Werk“, der er viele Jahre angehörte.
Ein feierliches Pontifikalrequiem für Leo Kardinal Scheffczyk fand am Mittwoch, den 14. Dezember 2005 im Münchener Liebfrauendom statt. Die Beerdigung wurde mit einem zweiten Pontifikalrequiem in der Pfarrkirche St. Gallus in Bregenz durchgeführt (mit Live-Übertragung im Kabel-TV und Radio Horeb).
Kardinal Scheffczyk wurde auf dem Friedhof des „Werkes“ im Kloster Thalbach in Bregenz beigesetzt. Der Verstorbene wurde bereits am Dienstagmorgen, den 13. Dezember 2005, im Liebfrauendom aufgebahrt und den Gläubigen zum stillen Gebet frei gegeben.
Mit dem Tod Kardinal Scheffczyks verringerte sich das deutsche Kardinalskollegium von sieben auf sechs Mitglieder.
Natürlich wird bereits spekuliert, ob Papst Benedikt XVI. als Deutscher nicht bald einen neuen Kardinal für sein Heimatland ernennen wird. Nach einem geeigneten Kandidaten kann er sich im September 2006 bei seinem Deutschlandbesuch in Bayern umsehen.
Hier eine Zusammenfassung der Höhepunkte von Scheffczyks kirchlichem Leben:
1920: Geboren am 21. Februar in Beuthen / Oberschlesien
1938-1941: Studium an der Universität Breslau
1945-1947: Studium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Freising
1947: Priesterweihe am 29. Juni in Freising
1947-1948: Kaplan in Grafing
1948: Pfarrvikar in Traunwalchen
1948-1951: Subregens im Priesterseminar Königsstein / Taunus
1950: Promotion
1952-1959: Dozent an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Königsstein / Taunus
1957: Habilitation in München bei Prof. Dr. Michael Schmaus
1957-1959: Privatdozent an der Universität München, Dozent an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Königsstein / Taunus
1959-1965: Ordinarius an der Universität Tübingen
1965: Berufung als Ordinarius auf den Lehrstuhl für Dogmatik an der Universität München
1966-1984: Mitherausgeber der Münchner „Theologischen Zeitschrift“
1970-1985: Berater der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz
1976: Ernennung zum päpstlichen Ehrenprälaten
1984: Seit diesem Jahr Herausgeber des „Forum Katholische Theologie“
1985: Emeritierung
1983-2001: Consultator des päpstlichen Rats für die Familie
1994: Verleihung der Ehrendoktorwürde der Opus-Dei-Universität in Pamplona
2001: Erhebung zum Kardinal durch Papst Johannes Paul II.
8. Dezember 2005: Tod im Alter von 85 Jahren in München
Mitgliedschaften des Kardinals:
Seit 1973: Mitglied der Pontifica Academia Mariana Internationalis
Seit 1977: Mitglied der Pontificia Academia Theologica Internationalis
Seit 1978: Institut der Görresgesellschaft für Interdisziplinäre Forschung
Seit 1980: Ordentliches Mitglied der geisteswissenschaftlichen Sektion der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
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