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Die Creme gehört zur täglichen Pflege. Auf dem Markt werden eine ganze Reihe von Cremes angeboten, leider neigen viele Produkte dazu Hautallergien und andere Hautprobleme auszulösen. Eine Creme zu kaufen geht zwar schnell und spart Zeit, ist aber dennoch manchmal für die Haut sehr risikoreich. Wer sich ein wenig Zeit nimmt und sich über selbst gemachte Kosmetika informiert, kann selber Creme herstellen.
Für eine gute Konsistenz der Creme spielt der Emulgator eine wichtige Rolle. Das ist ein Stoff, der eine Fett- und Wasserphase miteinander mischbar macht. Man unterscheidet zwischen zwei Emulsionstypen:
Der Emulsionstyp Wasser in Öl (W/O Emulsion) wirkt fettend, da sich Wassertröpfchen in einer Ölphase umschließen lassen. Hierzu zählt man z.B. die Butter.
Der Emulsionstyp Öl in Wasser (O/W Emulsion) wirkt nicht fettend, da sich Öltröpfchen in einer Wasserphase umschließen lassen. Hierzu zählt man z.B. die Milch.
Beide Emulsionen sind hautpflegend und deshalb für Cremes gut geeignet. Da aber die Haut täglich viel mehr Feuchtigkeit braucht als Fett, reicht es meistens eine Öl in Wasser- Emulsion herzustellen.
Um ein genaues Ergebnis zu erlangen:
- sollten die Zutaten genau abgemessen werden (exakt an Rezept halten).
- sollten die Zutaten gut verrührt werden.
- sollte destilliertes oder gut abgekochtes Wasser verwendet werden.
- sollten natürliche Pflanzenöle verwendet werden.
- sollte Zubehör und Cremedose gut gesäubert werden (am besten desinfizieren).
- sollte man sich genügend Zeit lassen.
Die Arbeitsschritte der Herstellung einer Öl in Wasser-Emulsion (O/W-Creme):
Fettphase: Eine Fettphase besteht aus einem Emulgator (z.B. Tegomuls) und einem Speiseöl. Nach dem Abwiegen werden sie in ein feuerfestes Becherglas gegeben und bei ca. 70° C erhitzt. Wenn die Zutaten bei erreichter Temperatur noch nicht ganz geschmolzen sind, darf man den Herd trotzdem abschalten, aber auf keinen Fall die 70° C überschreiten, da die Wirkung des Emulators und dem Speiseöl verloren gehen kann. Eine Fettphase kann man im gekühlten Zustand ungefähr ein Jahr aufbewahren.
Eine kleine Portion Creme:
Aus dem ausgewählten Rezept wiegt man die jeweils vorgegebene Menge an Fettphase und destilliertem oder abgekochtem Wasser ab. Beides wird bis ungefähr 70° C erwärmt und wieder vom Herd genommen. Nun schüttet man das Wasser in die Fettphase, auf keinen Fall das Öl ins Wasser! Damit sich keine Blasen bilden, mäßig und gleich bleibend verrühren, bis die Creme handwarm ist. Ein kaltes Wasserbad und ein Handmixer können dabei unterstützen. Je nach belieben werden bei einer Temperatur zwischen 30° C und 35° C zusätzlich Konservierungsstoffe (z.B. Heliozimt), pflegende Zusatzstoffe, Parfums ect. eingerührt. Die Creme aber nie ganz kalt werden lassen, denn die Zusätze lassen sich in diesem Zustand schlecht unterrühren. Die Creme kann man nun in ein desinfiziertes Cremedöschen umfüllen und einen Aufkleber mit dem Herstellungsdatum - und für was die Creme geeignet ist - beschriften. Eine Creme sollte immer kühl gelagert werden, sonst verdirbt sie, wie viele andere Kosmetika auch.
Die Haltbarkeit einer Creme mit Konservierungsstoffen beträgt ca. sechs Wochen, deshalb sollte immer nur eine kleine Menge hergestellt werden. Unkonservierte Cremes halten gekühlt nicht länger als zwei Wochen.
Als Anfänger für selbst gemachte Kosmetika sind beispielsweise die Einsteigersets von der Firma Spinnrad empfehlenswert; oder man versucht einfach erst einmal die Fettphase, ohne jegliche Zusätze, herzustellen. Anhand des Zustandes der Creme kann man feststellen, ob sie verwendbar ist. Sie sollte bei handwarmer Temperatur fest und nicht zu flüssig sein.
Für alle die sich schon richtig an das Handwerk trauen, ist die Internetseite www.cosmoty.de interessant. Dort kann man sich von verschiedenen Kosmetikrezepten inspirieren lassen.
In dem Buch „Naturkosmetik - Das Praxisbuch“ von Rita Stiens findet man Schönheitsrezepte zum selber herstellen, Einkaufshilfen für Naturkosmetik und vieles mehr.
Ein Rezeptvorschlag für eine Gesichtscreme aus diesem Buch:
Karottencreme: stärkt, aktiviert, schützt die Haut und verleiht dem Gesicht durch das Karottenöl eine frische Farbe.
Zutaten für die Fettphase: 3 g Sheabutter, 3g Wollwachsalkohole, 3g Bienenwachs, 5 g Lanolin, 35 g Jojobaöl und 5g Karottenöl
Zutaten für die Wasserphase: 10 ml Malvenextrakt und 30 ml Hamameliswasser
Zusätze: 10 Tropfen Aloe Vera zehnfach, 5 Tropfen D-Panthenol, 5 Tropfen Seidenproteine, 6 Tropfen ätherisches Linaloeöl und eventuell Konservierungsstoffe
Zubereitung: Die Zutaten der Fettphase in einem feuerfesten Becherglas bei 60° C erhitzen und schmelzen lassen, gleichzeitig wird die Wasserphase bei gleicher Temperatur (60° C) erwärmt. Die Fettphase schüttet man nun langsam und unter ständigem Rühren hinzu, bis sie nur noch handwarm ist. Zum Schluss werden die im Rezept angegebenen Zusätze untergerührt.
Naturkosmetika und Zutaten für die selbst gemachte Kosmetik erhält man unter anderem in Reformhäusern.
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