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Einmal auf die andere Seite der Welt: 10.000 bis 13.000 Jugendliche erfüllen sich jährlich diesen Traum (Kostenpunkt zwischen 3.800 und 7.500 Euro pro Jahr) und besuchen eine amerikanische Highschool. Dass dieser Traum jedoch auch leicht zum Alptraum werden kann, zeigt jetzt eine Studie der Stiftung Warentest:
Drogen- und alkoholsüchtige oder depressive Gasteltern, pädophilie Gastväter, Sektenmitglieder und sogar eine schwergewichtige Mutter, die die Wohnung - einen Wellblechcontainer - im wahrsten Sinne des Wortes zum Einsturz brachte. Das alles macht Austauschschülern im Ausland das Leben zur Hölle.
Die Größe der Nachfrage führt bei den Partnerorganisationen oft zu Fahrlässigkeit bei der Auswahl der Gastfamilien. Nicht selten existierte die von der Austauschorganisation versprochene Gastfamilie nicht einmal und die Jugendlichen mussten auf eigene Faust nach einem Ersatz suchen.
Was tun?
Austauschorganisationen empfehlen eine Kontaktaufnahme mit Vertretern des Veranstalters vor Ort, wenn Probleme in der Gastfamilie auftreten. Diese können gemeinsam mit Gasteltern und Schülern nach Lösungen suchen, und gegebenenfalls einen Familienwechsel veranlassen.
Laut einer Befragung der Stiftung Warentest im September 2005 gaben 28 % der 786 befragten ehemaligen Austauschschüler an, ihre Gastfamilie schon einmal gewechselt zu haben, 6 % davon sogar mehrmals. 1999 wurde eine US-Organisation zu einer Schmerzensgeldzahlung von 1,2 Millionen Euro an eine Berlinerin verurteilt. Die damals 16-jährige wurde von ihrem Gastvater monatelang missbraucht. Die Organisation EF (Educational Foundation) vermittelte einen Austauschüler an eine Gastfamilie, die ihn beinahe verhungern ließ.
Trotz dieser Schreckensgeschichten sollte man sich trotzdem nicht die Lust aufs amerikanische Abenteuer verderben lassen! Denn rund 2/3 der Schüler kehren jährlich mit Highschool und Gastfamilie vollauf zufrieden nach Deutschland zurück.
Das Problem ist, dass die Gastfamilien in den USA von den Austauschprogrammen keine finanzielle Unterstützung erhalten. Dies führt dazu, dass das Angebot an Gastfamilien, die bereit sind jemanden aufzunehmen, weit geringer ist als die Nachfrage. So kann es z.B. passieren, dass die Austauschschüler, der für weniger, als ein Jahr bleiben wollen, von ihren Organisationen einfach im Stich gelassen werden, nach dem Motto: „Wir können es uns nicht mehr leisten dich länger hier zu behalten, da deine Gasteltern bereit wären einen Schüler für ein ganzes Jahr aufzunehmen“.
Um solche unangenehmen Überraschungen vermeiden zu können, sollte man bei der Wahl der Austauschorganisation besonders vorsichtig sein:
Empfehlenswerte Austauschorganisationen sind Organisationen, die…
…Vorbereitungsseminare für Eltern und Schüler anbieten.
…eine Zusammenarbeit mit einem Mitglied des CSIET (Council Of Standards For International Education) pflegen, das heißt, dass die Auswahl der Gastfamilie unter strengen einheitlichen Qualitätskriterien durchgeführt wird.
…nicht sofort den gesamten Geldbetrag ausgezahlt bekommen wollen, sondern erst, nachdem sie die Gastfamilie vermittelt haben.
…Ihnen spätestens zwei Wochen vor der Abreise Informationen über die zukünftige Gastfamilie liefern.
Beachtet man also diese fünf Qualitätskriterien bei der Auswahl der Organisation, steht, auch wenn es in der Geschichte des Austauschs einige abschreckende Beispiele gegeben hat, die jedoch auf zwielichtige Veranstalter zurückzuführen sind, einem spannenden und ereignisreichen Highschooljahr nichts mehr im Wege!
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