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Die virtuelle Haustierwelt


02.02.2006 (M. Tremschnig) Kategorie: Computer

Bild: bunnyherolabs.com

In Zeiten, in denen Tamagotchi & CO längst nicht mehr so populär sind, wie sie einmal waren, und viele Menschen vielfach nicht mehr die Zeit finden sich um ein echtes Haustier zu kümmern, eröffnet sich nun für all jene, die auf den Spaß eines handlichen, „virtuellen“ Haustieres trotzdem nicht verzichten wollen, die Möglichkeit, sich problemlos eines im Internet zuzulegen.

Die Seite pet-nanny.de ist aus eben diesen Gründen geschaffen worden. Sofern man die Mindestanforderungen für den Webbrowsers erfüllt (z.B. Mozilla Firefox, Netscape 6, Internet Explorer 5, Safari oder Opera 7) sowie den „Macromedia Flash Player“ installiert hat, kann man innerhalb weniger Minuten loslegen und sich als frischgebackener Haustierbesitzer bezeichnen.

Auf eben genannter Internetadresse kann man schnell und einfach ein virtuelles Tier adoptieren und sich fortan darum kümmern. Solche Haustiere müssen nicht zwangsläufig Hunde oder Katzen sein. Man kann neben den eher traditionellen Haustieren wie Hamster, Fisch, Schwein - oder eben Katze und Hund - auch ungewöhnliche bzw. exotische Tiere wie z.B. Lamas, Spinnen oder Tiger wählen. Die Möglichkeiten sind breit gefächert, da man sowohl bei der Namensgebung, wie auch bei der Farbgestaltung des Weggefährten frei mitgestalten kann: Ein rosaroter Wolf, ein türkiser Igel oder ein gelber Pinguin - je nachdem, wie man sich sein individuelles Wunschtier vorstellt - sind möglich. Dies geschieht auf der Webseite bunnyherolabs.com, wo man den Adoptiervorgang, ebenso wie auf der Hauptseite, gleich direkt und ohne Log-In oder Registrierung vornehmen kann.

Wer jedoch eine Anleitung in deutscher Sprache bevorzugt, sollte den Link „Pet-Nanny“ besuchen, da sowohl die Hilfe-Seite, wie auch diejenige mit den erweiterten Funktionen, englischsprachig ist. Dort kann man zwar nur aus einer begrenzten Anzahl von Tieren auswählen (es gibt ein Schwein, einen Pinguin, einen Hamster, einen Hasen und eine Ente) und auch die Farbe nicht verändern, was dem Spaß aber keinen Abbruch tun sollte.

Die Handhabung des Tieres ist einfach. Man speichert sich nach erfolgreicher Adoption, für die man nur einen Nicknamen (für sich selbst), eine E-Mail Adresse (für etwaige Benachrichtigungen) und einen Namen für das gewählte Tier aussucht, den Link unter „Bookmarks“ ab und hat so immer direkten Zugang zu der Seite, auf dem sich das Haustier fortan tummelt. Ein Log-In ist, wie gesagt, nicht erforderlich. Daraus ergibt sich, dass im Prinzip jeder, der den Link kennt, sich um das Haustier kümmern könnte.

Nach erfolgreichem Abschluss der Adoption beginnt man am besten gleich mit einem Spiel, der Fütterung oder dem Waschen. Man kann aber auch Besucher einladen auf der Seite vorbeizuschauen, damit die Laune des Haustiers steigt. Dazu gibt man einfach unter dem Link „Freunde einladen“ bis zu fünf E-Mail-Adressen ein. An diese Adressen wird dann eine Aufforderung gesendet das Tier zu besuchen. Erfolgt ein solcher Besuch mittels Klick auf den versendeten Link, bemerkt das Haustier ihn automatisch und freut sich so, dass die Skala der Zufriedenheit steigt. Die Besuche können, als einzige Funktion, täglich mehrmals (aber nie zweimal am Tag von einer E-Mail-Adresse aus) erfolgen. Sie sind allerdings nur so lange möglich, bis die Spitze der Skala erreicht worden ist. Dies erkennt man an den Balken, die sich mit jedem Besuch grün füllen.

Zu beachten ist, dass sämtliche andere Aktivitäten nur alle dreißig Minuten möglich sind. In dieser Zeit wirken sie jedoch positiv und beeinflussen die Gesamtlaune des Tieres. Damit es jedoch nicht zu einfach wird, wird im Gegenzug dazu alle zwei Stunden ein Balken bei der Gesamtlaune wieder abgezogen. Kümmert man sich also nicht ausreichend um das Tier, verschlechtert sich seine Laune zusehends. Neu auf der Seite ist, dass die Tiere nun zwischen 22 Uhr und 11 Uhr schlafen. In dieser Zeit sind keine Aktionen möglich. Lediglich die Gesamtlaune lässt sich abrufen, das Tier ist nicht ersichtlich.

Den allgemeinen Wohlfühlstatus des Haustieres kann man direkt unter dem Link abfragen, den man sich abgespeichert hat. Will man es z.B. zu früh füttern, öffnet sich ein Fenster, in dem die restliche Zeit angezeigt wird, in welcher keine Aktivitäten möglich sind.

Mit einfachen Sätzen wird klar dargestellt, wie sich der tierische Freund fühlt: Von „(Name des Tieres) geht es sehr schlecht“ bis „fühlt sich nicht wohl“ bis „fühlt sich sehr gut“ oder „fühlt sich sehr schlecht“ ist alles möglich, je nachdem, wie intensiv man sich um das virtuelle Tier kümmert. Erstrebenswert ist allerdings der Status „dein Tier liebt dich“, da man, sofern man den Status sieben Tage lang halten kann, automatisch an einem Gewinnspiel teilnimmt, in dem ein MP3-Player verlost wird. Der Wohlfühl-Status wird zu diesem Zweck täglich um 23 Uhr überprüft.

Sollte man es jedoch mit der Pflege seines Freundes nicht so genau nehmen, keine Angst: diese putzigen Online-Haustiere werden weder krank, noch verhungern, verdursten oder sterben sie. So ersichtlich auf der Webpage bunnyherolabs.com, an welche man sich wenden kann, falls man Hilfe benötigt oder Fragen auftauchen.

In den meisten Fällen wird aber eine Hilfestellung nicht nötig sein. Die Seite ist klar strukturiert, übersichtlich gestaltet und erklärt sich von selbst. Somit finden sich auch Kinder gut und schnell auf der Seite zurecht. Aufsuchen sollte man sie eigentlich nur, wenn man erweiterte Funktionen nutzen will. Es ist nämlich möglich, das Tierchen auf seine Homepage oder auch auf einen Blog einzubinden. Diese HTML-Codes kann man unter der Option „Help“ aufrufen.

Wer sich mit einem Tier unterfordert fühlt oder sich neue Freunde zulegen will, dem sei abschließend gesagt, dass es möglich ist, sich eine unbegrenzte Anzahl von Haustieren zuzulegen. Nett wäre es vielleicht auch, seine Kinder mit der Pflege eines virtuellen Freundes zu beauftragen, falls man erwägt, sich ein echtes Tier für die Familie oder sein Kind anzuschaffen. Da eine Beschäftigung mit dem virtuellen Kameraden allerdings nur alle dreißig Minuten möglich ist und man auch nichts mit fatalen Folgen falsch machen kann, wird ein Kind den Umgang mit einem lebendigen Haustier auf diese Weise natürlich nicht lernen. Immerhin ist es eine nette Spielerei - auch für die verspielten älteren Semester.

Und wer weiß - vielleicht macht dieses Spiel ja wirklich Lust darauf, sich einen „echten“ Kameraden nach Hause zu holen, am besten aus dem Tierheim. Auch wenn hierbei ein grünes Lama oder ein fliederfarbener Wolf weniger verfügbar sein werden - echte Hunde, Katzen und Kleintiere warten überall dringend auf ein liebevolles Zuhause. Und diesen Tieren wird man dann auch „echte“ Liebe entgegenbringen können - wie sie es verdienen!



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