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Die Bundesrepublik Deutschland hat zurzeit mit vielen Problemen zu kämpfen. Eines davon ist die Überalterung der Bevölkerung, welcher Bundespräsident Horst Köhler in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann-Stiftung durch das „Forum demografischer Wandel“ entgegentreten will.
Gründe für die Überalterung sind das durch immer fortgeschrittenere medizinische Möglichkeiten und bessere Versorgung stetig steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung und der gleichzeitige Geburtenrückgang in den letzten Jahrzehnten.
Die immer kleiner werdende Zahl junger, erwerbsfähiger Menschen steht einer enorm wachsenden Anzahl von älteren Menschen gegenüber. Umgerechnet kommen heute etwa 100 Erwerbsfähige für 44 Rentner auf, im Jahr 2050 werden dies schätzungsweise 80 sein. Der Generationenvertrag ist auf diese Weise nicht mehr haltbar, woran auch ausländische Immigranten kaum etwas ändern können.
Das „Forum demografischer Wandel“ wird aus einer Serie von Konferenzen und Gesprächsrunden mit Führungskräften aus Staat und Gesellschaft bestehen, um ein größeres Bewusstsein für das Problem zu schaffen und nach einem Ausweg dafür zu suchen. Die erste Konferenz fand am 06. Dezember 2005 in Berlin statt.
In seiner Eröffnungsrede betonte Horst Köhler vor allem die Punkte Familienförderung, Bildung und Altersdiskriminierung. (Mit Altersdiskriminierung ist gemeint, dass gute Arbeitskräfte, die dementsprechende Erfahrungswerte mitbringen würden, nicht eingestellt werden, weil sie „zu alt“ sind. Arbeitgeber befürchten mangelnde Flexibilität, körperliche Einschränkungen und Arbeitsausfall durch Krankheit.)
Prognosen besagen, dass im Jahr 2050 die Bevölkerungszahl Deutschlands von etwa 82 auf ungefähr 70 Millionen Einwohner schrumpfen wird. Ein Grund für den Rückgang ist, dass in Deutschland immer weniger Kinder geboren werden. Im Moment liegt der Durchschnitt bei 1,3 Kindern pro Frau, müsste jedoch bei 2,1 Kindern liegen, um die Bevölkerungszahlen konstant zu halten.
„Wenn wir dem Altern und dem Schrumpfen unserer Gesellschaft bewusst etwas entgegensetzen wollen - was ich für geboten halte -, dann sollten wir uns fragen, ob wir uns eigentlich schon wirklich damit auseinandergesetzt haben, warum immer mehr junge Menschen bei uns kinderlos bleiben - und das, obwohl sie in Umfragen durchaus den Wunsch nach Familie und Kindern äußern“, so Köhler in seiner Rede.
Immer mehr junge Menschen entscheiden sich wohl auch aufgrund der steigenden Arbeitslosigkeit lieber für die Karriere und gegen Kinder. Von dieser Entscheidung sind hauptsächlich Frauen betroffen, die sich in der heutigen Zeit finanziell nicht mehr nur auf ihren Mann verlassen können oder wollen. Der Trend geht zu Ein-Personen-Haushalten und offenen Beziehungen statt Ehen, was nicht gerade förderlich für die Geburtenrate, aber dennoch verständlich ist. Es fehlen Vorbilder, wie Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen sind, denn noch sind Kinder ein Armutsrisiko.
Kinder aus armen Familien erhalten nachweislich weniger Bildung als Kinder aus vermögenden Verhältnissen und sind damit sehr gefährdet, später arbeitslos zu werden. Auch dem will Horst Köhler vorbeugen: „Wenn wir sparen, dann freilich nicht an der Bildung. Denn klar ist, dass bei sinkenden Kinderzahlen noch dringender als je zuvor geboten ist, jedem Kind in unserem Land ungeachtet seines Elternhauses bestmögliche Bildungschancen zu geben.“
Ob Köhler dieses Problem lösen wird, bleibt fraglich, ebenso wie das schon erwähnte Problem der Diskriminierung älterer Menschen in der Arbeitswelt:
„Was ist das eigentlich für ein Land, in dem wir bald bis 67 arbeiten sollen, in dem aber viele schon mit 50 keine Stelle mehr finden, weil die Unternehmensleitungen eine „vergreisende Belegschaft“ befürchten oder weil sie vorrechnen, ältere Mitarbeiter kosteten sie zu viel?“
Die Unternehmer müssten einsehen, dass es für einen Betrieb auch eine Bereicherung sein kann, ältere und damit auch erfahrene Mitarbeiter zu beschäftigen, die ihr Wissen an jüngere Generationen weitergeben können.
Zum Schluss sei noch bemerkt, dass die Alterung der Bevölkerung nicht nur auf Deutschland beschränkt, sondern ein weltweites Phänomen ist. Ausnahmen bilden durch eine höhere Geburtenrate und Zuwanderung die USA, sowie die Entwicklungsländer, in denen eine Frau im Durchschnitt 3,3 Kinder zur Welt bringt.
Weitere Informationen zu dem Thema sowie die vollständige Eröffnungsrede Horst Köhlers können unter www.forum-demographie.de nachgelesen werden.
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