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Ostseeautobahn - Bahn frei zwischen Elbe und Oder


13.01.2006 (I. Kutta) Kategorie: Wirtschaft

Bild: www.traffic-service.de

Am 7. Dezember 2005 konnten die letzten beiden Streckenabschnitte der lang umkämpften Ostseeautobahn eingeweiht werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnete zusammen mit dem Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins - Peter Harry Carstensen (CDU) - und dem Ministerpräsidenten Mecklenburg-Vorpommerns - Harald Ringstorff (SPD) - bei Tribsees das bedeutendste Straßenprojekt der deutschen Einheit. Besondere Anerkennung galt dabei dem früheren Bundesverkehrsminister Günther Krause, der mit seinem Verkehrswegebeschleunigungsgesetz die Ostseeautobahn zum am schnellsten vollendeten Autobahnbau der bundesdeutschen Geschichte werden ließ.

13 Jahre zuvor hatte Krause unter starken Protesten der Umweltschutzorganisation Greenpeace den ersten Spatenstich an der Anschlussstelle Wismar-Mitte gemacht.

Die Ostseeautobahn A 20 ist mit einer Strecke von 324 Kilometern der längste Autobahnbau der deutschen Nachkriegsgeschichte. Parallel zur Ostseeküste erstreckt sie sich von Lübeck in Schleswig-Holstein über Mecklenburg-Vorpommern bis zum brandenburgischen Kreuz Uckermark an der A 11 nahe der polnischen Stadt Stettin.

Der Bau der A 20 mit ihren 320 Brücken, vier Autobahnkreuzen und 35 Anschlussstellen sowie der Grunderwerb dafür kosteten knapp 1,9 Milliarden Euro.

Zahlreiche Umweltverbände und Bürgerinitiativen demonstrierten gegen den Bau der Ostseeautobahn aus umweltpolitischen oder persönlichen Gründen. Der Großteil der Gegner des Bauvorhabens lag auf westdeutscher Seite. Die Schleswig-Holsteiner befürchteten die steigende Konkurrenz vor allem in der Tourismusbranche durch die Ostseebäder Mecklenburg-Vorpommerns. Auf ostdeutscher Seite dagegen stimmten neun von zehn Bürgern für die Ostseeautobahn. Diese gilt heute als Fernstraße mit den höchsten Umweltstandards in Deutschland.

Angela Merkel bezeichnete sie als „Schlagader für mehr wirtschaftliche Kraft“ sowie „eine Lebensader des Nordens“. Als Hauptentwicklungsachse an der Ostsee verbindet sie die Ostseehäfen mit wichtigen Absatzmärkten und verkürzt die Reisezeiten in beliebte Urlaubsdomizile wie Warnemünde, Rügen oder Usedom erheblich. Damit trägt sie entscheidend zur Entwicklung des Fremdenverkehrs an der ostdeutschen Ostseeküste bei. Angela Merkel verwies bei der Eröffnung der A 20 auf die Pflicht, auch ostdeutschen Bürgern eine Chance auf Arbeit zu bieten.

Pläne für eine Ostseeautobahn mit ähnlichem Verlauf wie die heutige schmiedeten schon die Nationalsozialisten 1937 als „Mecklenburgische Nordlinie“, die aber nie in die Tat umgesetzt wurde.

Eine Verkehrsprognose für das Jahr 2010 prophezeit eine extrem positive Annahme der neuen Ost-West-Achse durch die Verkehrsteilnehmer. Auf der Strecke Lübeck-Rostock wird ein Verkehrsaufkommen von 45.000 bis 55.000 Fahrzeugen pro Tag vorhergesagt. Auf der übrigen Strecke werden für einige Teilabschnitte immerhin 20.000 bis 35.000 Fahrzeuge täglich prognostiziert.

Ein weiterer Ausbau der A 20 ist schon in Planung, dazu zählen eine Anbindung an die A 21 nach Kiel über Bad Segeberg - der erste Teil davon befindet sich schon im Bau - eine Anbindung an die A 7 sowie eine Weiterführung um Hamburg herum mit einer Elbüberquerung im Westen Hamburgs nach Stade, wo die A 20 dann an die sich im Bau befindende A 26 angeschlossen werden soll.



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