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Herzchen in allen Schaufenstern, Blumen und Pralinen in jedem Werbespot, Liebesgrüße in der Tageszeitung, ja sogar die Daily-Soaps machen ihn zum Thema: die Rede ist vom Valentinstag, dem Tag der Verliebten. Paare feiern, Singles „fürchten“ ihn. Schließlich wird spätestens am 14. Februar auch dem letzten Single weisgemacht, wie schön das Pärchenglück an diesem Tag zu sein hat. Doch ist nicht alles Gold, was glänzt.
Entgegen aller Annahmen, der Valentinstag sorge für Romantik und Zweisamkeit, bringt er nicht jedem Paar das erhoffte Glück. Die Erwartungen sind besonders bei Frauen oftmals sehr hoch, und Männer ignorieren den Valentinstag häufig mit der mürrischen Bemerkung, der Valentinstag sei eine Werbekampagne der Floristikindustrie.
Wer Streit vermeiden möchte, tut gut daran, seine Erwartungen nicht zu hoch zu setzen und seinen Partner mit einer Kleinigkeit zu überraschen. Liebesbeweise, die von Herzen kommen, erfüllen ihren Zweck besser als teure Geschenke. Dieses Ergebnis bestätigt eine Studie der Online-Plattform „Love@Lycos“. Im letzten Jahr untersuchte diese im Rahmen einer Umfrage, was die Deutschen vom Valentinstag erwarten, und worauf sie lieber verzichten.
22 % der Befragten sind verärgert, wenn der Liebste oder die Liebste den Valentinstag vergisst. Überraschend ist das Ergebnis, dass man seiner Liebsten oder seinem Liebsten nicht mehr mit Liebesschwüren übers Radio oder dem typischen Fleurop-Blumenstrauß imponiert. Voll im Trend liegen dagegen ein romantisches Frühstück im Bett sowie ein von Hand geschriebener Liebesbrief. Vor allem wünschen sich in der heutigen von Hektik und Abgabeterminen geprägten Zeit die meisten Verliebten, generell mehr Zeit miteinander zu verbringen.
Aber woher kommt eigentlich der Valentinstag, der Tag der Verliebten?
Einer Sage nach war Valentin von Terni (damals Interamna) im dritten Jahrhundert ein römischer Priester aus Umbrien, der heimlich junge Paare christlich traute. Auch mit Blumen aus seinem Garten soll er die Paare beschenkt haben, die zu ihm kamen. Zu dieser Zeit durften viele Paare aus Standesgründen nicht heiraten, weil sie z.B. Sklaven waren oder aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten stammten. Kaiser Claudius II. ließ die Christen verfolgen und befürchtete zudem, dass verheiratete Männer schlechtere Soldaten wären. Deshalb war Kaiser Claudius II. erzürnt über die Machenschaften Valentins. Er ließ ihn am 14. Februar 269 köpfen. Rund hundert Jahre später wurde Valentin als Märtyrer heilig gesprochen
Das Datum seiner Hinrichtung fiel zufällig auf den Tag des römischen Festes Lupercalia, dem Feiertag der Göttin Juno. Sie galt als Schutzpatronin der Ehe. An diesem Feiertag zogen alljährlich ledige Männer Lose mit Namen lediger Mädchen, mit denen sie dann den Abend verbrachten.
Im vierten Jahrhundert wurde auf Valentins Grab eine Kirche an der Porta Flaminia errichtet. Schon zu dieser Zeit bedachte man seine Liebste oder seinen Liebsten mit kleinen Geschenken und Blumen am 14. Februar zum Valentinstag. Im Mittelalter entstand ein regelrechter Kult, besonders in Belgien, Frankreich und England. Nach und nach entwickelten sich weitere Bräuche. So glaubten viele an die Tradition, dass der erste Mann, den ein Mädchen morgens am Valentinstag zu sehen bekam, der richtige Mann für sie sein sollte. Eine andere Variante besagt, dass der Mann, von dem das Mädchen in der Nacht zum Valentinstag träumt, die Liebe ihres Lebens werden würde.
Über Umwege machte sich der Valentinstagskult auch in Deutschland breit. Die englischen Auswanderer verbreiteten ihn in den USA, wo er bis dato eine hohe Bedeutung hat. Die Amerikaner beschenken ihre Liebsten mit so genannten Valentinskarten. Nach Deutschland wurde der Brauch durch amerikanische Soldaten importiert. Zwar haben wir bei uns noch lange nicht seine Ausmaße wie in den USA erlangt, dennoch weiß die Werbebranche den Valentinstag geschickt zu nutzen.
Fernab jeglichen Marketingkampagnen stellt der Valentinstag eine schöne Tradition dar. Jeder Verliebte wird sich seines Glückes bewusst und findet am 14. Februar einen Anlass, der oder dem Liebsten seine Liebe zu zeigen. Diese Sichtweise wäre sicher auch im Sinne Valentins gewesen. Was gibt es da noch schöneres?
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