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Was macht Herrchen, wenn er nicht will, dass Rüde Rex Welpen in die Welt setzt? Er lässt ihn kastrieren. Und was macht Herrchen, wenn er seinem „Wauwau“ einen Gefallen tun will? Er lässt ihm künstliche Hoden implantieren. Ob festes Silikon oder weiches Propylen, ob groß oder klein - alles ist zu haben.
Wie die Idee entstand
Als Hündchen Bluck sich vor ca. acht Jahren kastrieren ließ, wusste er noch nicht, was er seinem Herrchen damit antat. Denn Gregg Miller plagte fortan das schlechte Gewissen. Um den „Schaden“ wieder gut zu machen, gründete er die Firma „Canine Testicle Corp“, die sich bereits seit acht Jahren mit der Herstellung der Hodenimplantate beschäftigt. Und das äußerst erfolgreich!
100.000 Exemplare an Kunden aus aller Welt hat „Canine Testicle Corp“ bereits verkauft. Die fleißigsten Käufer, neben den USA, sind Großbritannien, China, Australien und Spanien. Auch in der Schweiz feiern Schönheitsoperationen für Tiere bereits Premiere, während Deutschland sich vom amerikanischen Trend vorerst nicht anstecken lässt.
Zwischen 80 und 160 Franken muss Herrchen für ein Hodenimplantat bezahlen. Und dazu kommen dann noch die Kosten für die erforderliche Schönheitsoperation.
Schönheitsoperationen für das Tier, oder vielleicht doch fürs Herrchen?
„Hunde sind nicht eitel. Ihnen ist es egal, wie sie aussehen“, sagt der amerikanische Tierarzt Michael Parks. Eine Kastration störe sie zudem weder physisch noch psychisch. Ihm zufolge dienen die Implantate in erster Linie dem Wohlfühlgefühl des Hundebesitzers, nicht aber dem des Hundes selbst. Denn vor allem Männer haben Probleme mit Kastrationen. „Und wenn es einem Menschen gefällt, ist es doch eine gute Erfindung“, so Parks.
Doch nicht nur Hunde gehören zu den Stammkunden Gregg Millers. Mittlerweile sind auch Katzen, Ratten, Stiere und Hengste potenzielle Patienten. Aus Colorado kam sogar die Anfrage nach Hodenimplantaten für zwei Wasserbüffel.
Man kann es aber auch übertreiben, denn einige Hundebesitzer lassen ihren Tieren viel zu große Geschlechtsteile implantieren, womit sie deren Körpergefühl nur verschlechtern und damit das Gegenteil von dem erreichen, was ursprünglich ihr Ziel war. Dem weiß Firmenvater Miller Einhalt zu gebieten. Die Größe wird vor dem Versand nämlich jedes Mal sorgfältig überprüft, um solche Eskapaden zu verhindern.
Doch selbst bei der Hodenimplantation hat der menschliche Einfallsreichtum seine Grenzen wohl noch nicht erreicht: Denn auch „Gesichtslifting“ für sabbernde Hunde und sogar Brustvergrößerungen und -verkleinerungen stehen zum Angebot.
Vergessen werden sollte jedoch nicht, dass es sich egal, ob für das Tier oder für das Gewissen und die Zufriedenheit des Tierbesitzers, nach wie vor um eine Operation handelt, die auch immer mit Risiken (und Nebenwirkungen) verbunden ist.
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