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Die einen sammeln Briefmarken, die anderen Sportwagen oder gar Kakteen. Wer zu den Menschen gehört, die gerne Münzen in ihren Vitrinen häufen, der wird ab diesem Monat wohl ein neues kleines Kästchen in seinem Sammelsurium anlegen, in das die neue deutsche 2-Euro-Gedenkmünze passt, die seit dem 3. Februar 2006 käuflich erworben werden kann. Der deutsche Erstling dieser Reihe wurde bei der „World Money Fair“, der internationalen Münzbörse, die zum ersten Mal vom 3. - 5. Februar in Berlin stattfand, vom parlamentarischen Staatssekretär Karl Diller an den schleswig-holsteinischen Finanzminister Rainer Wiegard übergeben. Das Motiv dieser Münze, die schon jetzt die Sammlerherzen schneller schlagen lässt, zeigt das Holstentor in Lübeck.
Hintergrund
Als Europa durch die gemeinsame Währungsunion am 1. Januar 2002 einen einheitlichen Weg einschlug, wurde der Euro mit zwei verschiedenen Seiten durch die weiten Euro-Lande geschickt: auf der Münzwertseite besitzt unser gängiges Zahlungsmittel eine gemeinsame europäische Seite und auf der anderen eine nationale Seite mit einem oder verschiedenen Motiven. Deutschland entschied sich für mehrere Motive ihrer Münzrückseite.
Das Eichenlaub (1-, 2- und 5-Cent-Münzen), das bereits den „Glückspfennig“ zierte, das Brandenburger Tor (10-, 20- und 50-Cent-Münzen) und der Bundesadler sind uns wohlbekannte Freunde der Geldbörse. Aber auch die Motive der elf anderen europäischen Nachbarländer machen unser Portmonee zu einem multikulturellen Schauplatz - sei es der in ein Sechseck eingefasste Baum der 1- und 2-Euro-Münzen aus Frankreich, der für Leben, Beständigkeit und Wachstum steht und von dem republikanischen Motto „Liberté, Egalité, Fraternité“ (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) umrundet wird, oder die 20-Cent-Münze unseres stiefelförmigen Freundes Italien, von der uns die Skulptur von Umberto Boccioni, einem führenden italienischen Futuristen, entgegenschaut.
Bislang gab es die Beschränkung, dass die kleinen runden Geldstücke sich immer mit ihrer gleichen nationalen „Bekleidung“ zeigen müssten. Nach einem EU-Ratsentscheid im Jahr 2004 ist diese Reglung für 2-Euro-Münzen jedoch aufgehoben und Griechenland war das erste europäische Mitgliedsland, das diese Freiheit auskostete. Anlässlich der Olympischen Spiele in Athen 2004 schmückt ein Diskuswerfer mitsamt den Olympischen Ringen die Bildseite. Wer sie besitzt und sammelt, kann sich glücklich schätzen, da sie nur in limitierter Auflage existiert.
Nach sieben weiteren europäischen Ländern brachte nun auch Deutschland ihre erste 2-Euro-Gedenkmünze mit dem Prägedatum von 2006 heraus, das das Lübecker Holstentor zeigt. Die Sondermünze „Schleswig-Holstein“ ist somit das erste Kind der langen Münzenreihe, in der innerhalb von 16 Jahren nun alle Bundesländer ihre eigens gewählte Prägung zum Leben erwecken. Die Reihenfolge der 16 Bundesgeschwister bestimmt das Innehaben der Bundesratspräsidentschaft - als nächstes Bundesland ist daher Mecklenburg-Vorpommern mit seinem schönen Schweriner Schloss zu sehen.
Das Holstentor
Das Holstentor („Holstein-Tor“) auf der ersten 2-Euro-Gedenkmünze aus Deutschland ist wohl das bedeutendste und bekannteste Stadttor Deutschlands und bereits aus den DM-Zeiten wohl bekannt: Es schmückte den in der eigenen Brieftasche immer gern gesehenen 50-Mark-Schein.
Das Holstentor mit seinen bis zu 3,5 Meter dicken Mauern ist ein Stadttor, das die Innenstadt der Hansestadt Lübeck nach Westen hin begrenzt. Das spätgotische Gebäude ist neben seinem brüderlichen Burgtor das einzig noch erhaltene Stadttor Lübecks und gehört zu den Überresten der Befestigungsanlage, aus der jedoch nie ein Schuss gefeuert wurde.
Die „World Money Fair“
Die geprägte Münze konnte, wie bereits erwähnt, erstmals auf der 3-tägigen Messe „World Money Fair“ in Berlin erworben werden. Die Ursprünge der „World Money Fair“ liegen übrigens in der 1970 in München gegründeten „Organisation Europäischer Münzen-Börsen“ (OEMB), die auf der Idee eines großen Sammlermarkts gründet. Nachdem die „1. Internationale Münzenbörse“ in Basel großen Erfolg verzeichnete, wurde sie in Bern und Zürich wiederholt und entwickelte sich erfolgreich von der „Europa-Münzenbörse“ zur „World Money Fair“ weiter, bei der bereits 40 Nationen beteiligt sind.
| 2006 | Schleswig-Holstein | Holstentor in Lübeck | | 2007 | Mecklenburg-Vorpommern | Schweriner Schloss | | 2008 | Hamburg | Landungsbrücken | | 2009 | Saarland | Ludwigskirche Saarbrücken | | 2010 | Bremen | Bremer Rathaus | | 2011 | Nordrhein-Westfalen | Kölner Dom | | 2012 | Bayern | Liebfrauenkirche München | | 2013 | Baden-Württemberg | Kloster Maulbronn | | 2014 | Niedersachsen | Rathaus Hannover | | 2015 | Hessen | Frankfurter Römer | | 2016 | Sachsen | Dresdner Zwinger | | 2017 | Reinland-Pfalz | Porta Nigra in Trier | | 2018 | Berlin | Reichstag | | 2019 | Sachsen-Anhalt | Magdeburger Dom | | 2020 | Thüringen | Wartburg bei Eisenach | | 2021 | Brandenburg | Schloss Sanssouci in Potsdam |
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