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Kettenbriefe nicht zu stoppen!?


11.02.2006 (N. Galetzka) Kategorie: Computer

Bild: de.wikipedia.org

Diese Nachricht erhielt unsere Redaktion vor wenigen Tagen. Leider ist die ursprüngliche Herkunft nicht mehr zurück zu verfolgen gewesen, doch weil der erheiternde Text scheinbar so vielen Menschen aus der Seele gesprochen hat, dass er selbst als Kettenbrief endete, war er uns als Hilfeschrei trotzdem die Veröffentlichung und einen Artikel wert. Aber lesen Sie zunächst selbst:

„Oh ich liebe diese E-Mails, gibt’s leider viel zu wenige von! An alle Kettenbriefweiterschicker, ICH BRAUCH KEINE!

Hallo, mein Name ist Erika. Ich leide unter einigen sehr seltenen und natürlich tödlichen Krankheiten, schlechten Klausur- und Examensergebnissen, extremer Jungfräulichkeit und Angst davor, entführt und durch einen rektalen Starkstromschock exekutiert zu werden, weil ich circa 50 Milliarden beschissene Kettenbriefe nicht weitergeleitet habe. Kettenbriefe von Leuten, die tatsächlich glauben, dass, wenn man diese Briefe weiterleitet, dieses arme, kleine Mädchen in Arkansas, dass mit einer Brust auf der Stirn geboren wurde, genug Geld für die rettenden OP zusammenbekommt, gerade noch rechtzeitig, bevor die Eltern es an die „Freakshow“ verkaufen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Diese E-Mail ist ein großes „FUCK YOU!“ an all die Penner da draußen, die nichts Besseres zu tun haben (den Kram überhaupt weiter zu leiten).

Vielleicht wird sich der böse Kettenbriefkobold in meine Wohnung schleichen und mich sodomieren während ich schlafe. Sodomieren, weil ich diese Kette unterbrochen habe, die im Jahre 5 nach Christus begonnen hat, von irgendeinem dem Kerker entronnenen beschissenen Kreuzritter nach Europa gebracht wurde, und die, wenn sie es ins Jahr 2800 schafft, einen Guinness-Buch Eintrag erhält.

Und hier die drei beliebtesten Typen:

Kettenbrief-Typ 1:

Erst einmal, wenn Du diesen Brief nicht in den nächsten 5 Sekunden an 509 Leute schickst, wirst Du von einer einbeinigen lesbischen Leichtmatrosin vergewaltigt und von einem Hochhaus in ein 1 m breites Güllefass gestoßen. Und das ist wahr! Weil: DIESER Brief hier ist nicht wie all die anderen... DIESER hier ist WAHR!!!

Kettenbrief-Typ 2:

Hallo, und danke, dass Du Dir die Zeit nimmst, diesen Kettenbrief zu lesen. Es gibt da einen kleinen Jungen in Baklaliviatatlaglooshen, der keine Arme, keine Eltern, keine Eingeweide und zwei Ohren am Arsch hat. Das Leben dieses armen Kindes könnte gerettet werden, weil jedes Mal, wenn dieses E-Mail hier weitergeleitet wird, von AOL eine Deutsche Mark auf das „Kleine hungernde, arm-, bein-, eingeweide-, elternlose, Doppelohren-Jungen aus Baklaliviatatlaglooshen Spendenkonto“ überwiesen wird. Automatisch! Uneigennützig! Also, mach weiter! Sende diese E-Mail zu 5 Personen innerhalb der nächsten 47 Sekunden.

Kettenbrief-Typ 3:

Hallöchen da draußen! Dieser Kettenbrief existiert seit 897. Das ist absolut unglaublich, weil es damals noch gar keine E-Mails gab, aber egal. Und so funktioniert es: Schicke ihn innerhalb der nächsten 7 Minuten an 15.067 Leute weiter, von denen Du denkst, sie könnten ihn gebrauchen, sonst...:

-Bizarres Horror-Szenario Nr. 1
-Noch bizarreres Horror-Szenario Nr. 2
-Noch seeehr bizarreres Horror-Szenario Nr. 3

War das verständlich?

Wenn Du Kettenbriefe bekommst, die Dir androhen, ungepoppt und glücklos zu bleiben, lösche sie. Wenn sie wenigstens lustig sind, schick sie weiter an Leute, von denen Du denkst, sie teilen Deinen Humor. Mach andere Leute nicht virtuell an, indem Du ihnen ein schlechtes Gewissen wegen eines Leprakranken in Botswana machst, der noch dazu keine Zähne hat und seit 27 Jahren auf dem Rücken eines toten Elefanten festgebunden ist und dessen einzige Chance jede weitergeleitete E-Mail ist, weil andernfalls eine Mondrakete in deinen Vorgarten stürzt.

Danke.

P.S. Leite diese E-Mail hier weiter und Lady Di, Tu Pac und Elvis kommen zurück!“


Kettenbriefe sind Briefe, SMS, MMS, Telegramme über Instant Messenger oder E-Mails, in denen Aufforderungen enthalten sind, den Brief zu kopieren und an mehrere Empfänger weiter zu versenden. Falls man dieser Forderung nicht nachkommt, wird oft mit obskuren Folgen gedroht. Wer jedoch derartige Briefe brav weiter verschickt, dem sollen angeblich die fantastischsten Belohnungen (z.B. Liebesgeständnisse des Traumprinzen / der Traumprinzessin) zu Teil werden.

Der Zweck von Kettenbriefen - vielleicht auch des oben aufgeführten - kann verschieden sein. Sie werden genutzt um Mitteilungen, wie z.B. Spendenaufrufe oder politische Texte zu verbreiten, um Einrichtungen oder Personen permanent und massiv zu belästigen, oder um Störungen von Kommunikationsdiensten (z.B. E-Mail-Versand eines Servers) auszulösen. Außerdem können sie auf Spielen basieren oder um sich betrügerisch zu bereichern eingesetzt werden. Es sei also Vorsicht geboten!

Bis zur Popularität des Internets wurden Kettenbriefe hauptsächlich durch Briefe, also über die Post und in Schulen und ähnlichen Einrichtungen verbreitet. Im Zeitalter des World Wide Webs werden sie überwiegend als E-Mails versendet. Generell ist dieses Medium wesentlich besser für die Verbreitung von Kettenbriefen geeignet, da es viele Absender, viele Empfänger und in der Regel keine anfallenden Kosten für den Teilnehmer gibt. Ganz davon abgesehen funktioniert diese Art der Bekanntmachung wesentlich schneller. (All diese Aspekte machen sich ihre Verfasser zu Nutze.) Feststehend für die Definition eines Kettenbriefes ist aus diesem Grund nicht das Übertragungsmedium, sondern der Inhalt der Nachricht.

Erkennbar sind sie, wie bereits in unserem „Hilfeschrei“ erwähnt, an der Aufforderung zur Weiterleitung im Zusammenhang mit Versprechungen, „Drohungen“ und Mitleid erregenden Geschichten.

Kettenbriefe funktionieren nach dem so genannten Schneeball- oder Pyramidensystem. Dieses beinhaltet einen sozialen Prozess, bei dem bisher Unbeteiligte von Werbenden dazu aufgefordert werden, selbst zu „Umgarnern“ zu werden. Dabei wird erwartet, dass jeder neu hinzukommende Werbende mehrere Unbeteiligte anschreibt. In Folge dessen steigt die Zahl der Werbenden rapide an. Viele Menschen, die Ketten-E-Mails weiter verschicken, hoffen auf die versprochenen Gewinne oder Erfolge durch den Versand eines solchen Briefs.

Aufpassen sollte man, wenn man durch ein Hilfegesuch aufgefordert wird eine angegeben Telefonnummer anzurufen. Die ahnungslosen Opfer solcher Attacken werden dann von zahllosen täglichen Anrufen leichtgläubiger und hilfsbereiter Empfänger belästigt. In diese Situation möchte wohl kaum jemand selbst kommen.

Durch die potenziell ansteigende Masse von E-Mails (denn es leitet zwar nicht jeder eine Ketten-E-Mail weiter, viele aber tun es doch) werden Kommunikationssysteme sehr stark belastet. Wenn ein Anwender also eine Ketten-E-Mail erhält und an 10 weitere Personen sendet, die diese wiederum an je 10 Personen weiterleiten, dann ist nach dem 5. Empfänger schon ein Nachrichtenaufkommen von 1.000.000 Nachrichten erreicht. Die Netzbetreiber sprechen daher die grundsätzliche Empfehlung aus Ketten-E-Mails prinzipiell zu ignorieren.

Eine Sonderform des Kettenbriefes als E-Mail sind beispielsweise Warnungen vor Computerviren, bei denen es sich um gelungene Falschmeldungen handelt. Auch Nachrichten wie im oben enthaltenen Bild gehören dazu. Insgesamt kann festgehalten werden, dass 99 % aller Kettenmails unseriös sind und mehr schaden, als dass sie nutzen.

Leiten Sie also in Zukunft nicht mehr alles weiter, was man Ihnen zuschickt und denken Sie daran, dass Sie anderen damit ein schlechtes Gewissen machen, vielleicht sogar jemanden belästigen oder sogar ihren eigenen Provider lahm legen könnten.



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